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Ideen im Überfluss – und ein Ei

Action im April! Wenn ich zurückschaue, sehe ich einen Monat voller Neuanfänge und Möglichkeiten. Voller Geschichten, die erzählt werden wollen. Voller Projekte, die umgesetzt werden wollen. Am besten alle gleichzeitig, natürlich. Mir schwirrt der Kopf vor Ideen. Das ist einerseits super, denn ich bin total motiviert. Andererseits: Wo fange ich an? Hin und wieder steht mir auch der Perfektionismus im Weg. So wie bei meiner Steady-Seite, die seit April im Aufbau ist (hüstel - ich schreibe diesen Text Ende Mai). Dass es dann ausgerechnet etwas Unperfektes war, mit dem ich quasi über Nacht die Herzen eroberte, soll mir wohl eine Lehre sein …

Nach dem Buch ist vor dem Buch

In meinem Kopf konkurrieren gerade fünf Buchideen miteinander. Die Geschichte meiner Mutter zum Beispiel ist noch nicht fertig erzählt. Ich habe beschlossen, 17 JAHRE DEMENZ ein Gegenstück an die Seite zu stellen, das 17 SCHÖNE ERINNERUNGEN heißen soll. Ich möchte zeigen, wie Mama war, bevor die Krankheit sie veränderte. Bevor Salvador Demenzi, dem wir im ersten Buch begegnen, das vertraute Bild übermalte, das ich für mich und meine Familie zurückholen will. Und das möglichst bald …

Das Bild aus dem Buch "17 JAHRE DEMENZ – So long, liebe Mama" von Christine Piontek zeigt die Autorin mit ihren Eltern. (Abre numa nova janela)
2010 in Rom. Aus: "17 JAHRE DEMENZ – So long, liebe Mama"

CatCheapET soll auch fortgesetzt werden. Ich hatte schon mal was geplottet, aber irgendwie fühle ich nicht so richtig, was ich mir da ausgedacht habe. Die Erzählperspektive klemmt. Zu viel Durcheinander. Eine neue Richtung formt sich langsam, aber Osiris und Lea müssen sich hinten anstellen, auch wegen Mama und der drei übrigen Ideen. Bei allen von ihnen geht es im weitesten Sinne um Portraits, aufgehängt an Themen, die mir am Herzen liegen.

Eine dieser Ideen hibbelte zum Zeitpunkt der Fertigstellung von 17 JAHRE DEMENZ plötzlich auf ihrem Stuhl herum, zeigte auf und schnippte mit den Fingern, um Aufmerksamkeit zu erhaschen – so wie manche Klassenkameraden während meiner Schulzeit. Offenbar war hier der Redebedarf besonders groß. Gut, dachte ich, nehme ich dich dran und spreche mit der Person, die in diesem Projekt eine Rolle spielen soll: Eddi Hüneke.

Startschuss für ein neues Projekt (oder auch zwei …)

Eddi, der sich als Mitglied der A-cappella-Gruppe Wise Guys einen Namen gemacht hat und mittlerweile als Solokünstler unterwegs ist, habe ich bereits in meinem Rückblick auf das 1. Quartal erwähnt und dort angekündigt, dass er noch eine Rolle spielen wird. Denn Eddi und ich haben etwas gemeinsam: Auch seine Mutter, die mittlerweile verstorben ist, hatte eine Demenzerkrankung.

Wie hat Eddi diese Jahre erlebt? Und wie ist er mit der Situation umgegangen? Das interessiert mich ganz besonders. Ich habe Eddi nämlich kennengelernt als einen Menschen, der stets das Positive sieht, anderen Mut macht und ein großes Maß an Gelassenheit ausstrahlt. Er ist Pfarrerssohn, hat selbst Theologie studiert. Wie beeinflusst das seine Sicht auf Leben und Tod? Wie helfen ihm sein Humor und die Musik?

Ich habe das Gefühl, dass im Spannungsfeld zwischen meiner und Eddis Erfahrung, zwischen meinem Erleben und seinem, ganz viel schlummert, das Kraft gibt. Zu meiner großen Freude fand Eddi die Idee ebenfalls prima, dass wir uns diesbezüglich austauschen. Also trafen wir uns, um das weitere Vorgehen zu besprechen und uns an das Thema heranzutasten.

Eddi wollte alles sacken lassen und seine Geschwister über unser Vorhaben informieren. Das fand ich gut und wichtig. Bei so einem persönlichen Thema braucht man den Rückhalt der Familie – das weiß ich aus Erfahrung.

Anfang April kam das Go und ich wusste: Jetzt beginnt eine spannende Reise! Nicht nur wegen des Themas, sondern weil mir klar wurde, dass ich mir für dieses Buch ein neues Format suchen sollte. Eines mit mehr Platz. Eines, für das ich dazulernen darf, den nächsten Schritt gehe und mich aus der Komfortzone heraus wage, die ich mir bei StoryOne eingerichtet habe.

