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Tonya packt aus: Heldendumm-Newsletter #23

Servus, ihr Helden der absurden Geschichte!

Hier ist eure Tonya mit einer prall gefüllten neuen Ausgabe, mit Podcamp-Abenteuertn, Cyber-Yachten und Gründen, warum der vielfach totgesagte Print immer weiter leben wird. Viel Spaß beim Lesen, Hören und Bilder gucken!

Steady-Freuden

Vielen Dank an:

Johannes, Jasmin, Korbinian, Patrick, Britta, Enrico, Milena, Lara, Simon, Jos, Dario, Nathalie, Katja, Isabella, Tina, Jeanine, Mike, Tim, Anne, Roland, HG, Amira, Kay, Andrea, Eva, Franz, Hartmut, Stephan, Andreas, Michaela, Hendrik, Cookie, Jochen, Sarah, Falk, Prokrastinator, Susanne, Katrin, Bjoern, Yvonne, Noah, Stephan, Samantha, Kai, Amelie, Marthe, Barbara, Sven, Olivier, Felix, Janine, Timo, Tobias, Hanne, Julius, Michael, Edith, Joshua, Lukas und Lisa.

Danke euch allen – ohne euch wäre das hier nur halb so dumm und gar nicht so heldenhaft.

Ein wenig Hausmeisterei

Podcamp 2026

Walkie-Talkie

Vielleicht erinnert ihr euch noch, dass die Jungs letztes Jahr in Düsseldorf auf dem Podcamp waren. Dort haben sie zusammen mit der Katrin von »Irmimi (Abre numa nova janela)« einen kleinen Talk zu Storytelling in Verbindung mit Humor gehalten.

Dieses Jahr hat Daniel die Stellung allein gehalten und durfte am zweiten Barcamp-Tag über Guerilla-Methoden für Podcastwerbung sprechen.

Im Detail ging es um die üblichen Verdächtigen: Shirts, Flaschenöffner, aber auch über unser »Heldendumm-Tinder (Abre numa nova janela)« und das Heldendumm-Treffen auf dem Mars. Eigentlich nichts Außergewöhnliches. Da Daniel gern auch technisch unterwegs ist, hatte er die Idee reingeworfen, dass man ja auch WLAN-Netze mit Verweisen auf den eigenen Podcast erstellen könnte, was auf ungewöhnlich hohe Resonanz gestoßen hat. Ungewollt. Daher: Falls ihr in näherer Zukunft euer Heim-WLAN nicht mehr findet, weil ihr von Podcasts zugespammt werdet: Ich soll Daniels aufrichtiges Beileid ausrichten.

Kontakte! Jede Menge Kontakte!

Neben bekannten Gesichtern wie dem Kai von »Leise war gestern (Abre numa nova janela)«-Podcast (der uns die wunderbar lange Episode »Bruce Allmächtig (Abre numa nova janela)« mitbrachte), konnte Daniel auch ein paar neue Leute kennenlernen, mit denen wir zukünftig verschiedenartige Kooperationen angehen werden.

Micha vom »UmLEIDung (Abre numa nova janela)« Podcast ist Psychotherapeut und hat einen Wissensschatz über die wildesten Charaktere, die irgendwie mit seinem Berufsfeld verzweigt sind und hätte potenziell auch Stories für uns. Wir schauen mal, wann und wo wir zusammenkommen werden.

(Abre numa nova janela)

Dann ist da noch ein Podcast, mit dem zumindest die Gelsenkirchner (sagt man das so?) was anfangen können: »Das GEhört sich so. Der Gelsenkirchen-Podcast (Abre numa nova janela)« von Anne und Katharina.

“Was zum Teufel, Tonya?” denkt ihr euch bestimmt. Ja, ich weiß, ich weiß. Gelsenkirchen hat ja rein gar nichts mit Heldendumm zu tun und im ersten Augenblick sieht das auch so aus, aber glaubt mir, auch in dieser Stadt sind skurrile Dinge passiert und es gibt nichts Besseres, als direkten Kontakt zu sympathischen Menschen zu haben, die uns helfen könnten, tiefer in der Geschichte zu graben.

