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Alle mal abschalten!

Hallo,

wenn ich versuche, konzentriert an etwas zu arbeiten (wie gerade an diesem Newsletter), dann “bricke” ich oft vorher mein Smartphone. Ich halte es über einen Magneten, der bei mir am Kühlschrank hängt. Es piept, danach funktionieren soziale Netzwerke und Spiele nicht mehr. Wenn ich doch auf Instagram will, muss ich wieder in die Küche laufen und das Handy nochmal über den Magnet halten. Wenn ich ganz streng mit mir bin, fahre ich ins Büro und nehme den Magneten nicht mit.

Der Brick am Kühlschrank

Früher habe ich versucht, meine Bildschirmzeiten mit Apps zu begrenzen. Apple Bildschirmzeit, Forest, ich hab alles ausprobiert. Funktioniert bei mir nicht, der Sperrbildschirm ist schnell wegge-x-t und ich kann mir ja schlecht einen Code ausdenken, den ich selbst nicht weiß. Der Brick diszipliniert mich ein bisschen.

Wie schwierig es ist, sich in Gegenwart eines Smartphones zu konzentrieren, haben Studien vielfach bewiesen (Abre numa nova janela). Selbst, wenn man den Bildschirm nach unten dreht oder das Handy in die Tasche steckt: Es fließt weiter Hirn ab. Was für ein Chaos Geräte daher an Schulen auslösen, kann ich mir gut vorstellen.

Beziehungsweise: Ich muss es mir gar nicht vorstellen. Ich habe zwei Schulkinder mit Handy hier zu Hause, eines davon war sogar in einer Tabletklasse. In dem Text “Alles in der Cloud, nix im Kopf” (Abre numa nova janela) beschreibe ich, welche Katastrophe das war. Die Schülerinnen und Schüler schoben die Arbeitsblätter vom Tablet aufs Handy, mailten und whatsappten Mitschriften über die industrielle Revolution hin und her, gemerkt hat sich niemand was.

Eine grundsätzliche Frage habe ich dem Text damals nicht gestellt, weswegen ich es jetzt hier mache: Ist es noch sinnvoll, Kinder Zahlen, Daten und Fakten, die man in Sekunden im Netz finden kann, auswendig lernen zu lassen? Wenn ja, warum? Wenn nein: Wie müsste moderner Unterricht dann aussehen? Schreib mir, wenn du eine gute Idee hast. (Abre numa nova janela)

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