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Dazwischen mit Jörg Sundermeier (Verbrecher Verlag)

Was der Verbrecherverlag mit Trier zu tun hat und warum es besonders in Neukölln so wichtig ist, "Chiwauwau"-Kacke mit einer Umwelttüte zu entsorgen, wie das mit Donald und seinem Kumpel Elon wird, warum es oft der Fame ist, der den Charakter versaut, aber auch, dass gutaussehende Hobbyphilosophen manchmal lügen, aber ja unfehlbar sind, und warum wir ausdrücklich nur der Statistik trauen, die wir selbst gefälscht haben – darum wird es sich drehen. Wir stellen die Frage: "Warum glauben wir nur noch, was wir sehen?" Und wie schön ist es denn, dass es inzwischen so viele Radwege in Neukölln g...

Er kam regelmäßig in unser Neuköllner Gastrodomizil, das Valentinstüberl. Orderte kurz und präzise: Weizenbier ohne Zitrone oder Rotwein. Lange haben wir nie miteinander gesprochen. "Stranger Typ", habe ich gedacht, bis er eines Abends, statt wie üblich am Tisch Platz zu nehmen, seinen robust-charmanten Körper am Tresen platzierte. Wieder bestellte er knapp und konkret: "Weizen ohne Zitrone, bitte." Dann Schweigen. Ich polierte derweil Gläser und verblieb leicht irritiert auf meinem Tresenarbeitsplatz.

"Kennst du noch die Serie, wo …", spricht er plötzlich in meine Richtung. Ich robbte näher, und es wurde ein extrem unterhaltsamer Abend in der Stube, denn Jörg Sundermeier ist tatsächlich ein Connaisseur des TV-Programms der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre.

Und dann habe ich am späteren Abend noch erfahren (weil ich ab einem gewissen Grad an Tresenintimität in der Regel wissen will – Simi will –, was die Menschen so tun, um sich ihr Leben zu finanzieren), dass er mit einem Kumpel (Werner Labisch) zusammen im Suff anno 1995 einen Verlag gegründet hat. Einen Verlag, der inzwischen tatsächlich erfolgreich ist und nie so wertvoll war wie heute. Wirklich wertvoller als ein kleines Steak. Zudem, so finde ich, hat der Verlag eines der schönsten Labels, die ich kenne.

Heute sind es seine bezaubernde Frau Kristine Listau und die Neuköllner Fußhupe (Chihuahua-Hexe Tilla), die den Verbrecherverlag zusammen mit Jörg immer weiter bekannt machen. Auch Literaturstars wie Anke Stelling (Bodentiefe Fenster) und Manja Präkels (Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß) stammen aus der Verbrecherei.

Jörg ist nicht nur Verleger, er selbst schreibt unter anderem für die taz, die Jungle World und auch die Berliner Zeitung.

Ich bin nachhaltig dankbar, weil er mir so interessante Leute vorgestellt hat wie Robert Stadlober und Wolfgang Müller, ganz zu schweigen von den Literaturgranaten.

Schlau, schnell, politisch klar und didaktisch talentiert - voila: Mr Jörg Sundermeier. Es wird hoch interessant und sehr unterhaltsam, versprochen ….

https://www.verbrecherverlag.de (Abre numa nova janela) https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6rg_Sundermeier (Abre numa nova janela)

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