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Best-of-seven: Unsere Eishockey-Woche

von Bernd Schwickerath und Christoph Fetzer

In der Kolumne Best-of-seven blicken wir auf die Highlights der Eishockey-Woche.

Thema der Woche: Was bringt die U23-Regel?

Bester Scorer unter den U23-Spielern: Thomas Heigl ist mit sieben Toren und fünf Assists in 16 Spielen gut in die Saison gestartet. Foto: City-Press

Was haben Thomas Heigl, Bennet Roßmy, Veit Oswald und Maximilian Heim gemeinsam? Sie sind die besten U23-Scorer der DEL und stehen trotzdem nicht im Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft für den Deutschland Cup. Und die beiden besten deutschen U25-Scorer Alexander Blank und Elis Hede? Auch die sind in Landshut nicht dabei.

Seit der Einführung der U23-Regel diskutieren wir darüber, ob sie dem deutschen Eishockey etwas „bringt”. Nun ist die Antwort auf die Frage vielschichtig. Wenn Teams wie in den vergangenen Jahren Düsseldorf, Augsburg, Iserlohn oder jetzt wieder die Roosters, Dresden oder Frankfurt gegen den Abstieg kämpfen, ist das sicher nicht das beste Umfeld für junge Spieler, die sich in der Liga entwickeln sollen. Sie stehen zwar auf dem Spielbericht, der entscheidende Faktor Eiszeit kommt aber oft zu kurz.

Und trotzdem gibt es Spieler, die ohne die U23-Regel in den vergangenen Jahren weniger oder vielleicht sogar gar keine Eiszeit in der DEL bekommen hätten. Das sind also Spieler, denen die Regel auf dem Weg in die Liga eindeutig geholfen hat. Sicher, wenn die Idee perfekt funktionieren würde, wären das jetzt Nationalspieler. Und idealerweise fassen sie noch früher in der Liga Fuß. Aber ganz so weit scheint das deutsche Eishockey (noch?) nicht zu sein. Im Gegensatz zu anderen Nationen, in denen es zum Standard gehört, dass Teenager bereits große Rollen bei Erstligisten inne haben.

Schauen wir dafür nur mal nach Schweden: In der aktuellen SHL-Saison kamen bereits 59 U20-Spieler zum Einsatz, gemeinsam kommen sie auf 38 Tore und 88 Scorerpunkte. Zum Vergleich: In der DEL kamen bislang 19 U20-Spieler zum Einsatz, haben zusammen sechs Tore geschossen und acht Punkte gesammelt. Vier U20-Spieler in der SHL haben jeweils alleine mehr produziert als alle U20-Spieler in der DEL zusammen: Eddi Genborg von Timra (5 Tore, 6 Vorlagen), Ivar Stenberg von Frölunda (2/9), Anton Frondell von Djurgardens (8/2) und Lucas Pettersson von Brynäs (6/3). Natürlich sind das Toptalente, teilweise schon hoch gedraftet, auf deutsche Verhältnisse übertragen sind das also Seiders und Stützles, die sich in der Regel recht bald nach Nordamerika verabschieden werden. Aber es geht bei dem Vergleich ja nicht nur um die Spitze, sondern auch um die Tiefe. Und gerade da hat die DEL bei U20-Spielern keine Chance gegenüber Nationen wie Schweden.

Profiteure der U23-Regel

Schauen wir in der DEL also lieber auf U23-Spieler. Die sind zwar nicht mehr alle wirklich jung, aber dafür machen sie sich. Gerade die Spieler, die aktuell in der U23-Scorerliste oben stehen, sind dabei, sich in der Liga zu etablieren und haben gute Chancen, auch dann weiter DEL zu spielen, wenn sie nicht mehr unter die Regelung fallen. Thomas Heigl (7 Tore, 5 Asssits), Bennet Roßmy (4 Tore, 7 Assists), Veit Oswald (5 Tore und 4 Vorlagen) und Maximilian Heim (4 Tore und 3 Vorlagen) bekommen über 13 Minuten (Heim) oder sogar über 15 Minuten (Heigl, Roßmy, Oswald) Eiszeit pro Spiel, Heigl und Roßmy spielen auch Überzahl.

Unter den Verteidigern sind Adrian Klein (17:14 Minuten/Spiel), Philipp Sinn (16.13), Maxim Rausch (15:30) und Jakob Weber (15:25) die U23-Spieler mit der meisten Eiszeit. Sinn und Weber sind auch regelmäßig im Powerplay auf dem Eis. Klein und Sinn sind für den Deutschland Cup nominiert worden.

Spielt Überzahl, Unterzahl - und beim Deutschland Cup auch in der Nationalmannschaft: Philipp Sinn.

Auf den ersten Blick sind das ordentliche Zahlen und gute Perspektiven. Aber es sind eben auch nur eine Handvoll Spieler. Schaut man sich die komplette Liga an, relativiert sich die Rolle der U23-Spieler schnell.

Tópico Best-of-seven

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