(Abre numa nova janela)

Und wo wir bei der Kombination aus “sympathisch, hat aber absolut nichts mit Heldendumm zu tun” sind, da ist »Nochmal Aufdrehen (Abre numa nova janela)« von Andi und Chris nicht weit. Ein Podcast von zwei Jungs, für die 2010er-Jahre schon Nostalgie mit sich bringen. Ein absoluter Kontrast zu Daniel und Philipp und deren 80er Action-Kino-Referenzen und eben auch Heldendumm. Aber dennoch ein Match made in heaven. Ihr werdet sehen; die Zukunft wird das schon zeigen.

(Abre numa nova janela)

Ansonsten war das Podcamp wie immer eine interessante Veranstaltung. Falls ihr solche Veranstaltungen besucht und Ideen habt, wo das Team als nächstes hinfahren könnte, kommt auf uns zu!

Wilde Zeiten

In Texas hat die Polizei einen Mann festgenommen, der die Werbeversprechen von Elon Musk wohl ein bisschen zu wörtlich genommen hat. Der stolze Besitzer eines Tesla Cybertrucks steuerte sein über 70.000 Dollar teures Gefährt absichtlich in den Grapevine Lake im Norden des Bundesstaates. Sein Ziel: Er wollte den sogenannten „Wade Mode“ (Watmodus) testen, der laut Tesla-Handbuch das Durchfahren von Gewässern bis zu einer Tiefe von knapp 81,5 Zentimetern ermöglichen soll. Das Experiment ging gründlich schief: Der tonnenschwere Stahlkoloss soff ab, zog Wasser und blieb manövrierunfähig im See stecken. Der Fahrer und seine Passagiere flüchteten und ließen den Wagen einfach im Wasser zurück. Die Feuerwehr musste schließlich mit einem Wasserrettungsteam anrücken, um das teure Elektro-U-Boot aus dem Uferbereich zu fischen. Neben dem Spott der Behörden blüht dem Fahrer nun juristischer Ärger wegen des Befahrens einer gesperrten Zone und diverser Sicherheitsverstöße. Besonders bitter: Tesla schließt Wasserschäden durch solche Ausflüge explizit von der Garantie aus.

Leute, ich sag’s euch ja immer wieder: Nur weil dein Auto aussieht wie ein schlecht gerendertes Polygon aus einem 90er-Jahre-Videospiel, heißt das noch lange nicht, dass es die physikalischen Gesetze der Realität ignoriert. Der Kollege dachte sich wohl, er kauft für schlappe 70.000 Dollar kein Auto, sondern eine Luxus-Yacht auf vier Rädern. Wenn du mit dem Ding absichtlich in einen See kachelst, hättest du dich vielleicht vorher informieren sollen, ob im Handschuhfach neben der Betriebsanleitung auch ein internationaler Bootsführerschein Binnen liegt. Den hätte er bei den ganzen Wasser-Sicherheitsverstößen, die ihm die Polizei jetzt vorwirft, vermutlich dringend gebrauchen können!

Sich dann aber einfach aus dem staub- und wasserpräsenten Innenraum zu verdrücken und den Luxuspanzer als künstliches Riff für die texanischen Barsche im See verrotten zu lassen, ist die absolute Krönung der Heldendummheit. Elon Musk verspricht ja gerne viel, wenn der Tag lang ist, aber am Ende des Tages bleibt ein Auto eben ein Auto und kein U-Boot. Vor allem, wenn der Hersteller im Kleingedruckten schreibt: „Joa, kannst du schon machen, aber wenn er absäuft, zahlst du den Haufen Schrott gefälligst selbst.“ Wer das nächste Mal das dringende Bedürfnis verspürt, auf dem Wasser zu wandeln, sollte sich vielleicht einfach ein klassisches Tretboot leihen – das hat zwar keine 600 PS, säuft aber seltener ab und die Garantie erlischt auch nicht beim ersten Wellengang.

Quelle: Tesla Cybertruck driver arrested after driving into lake to use 'wade mode', police say (Abre numa nova janela)

Reingehört?

Nichts geht über ein gepflegtes Handgemenge. Wir bei Heldendumm hatten schon so einige Auseinandersetzungen, aber diesmal war das Ausmaß einfach besonders besonders.