Eddi Hüneke und Christine Piontek beim ersten Treffen zum neuen Buchprojekt über den Umgang mit Demenz. (Abre numa nova janela)
Einer von den Wise Guys - und ich (Klick aufs Bild! 😉)

Übrigens habe ich Eddi bei unserem Meeting gleich noch eine weitere Idee vorgestellt. Sie hängt mit dem Ort zusammen, an dem wir uns getroffen haben. Einem Ort, den ich Eddi schon seit geraumer Zeit zeigen wollte. Es duftet dort herrlich nach Schokolade. Und mehr verrate ich noch nicht. Außer: Ich wusste, es würde “Klick” machen, wenn er erstmal dort ist. Das sind die Momente, in denen ich mich freue, dass ich so hartnäckig sein kann!

Wenn du nicht verpassen möchtest, wie es mit Eddi weitergeht und was wir sonst noch ausgeheckt haben, solltest du meinen

Meikes Ostersause

Als Autorin und vor allem dann, wenn du keinen Verlag im Rücken hast, machst du vieles gleichzeitig. Während du ein Buch schreibst, musst du planen, wie du es vermarktest. Wer könnte helfen, den Titel bekannt zu machen? Wann lässt du wo welche Infos raus? Dann die Veröffentlichung: Welcher Händler wäre wohl bereit, dein Buch auszulegen? Wen könntest du ansprechen für Signierstunden, Lesungen, Rezensionen? Solltest du auf Messen gehen?

Bei diesem ganzen Prozess sind Bloggerinnen und Blogger von unschätzbarem Wert. Eine “meiner” Bloggerinnen ist Meike alias nordseekrabbe2502, die sich mit viel Herzblut für ihre Buchcommunity engagiert. Nachdem Meike 17 JAHRE DEMENZ rezensiert hatte, lud sie mich ein, bei einer Oster-Aktion auf Instagram mitzumachen, die Lesende und Schreibende zusammenbringen sollte. Die Idee nahm Formen an und wurde auf den Namen Ostersause getauft.

Nacheinander und fast den ganzen April über versteckten die teilnehmenden Autorinnen ein von Meike entworfenes Ei in einem Beitrag. Meike gab Tipps, wo das Ei zu finden war und wie sich Zusatzpunkte sammeln ließen. In kürzester Zeit wurde die Eiersuche zum Morgenritual eifriger Eiersammler, die ihre Punktekonten auffüllten, die Meike akribisch führte.

buntes Osterei von Meike für die Ostersause
Das Ei!

Das Feedback war grandios! Meikes Aktion war ein Hit, das merkte ich auch an meinen Zahlen. Innerhalb von drei Wochen gewann ich rund 40 Follower dazu, meine Reichweite und das Interesse an meinen Büchern stiegen. Richtig wild wurde es, als ich selbst an der Reihe war, das Ei zu verstecken ...

Mut zur Lücke

Während der Ostersause hatte ich begonnen, Content für Steady zu erstellen und mich mit der Plattform vertraut zu machen. Ein Haufen Texte, ein Haufen Möglichkeiten, viel Herz und Hirnschmalz. Da wollte ich nichts übers Knie brechen, merkte aber auch, wie der Perfektionist in mir das Ruder übernahm.

Zwischendrin dachte ich immer wieder an Meikes Ei. Wo sollte ich das unterbringen? Ein Wimmelbild? Hmm. Ein weiterer Karussel-Post zu meinen Büchern? Puh. Ich beschloss, ein Reel zu drehen, in dem ich einen Stoffhasen auf Eiersuche schickte. Von Hand animiert. Also mit Hand im Bild.

Die Szenerie war schlecht ausgeleuchtet. Sei’s drum. Ich arrangierte meine Requisiten, drehte ohne Script, hatte die Anschlüsse im Kopf. Würde schon passen, ich hatte ja Fernsehen gelernt. Dann fügte ich die Takes bei Instagram zusammen. Manche Schnitte waren grob. Nicht immer passten sie zur Musik. Ich würde das jetzt aber einfach mal so lassen, beschloss ich, platzierte noch das Ei, legte eine Blende auf den letzten Schnitt, um zu vertuschen, dass das Bild sprang, und plante das Reel für 6 Uhr am nächsten Morgen .

Als ich am 16. April gegen 9 Uhr ins Handy guckte, überschlugen sich bereits die Benachrichtigungen. Da wurde wie verrückt geteilt, geherzt und begeistert kommentiert. Mein KI-freier B-Movie ging ab wie ein Flummi. Und nicht nur das …

Im Piontextchen Mit Plastikmöhrchen zum Star (Abre numa nova janela) kannst du lesen, warum mir dieses Erlebnis Mut macht und was sich daraus fürs Schreiben oder für Beiträge auf Social Media ableiten lässt. Möchtest du den Text in voller Länge lesen, kannst du über den Button

Eine Abstimmung gibt es hier übrigens deshalb nicht, weil die April-News noch zum Text-Grundstock auf meiner Seite gehören, bevor ich sie live schalte.

Bis zum nächsten Mal!

Deine Christine

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