Die Krise der Relevanz und die Suche nach Resonanz in der modernen Freimaurerei

Der von Br. Hans-Hermann Höhmann vorgelegte Vortrag "Die Pflichtbaustellen von Brüdern, Logen und Großlogen (Abre numa nova janela)" ist mehr als eine interne Zustandsbeschreibung. Er ist ein präzises Protokoll einer Organisation, die mit den fundamentalen Herausforderungen der Spätmoderne ringt. Die hier vorliegende Analyse nimmt die zentrale Diagnose zum Ausgangspunkt, dass sich die freimaurerische Erfahrung in zwei unterschiedliche Formen aufspaltet. Auf der einen Seite steht die "Erste Freimaurerei", die als sinnstiftende, wertorientierte "Königliche Kunst" betrachtet wird. Auf der anderen Seite steht die "Zweite Freimaurerei", die als dysfunktional, gelebte "Königliche Kunst" bezeichnet wird. Letztere ist durch Selbstreferenz, Narzissmus und administratives Erstarren gekennzeichnet.
In diesem Bericht lege ich dar, dass diese Spaltung nicht als rein internes, moralisches Versagen zu verstehen ist, sondern als direkte Entsprechung tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen. Um die von Höhmann identifizierten "Baustellen" nicht nur zu beschreiben, sondern ihre Ursachen zu ergründen und realistische Lösungswege aufzuzeigen, werde ich zwei zentrale soziologische Analyseinstrumente heranziehen: