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Dein Klimajourno-Update

Der Header zeigt den Titel "Netzwerk Newsletter" in großen, schwarzen Buchstaben. Darunter klein: Juli 2026.

Heute schreiben dir: Sara Schurmann und Leoni Bender

Zwei Porträt-Fotos zeigen Sara Schurmann und Leoni Bender. Sara trägt schulterlanges Haar, ein schwartes T-Shirt und Ketten. Leoni hat braune Locken und trägt einen blauen Schal.

Liebes Netzwerk,

in der Hitzewelle der letzten Juni-Woche wurden in Deutschland neue Höchstwerte erreicht (wir sprechen hier bewusst nicht von sprachlich positiv besetzten “Rekorden”). 41,7 Grad wurden im brandenburgischen Coschen gemessen, auch in anderen Bundesländern stiegen die Temperaturen auf um die und sogar über 40 Grad. Die Hitze ließ Autobahnen aufplatzen, Straßenbahnnetze und Oberleitungen schmelzen und legte Kühlanlagen in Supermärkten lahm. 

Für den Bundeskanzler kein Grund, sich öffentlich zu äußern. Die Frage, ob Friedrich Merz (CDU) das Thema zur Chefsache machen werde, moderierte Regierungssprecher Stefan Kornelius ab (Abre numa nova janela): “Es ist ein extremes Wetter, wir wissen das, und eine Chefsache wird das Wetter nicht ändern.” Es gebe gute Hitzeschutzpläne, die Klimastrategie der Bundesregierung wirke. 

Viele Mitarbeitende im Gesundheitssektor sehen das wohl anders: Dem Statistischen Bundesamt zufolge (Abre numa nova janela) liegen die Sterbezahlen in der Zeit Hochrechnungen zufolge etwa 30 Prozent über dem durchschnittlichen Wert der Vorjahre. In der Woche der extremen Hitzewelle starben in Deutschland demnach etwa 23.700 Menschen – etwa 6.800 mehr als noch zwei Wochen zuvor. Ein Diskurs darüber? Fehlt.

Es ist gar nicht so leicht, jetzt die Kurve zu bekommen, hin zu dem, was wir eigentlich in diesem Newsletter thematisieren wollten: Dass es das Netzwerk Klimajournalismus Deutschland jetzt schon seit fünf Jahren gibt! Die Hitzewelle – und die aus unserer Perspektive durchschnittliche Berichterstattung dazu (Abre numa nova janela) – zeigen: Es braucht uns und euer Engagement weiterhin.

Um die (viele ehrenamtliche) Arbeit zu würdigen und zu feiern, haben wir Kolleg*innen aus dem Kernteam gefragt: Was war euer Highlight in fünf Jahren Netzwerk Klimajournalismus? 

  • “Mein Highlight war eigentlich direkt unser Kick-Off auf Zoom am Donnerstag, 8. Juli 2021. Es waren einfach über 200 Kolleg*innen da?! Das Signal ganz eindeutig: Es braucht ein Netzwerk Klimajournalismus.” – Leonie Sontheimer

  • “Bei Otto-Lenghi-Radicchio und Netzwerk-Recherche-Pommes Menschen kennenlernen, die die Leidenschaft für besseren Journalismus und einen unermüdlichen Zweckoptimismus teilen.” – Paul Meerkamp

  • “Eines meiner Highlights ist, dass das Kernteam jetzt nach fünf Jahren nochmal so gewachsen ist und so viel neue (und alte) ehrenamtliche Power in den Newsletter und den brandmelder fließt. Und dass wir das zum Anlass nehmen, uns als Team und Netzwerk nochmal weiter zu verändern – so wie wir das eigentlich immer getan haben. Das ist, denke ich, eine große Stärke.” – Katharina Mau

  • “Für mich ein Highlight: Als wir im vollen Festsaal in Hamburg auf der NR-Konferenz 2024 zum ersten Mal den Deutschen Preis für Klimajournalismus verliehen haben – und fast das ganze Netzwerk-Kernteam dabei war 💫” – David Schmidt

  • “Uhi, es gibt so viele tolle Momente mit euch! Vor allem auch so viele zwischenmenschliche Momente, in denen der Austausch so gut tat, dass ich tief dankbar für unsere Runde und das Netzwerk war und bin. Aber um eins konkret zu benennen: Als wir uns in Berlin beim Notar getroffen haben und offiziell unseren Verein gegründet haben 💜” – Kristin Langen