Hört jetzt rein in »Super Smash Bros. Brawl« (Abre numa nova janela)!

(Abre numa nova janela)

Fürs Auge

Im letzten Newsletter habe ich euch einige Bilder zum Snow Cruiser bereitgestellt und würde das gern nochmal machen. Wir haben aber mal wieder das Problem, dass die Fotos nicht frei verfügbar sind und wir dafür immense Lizenzgebühren zahlen müssten. Daher verlinken wir sie an dieser Stelle »hier (Abre numa nova janela)«. Der Link führt zu Getty Images. Und da gibt’s die Aufnahmen.

(Abre numa nova janela)

Und wo wir bei Getty sind … ich habe diesen Namen schonmal irgendwo gelesen. Möglicherweise im Themenpool der Jungs. Aber egal, anderes Thema.

Ich habe euch bei den Quellen zur Episode blöderweise vergessen das Video, zu dem Daniel reagieren musste, zu verlinken. Das würde ich an dieser Stelle nachholen:

WFAA Film of A Great Baseball Fight - Rangers vs Indians 1974 (Abre numa nova janela)

https://www.youtube.com/watch?v=AJPpTXzPxFs (Abre numa nova janela)

Gönnt euch das mal!

Heldendumm Quickie: Schlüssel zum Sieg

Stellt euch vor, es ist das Jahr 1989 im staubigen Nirgendwo von Australien. Auf einer abgelegenen Rinderstation am Carpentaria Highway knallt es. Der 25-jährige Daniel Luther Heiss erschießt den jungen Peter Dean Robinson – schlicht und ergreifend, weil er dessen Gewehre haben will. Ein verdammt finsterer Start für eine Geschichte, die später so viel skurrile Wendungen nehmen sollte, dass man eigentlich ein Drehbuch daraus machen müsste. Heiss wird logischerweise wegen Mordes verurteilt und wandert lebenslänglich hinter schwedische beziehungsweise australische Gardinen. Seine neue Heimat: Das berüchtigte, völlig überbelegte Berrimah-Gefängnis in Darwin.

Aber ein Daniel Luther Heiss ist kein Typ, der brav seine Zelle fegt und auf die vorzeitige Entlassung wartet. Schon im Mai 1991, kein Jahr nach seiner Verurteilung, schauspielert er sich eine schwere Krankheit zusammen, um ins Royal Darwin Hospital verlegt zu werden. Eine absolut glorreiche Idee der dortigen Aufseher, ihn in ein normales Krankenhaus zu stecken. Nachts um 3:20 Uhr schlägt Heiss das Fenster von Station 4B im vierten Stock ein, knotet Bettlaken, Decken und Verlängerungskabel zusammen und seilt sich in die Freiheit ab. Die zwei zuständigen Wärter wurden danach natürlich erst mal bei vollem Gehalt suspendiert, weil sie vermutlich gepennt haben wie die Murmeltiere.

Lange hielt die Freiheit aber nicht. Am Abend desselben Tages spürt die Polizei ihn im Holmes Jungle Nature Park auf. Und hier kommt mein absoluter Lieblingsmoment: Heiss versuchte verzweifelt, den Behörden zu entkommen, und steckte am Ende bis zum Hals in einem Schlammloch fest, wo er fast jämmerlich ertrunken wäre. Ganz ehrlich, an dieser Stelle dachte er wahrscheinlich, er wäre Arnold Schwarzenegger in Predator, tarnt sich perfekt vor den Infrarot-Augen der Polizei und muss am Ende feststellen: Blöde Idee, der Schlamm schützt vielleicht vor außerirdischen Jägern, aber die australischen Cops ziehen dich trotzdem wie eine traurige Sumpfkuh am Kragen heraus.

