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Drei Fotografinnen und eine neue Art zu sehen

„Fotografie ist keine Kunst. Aber wer fotografiert muss Künstler sein.“ (Germaine Krull)

Begleite mich heute ins Deutschland der Zwischenkriegszeit.

In einer Zeit, in der die Fotografie darum kämpfte, als Kunst anerkannt zu werden, beschlossen drei Frauen, die Regeln zu ignorieren. Sie kletterten auf Dächer, neigten die Kamera und fotografierten Maschinen und Gegenstände, als wären es Menschen. Ohne es zu wissen, veränderten sie die Art und Weise, wie wir die Welt betrachten. Oder… vielleicht wussten sie es doch.

Lerne diese drei außergewöhnlichen Frauen kennen und beginne, Kunst und Fotografie mit anderen Augen zu sehen!

In den 1920er Jahren wurde die Fotografie in Deutschland zu einem Spannungsfeld. Die Realität wurde nicht mehr nur abgebildet, sondern konstruiert.

Die Industrialisierung schritt voran, die Städte wuchsen, die Politik radikalisierte sich – und die Fotografie suchte ihren Platz zwischen Technik und Kunst.

Drei Fotografinnen haben die Frage beantwortet, wie man eine Welt fotografiert, die zu schnell, zu fragmentiert und zu komplex geworden ist, um sie noch wie früher zu beschreiben.

Germaine Krull: Die Fotografie muss sich nicht entscheiden

(Abre numa nova janela)
Germaine Krull. Selbstporträt mit Icarette. 1925. (Klick auf das Bild, um das Video anzusehen)

Heutzutage weiß fast jeder, wer Man Ray war. Wenn ich dich aber frage, wer Germaine Krull (1897–1985) war, kannst du es wahrscheinlich nicht beantworten. Und das ist seltsam. Schließlich sagte er selbst, dass die beiden die besten Fotografen ihrer Zeit waren.

Auf diesem Selbstporträt ist Krull mit einer Icarette zu sehen. Diese Klappkamera stellte eine echte Revolution dar. Sie war leicht, transportabel und man konnte sie ohne Stativ benutzen. Eine Kamera, um sich zu bewegen, um auf die Straße zu gehen. Und genau das zeigt dieses Foto.

Es ist kein typisches Selbstporträt, bei dem die Künstlerin zeigt, wer sie ist. Hier ist es genau umgekehrt. Sie zeigt dir, wer sie sein will. Die Icarette ist nicht mehr nur ein technisches Objekt, sondern wird zu einem Grundsatzbekenntnis.

Denk an den Kontext. Frauen waren dazu da, betrachtet zu werden – als Models oder Musen. Selten waren sie es, die den Blick richteten.

Krull ändert die Regeln: Sie hält die Kamera, bestimmt den Bildausschnitt und lenkt deinen Blick. Aber sie war nicht die einzige Fotografin, die begriff, dass die Moderne eine andere Sichtweise erforderte.

Tópico Künstlerinnen / Künstler

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