(Abre numa nova janela)Liebe Leserinnen und Leser,
journalistische Unabhängigkeit klingt in Deutschland oft wie eine Selbstverständlichkeit. Freie Medien, freie Kultur, freie Debatte – natürlich. Aber wie selbstverständlich ist das wirklich?
Sebastian Esser, Geschäftsführer von Steady, hat in seiner aktuellen „Blaupause (Abre numa nova janela)“ eindringlich beschrieben, wie schnell Medienfreiheit unter Druck geraten kann: durch politische Einflussnahme, durch wirtschaftliche Abhängigkeiten, durch Eigentümer mit Agenda – und durch das langsame Austrocknen unabhängiger Redaktionen.
Steady ist eine Plattform, über die Leserinnen und Leser unabhängige Medien, Newsletter, Podcasts und publizistische Projekte regelmäßig unterstützen können. Für uns ist Steady deshalb nicht einfach ein Bezahlsystem. Es ist eine Möglichkeit, den folker direkter mit den Menschen zu verbinden, für die wir dieses Magazin machen.
Sebastian Essers zentrale Beobachtung trifft auch uns als Kulturmedium:
„Das Publikum selbst bildet so – im Fall der Fälle – die letzte Bastion der Pressefreiheit.“
Genau deshalb sind wir bei Steady. Und genau deshalb sprechen wir immer wieder über Mitgliedschaften, Unterstützung und direkte Leserbindung. Nicht, weil wir glauben, dass Journalismus ein Gefallen ist, den man gelegentlich bezahlen kann. Sondern weil unabhängiger Journalismus eine verlässliche Grundlage braucht – besonders dort, wo es nicht um schnelle Klicks, große Reichweiten oder laute Empörung geht.
Der folker berichtet über Musik, Szenen, Menschen, Traditionen, neue Stimmen und alte Verbindungen. Über Kultur, die oft nicht im Zentrum der großen medialen Aufmerksamkeit steht. Gerade deshalb braucht sie unabhängige Begleitung.
Für uns bedeutet Steady: Menschen, denen der folker wichtig ist, können dazu beitragen, dass es ihn weiterhin gibt – nicht nur als Heft, sondern als publizistischen Ort für Folk, Weltmusik, Songkultur und die vielen Szenen dazwischen. Jede Mitgliedschaft stärkt unsere Unabhängigkeit, unsere Planungssicherheit und unsere Möglichkeit, Themen aufzugreifen, die anderswo zu wenig Platz bekommen.
Sebastian Esser beschreibt, wie in anderen Ländern öffentliche Medien politisiert, Zeitungen aufgekauft, Redaktionen ausgedünnt oder in Abhängigkeiten gedrängt wurden. Das klingt weit weg – ist es aber nicht. Auch in Deutschland verändern sich Medienlandschaften rasant. Lokalzeitungen werden zusammengelegt, Redaktionen verkleinert, Inhalte zentralisiert, KI ersetzt zunehmend journalistische Arbeit. Und überall stellt sich dieselbe Frage: Wer sorgt dafür, dass unabhängige Stimmen bleiben?
Unsere Antwort ist: die Leserinnen und Leser selbst.
Wer den folker liest und unterstützt, unterstützt nicht nur ein Magazin. Er oder sie unterstützt einen Ort, an dem Musik und Kultur ernst genommen werden. Einen Ort, an dem nicht Algorithmen entscheiden, was relevant ist. Einen Ort, an dem Vielfalt sichtbar bleibt.
Darum stehen wir hinter Sebastian Essers Aussage. Und darum freuen wir uns über alle, die den folker über Steady (Abre numa nova janela) unterstützen – als Mitglied, als Leserin, als Leser, als Teil einer Community, die unabhängigen Kulturjournalismus möglich macht.
Vielen Dank, dass ihr dabei seid.
Eure folker-Verlegerin Andrea