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“Mein Sohn lässt sich nur von mir trösten”

Bild: Chiara Doveri

Hier auf Steady teile ich anonymisiert einige eurer langen E-Mails und meine ausführlichen, empathischen und recherchierten Antworten. Ich bin kein Coach und keine Psychotherapeutin und würde euch bei entsprechenden Fragen bitten, Fachpersonal zu konsultieren. Wenn es bei euch im Alltag an kleinen Dingen hakt und ihr gern meine Einschätzung hättet, schreibt mir gern an anna [punkt] brachetti [at] posteo [punkt| de.

Liebe Anna,
Mein Sohn ist 23 Monate alt und im großen und ganzen läuft alles altersensprechend normal mit Höhen und Tiefen. Die Zubettgeh Situation kostet mich aber meinen letzten Nerv. Ich glaube dass wir im Grunde genommen ein meist normales Szenario haben, die Einschlafbegleitung dauert durchschnittlich 45 Minuten, dabei will er meistens ständig zwischen Bett und Arm wechseln. Manchmal weint er, scheint sich dann auch richtig reinzusteigern. Ich schaffe es dann kaum zu regulieren... Im Bett möchte er nicht liegen bleiben und weint wenn ich ihn nicht auf den Arm nehme, auf meinem Arm wiederum kommt er nicht zur Ruhe, kneift in mein Gesicht usw., versuche ich rauszugehen ruft er nach mir und weint. Es ist kräftezehrendend. Manchmal muss mein Mann übernehmen, wenn das nicht geht kann ich ihn letztendlich irgendwann nur noch in der Trage einschlafen lassen. Das was mich am meisten quält ist aber der immense Unterschied wenn mein Mann ihn ins Bett bringt. Mein Mann legt ihn nach der Abendroutine nur hin und geht raus, er schläft dann friedlich super schnell mit Kuscheltier im Arm ein. Das Kuscheltier nimmt er partout nicht an, wenn ich ihn ins Bett bringe. Und das ist jedes Mal so, lang und schwierig und dramatisch bei mir, superschnell und wie am Schnürchen bei meinem Mann.
Ich bin zweifle an mir selbst und halte es kaum aus, frage mich was ich bloß falsch mache. Manchmal habe ich das Gefühl ich quäle ihn wenn ich ihn ins Bett bringe. Dieser riesige Unterschied im Verhalten unseres Sohnes bei mir und bei meinem Mann löst riesige Selbstzweifel und Versagens Gefühle bei mir aus. Es wäre okay für mich, eine Phase mit zehrender Einschlafbegleitung auszuhalten und zu begleiten, aber im Gegenzug zu sehen wie es bei meinem Mann immer so absolut anders "rund" läuft ist nicht erträglich.
Ich denke mein Mann ist konsequenter als ich, mein Sohn scheint in mir seine primäre Bezugsperson zu haben, jedenfalls sucht er vorzugsweise Trost und Kontakt zu mir, wenn wir beide anwesend sind. Im Alltag übernimmt mein Mann aktuell die Care Arbeit, ich gehe erwerbsarbeiten.
Ich grüße Dich herzlich und hoffe dass Du ein paar Worte für mich hast.
Juna*

Tópico mentale Gesundheit

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