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Wechseljahre - Wo geht’s ‘n hier zur Party?

Ich werde in sechs Wochen 52 Jahre alt und stecke in den Wechseljahren. Dem aktuellen Zeitgeist zufolge habe ich gerade die geilste Party meines Lebens. Lol, nein.

Meike Stoverock

Die Altersgrenze für Schauspielerinnen, sexuell aktive Frauen mitten im Leben spielen zu können, liegt irgendwo bei Ende dreißig, Anfang vierzig. Danach werden ihnen nur noch Rollen als Mütter oder gar Großmütter, in jedem Fall aber Nebenrollen angeboten. Schaut man in die Bebilderung von Werbung und Medien, scheinen Frauen im Grunde nur drei Rollen zu haben: junger, fuckable Single, fürsorgliche Mutter oder freundliche Omi. Übergänge, Mischformen und Sowohl-als-auch sucht man vergeblich.

Mittlerweile bekommt der Zustand zwischen Mutti und Omi, fixieren wir ihn altersmäßig mal zwischen 45 und 60, medial weit mehr Raum. Die (Peri-)Menopause ist in aller Munde. Vor allem Frauen aus Kulturberufen - Schauspielerinnen, Autorinnen, Moderatorinnen - finden heute den Mut, offen darüber zu sprechen, wie sie rein aufgrund ihres Alters langsam aufs Abstellgleis verfrachtet wurden. Wie Frauen einfach weil sie älter werden aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden. In Deutschland gibt es seit ein paar Jahren das Onlinemagazin Palais Fluxx (Abre numa nova janela) “für Frauen ab 47”, das Frauen, die das patriarchale Verfallsdatum überschritten haben, eine Stimme gibt.

★ Wer schreibt ★

Diesen Prozess begrüße ich sehr, weil ich alles begrüße, was mit Mythen und irrigen Annahmen aufräumt. Wenn eine einst geschätzte Schauspielerin plötzlich nicht mehr in Filmen und Serien auftritt, hat das eben nur selten etwas mit persönlichen Gründen oder überhaupt einer aktiven Entscheidung zu tun, sondern öfter damit, dass “der Markt regelt”. Und der Markt will Frauen jung und hübsch, damit sie als Projektionsfläche taugen. Offen über diese demütigenden Mechanismen zu sprechen, ist ein überfälliger Befreiungsakt, der im besten Fall dazu führt, dass Menschen begreifen, wie Frauen unabhängig von ihrer Leistung, ihrer Kompetenz irrelevant werden, einfach weil sie altern.

Aber.

Wechseljahre eine Party?

Glaubt man den vielen Formaten zur (Peri-)Menopause, haben Frauen in den Wechseljahren die Zeit ihres Lebens. Eine Zeit des Erwachens, der Selbsterkenntnis und -ermächtigung, eines völlig neuen Selbstbewusstseins. Man gibt keine “Fucks” mehr, man akzeptiert keinen Bullshit mehr, gleichzeitig begegnet man sich selbst mit so einer radikalen, liebevollen Selbstakzeptanz, dass es eine einzige Happiness ist. Wo man diese Happiness noch nicht erreicht hat, helfen Selbstironie und Humor, weil Wechseljahre so lustig sind. Und wenn das alles nicht hilft, springt der Kapitalismus uns zur Seite, um mit unseren Erfahrungen Kohle zu scheffeln (Abre numa nova janela).

Ich schaue auf diese Wortmeldungen und denke “Wollt Ihr mich eigentlich alle verarschen?”

Ja, man durchschaut im Alter weit mehr Bullshit und kann sich genervt oder gelangweilt abwenden, wo man früher noch den DiAlOg gesucht hat. Man erspart sich viel Zeit und Nervquatsch dadurch. Das ist gut. Dummerweise macht der Körper bei dieser wünschens- und bewundernswerten geistig-emotionalen Entwicklung nicht mit. Er verändert sich zwar in rasantem Tempo, produziert dabei aber in meinem Fall fast nur Mist.

★ BLOG ★

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My body is a wonderland

Vor fast einem Jahr schrieb ich schon einmal über meinen Alterungsprozess (Abre numa nova janela). Gott, was hat sich seitdem geändert! Seit ungefähr sechs Monaten fühle ich mich völlig fremd in meinem Körper.

Tópico Feminismus & Patriarchat

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