  • “Mein Highlight ist, dass ich bei dem Kick-Off vor fünf Jahren dabei war und ziemlich begeistert von dem, was das Netzwerk vorhat! Leonie und ich hatten beide ein Baby im Tragetuch und hüpften auf dem Pezziball. Ich hatte damals keine Kapazitäten, aktiv zu sein, umso schöner, dass ich jetzt mit dabei bin.” – Veronika Rivera

  • “Mein Highlight war, als wir den brandmelder aufgesetzt haben und innerhalb kürzester Zeit ein komplett neues Team entstanden ist, das unter David und Inga innerhalb von sechs Monaten eine Redaktion und ein neues Medium gelaunched hat, das regelmäßig veröffentlicht und auf die Versäumnisse der Klimaberichterstattung in Deutschland konstruktiv aufmerksam macht!” – Céline Weimar-Dittmar

  • “Mir fallen mehrere ein: Ein Highlight war der erste offizielle Zoom-Call des Netzwerks – am Abend des Tages, an dem ich meine erste Klimaseite bei der Saarbrücker Zeitung abgeliefert habe. 🥰 Und dann der Moment unmittelbar nach der Verleihung des ersten Klimajournalismus-Preises, als Jürgen Döschner und ich uns fest gedrückt haben und plötzlich die ganze monatelange Arbeit davor egal war. Weil wir uns einfach nur so über die Veranstaltung und mit den Preisträger*innen gefreut haben” – Aline Pabst

🔥 Netzwerk News

Sichere dir 4.000 Euro für deine Klima-Recherche 💸

Der Backlash ist real – aber wir wollen, dass Klima wieder in den Medien auftaucht. Deshalb vergeben wir in diesem Jahr als Netzwerk Klimajournalismus zum zweiten Mal ein Stipendium für Recherchen rund um die Klimakrise. Insgesamt beträgt die Förderung maximal 4.000 Euro. 

Wer kann sich bewerben? Mit dem Stipendium will das Netzwerk Klimajournalismus Deutschland investigative und aufwändige Recherchen fördern. Das Recherche-Vorhaben soll eine spannende neue These oder Frage mit Bezug zur Klimakrise verfolgen. Es können Recherchen für alle Ressorts eingereicht werden. Bewerben können sich festangestellte und freie Journalist*innen bzw. Teams mit Wohnsitz in Deutschland. Die Veröffentlichung muss in einem deutschsprachigen Medium mit Sitz in Deutschland erfolgen. Bei Bedarf stellen wir gerne eine*n erfahrenen Mentor*in zur Seite, um die Recherche zu begleiten. 🤝

Die Bewerbungsfrist endet am 15. August. Weitere Infos findet ihr hier (Abre numa nova janela).

Netzwerk Klimajournalismus unterstützt Offenen Brief zum IFG ✍🏻

Zusammen mit mehr als 100 Medien und zivilgesellschaftlichen Organisationen protestiert Netzwerk Recherche (Abre numa nova janela) mit einem Offenen Brief (Abre numa nova janela) an die Bundesregierung gegen die geplanten Einschränkungen von Informationsfreiheit und Behördentransparenz. Die Unterzeichnenden kritisieren die Änderungspläne als fatalen Einschnitt in die Pressefreiheit und einen Angriff auf eines der wichtigsten Transparenzinstrumente in Deutschland. Auch das Netzwerk Klimajournalismus hat unterschrieben. Einzelpersonen können hier (Abre numa nova janela) die Petition von FragDenStaat unterzeichnen.

Wir laden zum Sommerfest in München ⛱️

Der Klimajournalismus-Stammtisch in München lädt ein, den Sommer zu nutzen und bei leckerem Essen und guten Gesprächen zusammenzukommen. Wir hoffen auf einen schönen Abend draußen im Grünen – falls es regnet, haben wir aber auch drinnen einen gemütlichen Raum für uns. Für ein gemeinsames Buffet bringt bitte etwas zu essen und zu trinken mit. Geschirr und Besteck gibt's vor Ort.