Zurück im Berrimah-Knast wird die Sache erst richtig kreativ. Heiss fängt an, die Wärter in scheinbar harmlosen Smalltalk zu verwickeln. Während er nett plaudert, wandert sein Blick immer wieder zu den Gürteln der Aufseher. Dort baumelt nämlich der Hauptschlüssel des Gefängnisses – ein ziemlich markantes, E-förmiges Teil, das jede einzelne Zelle im Trakt öffnen kann. Heiss prägt sich jede einzelne Kerbe, jeden verdammten Zahn dieses Schlüssels mental ein. Er feilt sich aus einem alten Stück Metall eine grobe Rohform, schmiert das Ganze mit Blu-Tack-Knetmasse ein und steckt es vorsichtig in sein Zellenschloss, um einen exakten Abdruck der Mechanik zu bekommen.

Das Ganze dauert über drei Monate. Jetzt fragt ihr euch zurecht: Wie feilt ein Insasse bitteschön einen perfekten Generalschlüssel? Nun, hier kommt die unendliche Weisheit der australischen Justiz ins Spiel. Heiss teilt sich den Trakt mit einem anderen verurteilten Mörder namens Shane Baker. Und Baker ist von Beruf Juwelier und hat – warum auch immer das eine gute Idee war – echtes Werkzeug zur Schmuckherstellung in seiner Zelle. Das ist so, als würde man einem Pyromanen ein Set Streichhölzer zum Basteln geben. Baker feilt also fleißig nach Heiss’ Anweisungen. Heiss steckt den Prototypen ins Schloss, gibt ihn Baker zurück und flüstert: “Ich glaube, da muss hier und da noch ein Millimeter weg.” Einmal schwärzt ihn sogar ein Knast-Informer bei den Wärtern an, weil er am Schloss herumfummelt, aber die Wachen nehmen den Hinweis ignorant nicht ernst.

Convicted murderer Daniel Heiss

Der absolute Geniestreich der Gefängnisleitung war jedoch die visuelle Hilfestellung. Jeder Gefangene bekommt bei seiner Ankunft ein Handbuch mit den Knastregeln ausgehändigt. Und was prangt fett auf dem Cover dieses Heftchens? Ein Bild von zwei gekreuzten Schlüsseln. Ein ehemaliger Wärter packte später aus und gab zu: Dieses Bild war eine absolut exakte, detailgetreue Kopie des E-förmigen Hauptschlüssels. Die Jungs mussten also nicht mal mehr raten, das Gefängnis hat ihnen die Blaupause für den Ausbruch direkt als Begrüßungsgeschenk auf den Nachttisch gelegt!

Im Jahr 1995 ist der Schlüssel fertig. Heiss schließt sich selbst auf, spaziert zu Bakers Zelle, lässt seinen Kumpel raus, und die beiden klettern mitten in der Nacht über drei meterhohe Nato-Draht-Zäune. Baker schneidet sich am letzten Zaun übel auf und wird nach wenigen Tagen wieder eingesackt. Heiss aber zettelt die größte Suchaktion an, die das Northern Territory je gesehen hat. Zwölf Tage lang lebt er in den Büschen außerhalb von Darwin. Die ländliche Bevölkerung gerät in Panik, Frauen fliehen scharenweise in die Stadt, weil ein Mörder durch die Vorgärten streift. Am Ende wird er gefasst, als er seelenruhig aus einem leerstehenden Haus spaziert. Die Schlösser im Knast wurden danach übrigens schleunigst ausgetauscht und die Handbücher vernichtet.

Nach insgesamt 23 Jahren im Knast wird Heiss 2011 schließlich auf Bewährung entlassen und schlägt sich als Landschaftsgärtner durch. Aber wer zweimal ausbricht, hält sich auch nicht an Bewährungsauflagen. Fünf Jahre später zieht die Polizei sein Auto aus dem Verkehr und findet einen unschönen Vorrat an synthetischem und echtem Cannabis. Das war’s dann mit der Freiheit – ab zurück in die Zelle, diesmal im neuen Holtze-Gefängnis. Und diesmal ohne ein “Ausbrechen für Dummies”-Willkommensheft.

Quelle: Killer escapee back in NT jail (Abre numa nova janela)

Und das war’s schon für diese Ausgabe!

Bleibt heldenhaft,
Tonya Bone-ita Riesenhuber

P.S.: Was ruft ein Skelett beim vorbeifahrenden Krankenwagen?

Hallo! Taxi!. 🚕🚑

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