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Stromberg - Wieder alles wie immer (2025)

Vor zwanzig Jahren lernte Deutschland Bernd Stromberg und sein Team von der Schadensregulierung der Capitol-Versicherung kennen. Die Sprüche des unangenehmsten Chefs aller Zeiten und seiner Kleinbürgertruppe waren damals schon alles andere als politisch korrekt. Die Sendung wurde ein großer Erfolg, auch weil sich viele Menschen an ihren eigenen Arbeitsalltag erinnert fühlten. Seither haben sich die Arbeitswelt und die Gesellschaft enorm verändert. Ob Bernd Stromberg das auch tat oder der alte geblieben ist, will nun eine Live-Show im Fernsehen ergründen. Der Fernsehmoderator Matthias Opdenhövel lädt daher Stromberg und einige seiner damaligen Untergebenen für ein großes Wiedersehen in sein Studio. Dass diese Produktion nicht ohne Chaos vonstattengeht, liegt in der Natur der Sache.

Stromberg - Wieder alles wie immer ist eine deutsche Mockumentary von Arne Feldhusen aus dem Jahr 2025. Das Drehbuch stammt von Ralf Husmann, der auch die Serie Stromberg (2004) ersann. Die Komödie ist der Nachfolger von Stromberg - Der Film (2014). Es spielen Christoph Maria Herbst Bernd Stromberg, Bjarne Mädel Berthold Heisterkamp, Oliver Wnuk Ulf Steinke, Diana Staehly Tanja Steinke und Milena Dreißig Jennifer Schirrmann. Dass diese Besetzung hervorragend miteinander harmoniert, beweist sie nicht zum ersten Mal. Schauspielerisch ist das ziemlich gut und im Komödienbereich selten für deutsche Filme.

Wer die Serie und den ersten Stromberg-Film kennt, hat sich sicherlich schon oft gefragt, was passieren würde, wenn man den miesesten Chef Deutschlands und seine Bürospießer auf die woke Befindlichkeitsgesellschaft heutiger Zeiten loslassen würde. Genau das tut nun Stromberg - Wieder alles wie immer. Wir erleben den Generationenclash dabei nicht nur in den Büroräumlichkeiten eines modernen Unternehmens; auch privat fliegen die Fetzen, denn Jennifer hat sich einen dieser geklonten Influencer angelacht, denen die Haare aus der Stirn wachsen. Die Zoomer-Generation bildet den perfekten Kontrast zu den bekannten Gesichtern der Stromberg-Riege. Der einzige aus der alten Truppe, der sich sichtbar entwickelt hat, ist Berthold, der ein Buch geschrieben hat und nun als Anti-Mobbing-Coach arbeitet. Der alte Ernie hat Würde gefunden, während die Steinkes unverändert in ihrer Ehehölle leiden. Auch hier zeigt sich wieder, dass Ulf mindestens genauso unangenehm ist wie sein alter Chef. Stromberg selbst hat sich natürlich kein bisschen verändert und so muss die Konfrontation mit dem neuen Zeitgeist natürlich eskalieren. Vor dem Fernsehstudio stehen sich schließlich zwei unvereinbare Gruppen gegenüber: Fans, die Stromberg feiern, und radikale Feministinnen, die ihn canceln wollen. Wir erleben die Spaltung der Gesellschaft hier im Kleinen.

Im letzten Drittel des Films wird es dann richtig gut. Das Stromberg-Franchise hielt der Gesellschaft schon immer den Spiegel vor, auch wenn das viele nicht verstanden. In Stromberg - Wieder alles wie immer sehen wir auch wieder die gewohnten tristen Schauplätze, die Deutschland bestens charakterisieren, die heteronormative Verfugung der Gesellschaft und die allgegenwärtige toxische Männlichkeit. Doch damit diesmal nicht genug: Der Film zeigt die bürgerliche Gesellschaft im Spannungsfeld zwischen Wokeismus und Konservatismus, und wie schnell sich der moralische und politische Wind angesichts der Krise drehen kann. Die meisten Leute wollen heute gar nicht mehr sensibel sein, sie wollen vor allem, dass alles so bleibt, wie es ist. Im Film stellt sich dann auch heraus, dass sich laut einer Umfrage die meisten Deutschen einen Chef wie Stromberg wünschen.

Stromberg - Wieder alles wie immer ist kein Nostalgie-Feuerwerk für die Fans und kein Aufreger für die Moralisten, sondern wieder eine scharfe Kritik an deutschen Verhältnissen. Dieser Film zeigt uns, wie schnell der Zeitgeist sich verändern kann und ist bittere Abrechnung mit der gegenwärtigen Gesellschaft, die ja das Unfassbare getan hat: Sie hat Stromberg zum Bundeskanzler gewählt.

https://www.imdb.com/de/title/tt34991535/ (Abre numa nova janela)
Tópico Film