Wie wir uns Erfolge schönreden und aus Fehlern nichts lernen

Der Newsletter und der Podcast sind kostenlos. Wenn Du Lust und die finanzielle Möglichkeit hast, meine Arbeit direkt zu unterstützten, kannst Du Supporter von Das liebe Geld werden.
Als Dankeschön für Deine Unterstützung kannst Du den Podcast werbefrei hören und Du erhältst hier im Newsletter zu jeder neuen Folge das vollständige Transkript. So kannst Du die Inhalte in Deinem eigenen Tempo nachlesen und wichtige Passagen für Dich archivieren.
Vielen Dank, dass Du Teil dieser Reise zu mehr finanzieller Souveränität bist. Ohne Dein Interesse und Dein Feedback wäre der Podcast Das liebe Geld nicht das, was er heute ist.
Heutige Ausgabe: Die Self-Serving Bias
Warum fällt es uns so leicht, uns für unsere Erfolge zu feiern – und gleichzeitig gute Gründe zu finden, warum wir für Misserfolge nichts können?
Die sogenannte Self-Serving Bias beschreibt genau dieses Muster: Wir schreiben positive Ergebnisse unserem Können, unserer Intelligenz oder unseren Entscheidungen zu, während wir bei negativen Ergebnissen äußere Umstände, Pech oder andere Menschen verantwortlich machen. Dieses Verhalten ist zutiefst menschlich – und wirkt oft unbewusst.
Im Alltag zeigt sich das in vielen Situationen: Gute Noten sind Ausdruck der eigenen Fähigkeiten, schlechte Noten hingegen das Ergebnis unfairer Prüfungen. Im Straßenverkehr sind eigene Fehler „Versehen“, während andere sofort als rücksichtslos gelten. Und auch in Beziehungen oder im Sport neigen wir dazu, die Verantwortung selektiv zu verteilen.
Hinter diesem Mechanismus steckt ein klarer Zweck: der Schutz unseres Selbstbildes. Die Self-Serving Bias wirkt wie ein psychologisches Immunsystem. Sie hilft uns, ein positives Bild von uns selbst aufrechtzuerhalten, selbst dann, wenn Ergebnisse eigentlich Anlass zur Selbstkritik geben würden. Fehler einzugestehen ist unangenehm – also suchen wir Erklärungen, die uns entlasten.
Das Problem dabei: Wer die Ursachen für Misserfolge konsequent externalisiert, nimmt sich selbst die Möglichkeit zu lernen. Wenn Verluste immer „Pech“ sind und Erfolge immer „Können“, fehlt die Grundlage für eine ehrliche Reflexion.
Besonders deutlich wird das beim Investieren. Steigende Kurse werden schnell als Bestätigung der eigenen Fähigkeiten interpretiert, obwohl oft auch Zufall oder allgemeine Marktbewegungen eine Rolle spielen. Gleichzeitig werden Fehlentscheidungen im Nachhinein relativiert oder auf unvorhersehbare Ereignisse geschoben. Dadurch entsteht ein verzerrtes Bild der eigenen Kompetenz – mit der Gefahr, Risiken zu unterschätzen und Fehler zu wiederholen.
Ein zentraler Gedanke ist daher, Ergebnis und Entscheidungsqualität voneinander zu trennen. Ein gutes Ergebnis kann auch aus Glück entstehen, während eine durchdachte Entscheidung kurzfristig zu einem schlechten Resultat führen kann. Wer ausschließlich auf Ergebnisse blickt, läuft Gefahr, falsche Schlüsse zu ziehen.
Ein bewussterer Umgang mit der Self-Serving Bias bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und den eigenen Entscheidungsprozess kritisch zu hinterfragen. Hilfreich können dabei Methoden sein wie das Festhalten von Annahmen vor einer Entscheidung, das bewusste Durchdenken möglicher Fehlerquellen oder die ehrliche Analyse von Fehlentscheidungen im Nachhinein.
Die Fähigkeit, zwischen Glück und Können zu unterscheiden und aus Fehlern zu lernen, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für langfristig bessere Entscheidungen – nicht nur an der Börse, sondern in vielen Bereichen des Lebens.
In dieser Folge erfährst du:
Wie die Self-Serving Bias unser Selbstbild schützt und gleichzeitig verzerrt
Weshalb sie eng mit kognitiver Dissonanz zusammenhängt
Warum sie beim Investieren besonders gefährlich ist
Wie du zwischen Glück und Können unterscheiden kannst
Warum Ergebnisse oft ein schlechter Maßstab für gute Entscheidungen sind
Und wie du mit konkreten Methoden bessere Entscheidungen triffst und langfristig dazulernst
Mit Deiner Mitgliedschaft unterstützt Du meine Arbeit, kannst den Podcast werbefrei hören und erhältst Zugriff auf das komplette Transkript.
Ansonsten findest Du den Podcast auf den gängigen Plattformen, zum Beispiel:
Amazon Music (Abre numa nova janela)Hier geht es zu Das liebe Geld auf Instagram (Abre numa nova janela)
Leseempfehlung zur Folge: