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Das Verlangen der Maria D. (2018)

Im Griechenlandurlaub ist die schüchterne und einsame Maria D. fasziniert von der morbiden Religion und Kultur der auf einer Kykladeninsel lebenden Menschen. Auf ihren Wanderungen über die Insel besichtigt sie Ruinen, Kirchen und die wild-romantische Natur voller toter Tiere. Schließlich gelangt sie in eine Gruft, wo sie auf das Grab eines Mannes stößt, das von einem Erinnerungsfoto geschmückt ist. Sie ist von dem Foto so fasziniert, dass sie einen schmierigen Typen beauftragt, ihr das Skelett des Verstorbenen zu besorgen. Sie nimmt es in einer Metallkiste mit in ihre Ferienwohnung und beginnt eine Liebesbeziehung mit dem Toten, zu dem sie in Liebesbriefen spricht.

Das Verlangen der Maria D. aus dem Jahr 2018 ist ein Folkhorror-Drama von Marian Dora, einem Schüler von Ulli Lommel, der bekannt ist für umstrittene Werke wie Cannibal - Aus dem Tagebuch des Kannibalen (2006), den ich einfach nur grauenvoll fand, und dem kontroversen Melancholie der Engel (2009). Die Rolle der Maria D. übernimmt Shivabel Coeurnoir. Die Gruft-Szenen wurden in der berühmten Kapuzinergruft von Palermo auf Sizilien gedreht.

Tod, Sex, Körperlichkeit und Religion, das sind die Themen, die Marian Dora in Das Verlangen der Maria D. umtreiben. Damit steht der Film in der Tradition von Jörg Buttgereits Nekromantik (1988). In dem sehr stillen und symbolhaften Werk betrachtet sich die junge Maria D. allerdings nicht als Nekrophile, sondern schlicht als eine Frau, die sich in jemanden verliebt hat, der zufällig tot ist. Der Low-Budget-Film gibt sein Bestes und schafft, auch wenn er streckenweise etwas unbeholfen wirkt, einen poetisch-abgründigen Bilderrausch. Und doch schwingt leider an manchen Stellen dieses künstliche Provokationsding mit, was mir auch bei Cannibal - Aus dem Tagebuch des Kannibalen so negativ auffiel. Man muss einen Film nicht unbedingt mit Ekeleinstellungen füllen, die mit dem Thema nichts zu tun haben: windende Bandwürmer und furzende Arschlöcher sind aus dem Zusammenhang gerissen und werten das Gesamtwerk keineswegs auf. Außerdem hätte es ebenso die Gewalt- und Vergewaltigungsszenen am Ende nicht gebraucht. Sie zerstörten sogar die poetisch-liebevolle Vision.

Dieser morbid-pornografische Kunstfilm hat mich auf eine Art wirklich fasziniert, die Idee der Liebe zu einem Skelett ist großartig, die Darstellungen des "Knochensex" wahrhaft transgressiv. Dazu passt die Christengruselstimmung und die Aufnahmen in der Kapuzinergruft perfekt. Dennoch war mir der Film etwas zu gedehnt, manchmal ästhetisch nicht ganz stimmig und enthielt einige unnötige Provokationen.

https://www.imdb.com/de/title/tt11897964/ (Abre numa nova janela)
Tópico Film