Wann und wo? Am Mittwoch, 15. Juli, ab 18 Uhr in München-Milbertshofen. Wer dabei sein möchte, schreibt an katharina.mau@klimajournalismus.de (Abre numa nova janela).  

Save the Date: Nächster Kollegialer Check-In am 15. September 💬

In unseren Kollegialen Check-Ins (Abre numa nova janela) ist Platz für das, was euch aktuell bewegt – von Recherche- und Arbeitsthemen über ethische Abwägungen und Karrierefragen bis hin zu dem Druck, den viele von uns in der Klimaberichterstattung erleben. Ihr könnt mit einem konkreten Anliegen kommen, euch einbringen, zuhören oder einfach erst einmal reinschnuppern. Weil sich das beim ersten Treffen viele von euch gewünscht hatten, lassen wir den Zoom-Raum für einen tieferen Austausch im Anschluss einfach offen. Also, haltet euch den Termin schon mal frei! Eine Erinnerung und den Link schicken wir noch mal mit dem Newsletter im September.

Wann und wo? Dienstag, 15. September, 18 Uhr, via Zoom (Abre numa nova janela)

Einladung zum Austausch: Aktuelle Herausforderungen im Klimajournalismus  🌏

Unser Mitgründer Torsten Schäfer lädt auch in diesem Jahr zusammen mit dem Forum für Verantwortung zum Seminar “Herausforderungen für den Klimajournalismus in Zeiten multipler Krisen (Abre numa nova janela)”. Vom 12. bis 14. November vermitteln Expert*innen in Nonnweiler im Saarland Hintergrundwissen zu aktuellen Herausforderungen des Klimajournalismus. Die Veranstaltung ist kostenfrei, bewerben könnt ihr euch hier (Abre numa nova janela)

🚒 Neues vom brandmelder

Auf dem Bild ist ein schwarzer Hintergrund mit einer grafischen, sehr minimalistischen Version eines brennenden Hauses, in orange.

brandmelder (Abre numa nova janela) ist ein Projekt des Netzwerk Klimajournalismus Deutschland. Er beobachtet die Klimaberichterstattung in deutschen Medien, ordnet sie ein und macht wiederkehrende Muster sichtbar.

Du willst keinen Beitrag verpassen? Abonniere den brandmelder-Newsletter gleich hier (Abre numa nova janela):

💡 Klimajournalismus: Unsere Empfehlungen

In unserem Netzwerk-Slack sammeln wir aktuelle Recherchen und Empfehlungen aller Mitglieder. Einmal im Monat stellen wir hier im Newsletter eine Auswahl vor, gemeinsam mit persönlichen Fundstücken.

Republik: “Nachhaltige Ernährung muss sich nicht nach Verzicht anfühlen”
Wie interviewt man am besten eine Foodbloggerin?  Indem man mit ihr kocht. Für “Republik” hat sich Sabrina Weiss mit Maya Leinenbach getroffen – besser bekannt als Fitgreenmind – und bei der Zubereitung von Tofu-Tacos über ihren Weg von der 14-jährigen Hobby-Köchin hin zu einer der bekanntesten Influencerinnen für vegane Gerichte im deutschsprachigen Raum und erfolgreichen Unternehmerin gesprochen. Im Interview (Abre numa nova janela) spricht Maya auch über ihren Beitrag zum Klimaschutz und wie sie versucht, Menschen jenseits der veganen und klimabewussten Bubble zu erreichen. Ein lesenswertes Gespräch, das mit großartigen Fotos von Jasper Walter Bastian richtig Lust aufs Kochen macht.

NDR Kultur: Green Storytelling im Film: Kreativitätskiller oder unumgänglich?
Mehr Gespräche an der Bushaltestelle, mehr Lastenräder, mehr Second-Hand-Klamotten: Was wäre, wenn Filme öfter einen nachhaltigen Lebensstil abbilden und auch Themen wie die Klimakrise sichtbarer machen? In ihrem Radiofeature “Green Storytelling im Film: Kreativitätskiller oder unumgänglich? (Abre numa nova janela)” auf NDR Kultur spricht Netzwerk-Mitglied Paula Baierlein mit Menschen, die genau das vorantreiben. Sie geht der Frage nach, inwieweit die Idee schon in der Praxis umgesetzt wird und was mögliche Hürden sind. Drehbuchautorin Julia Dordel etwa ist der Meinung, dass nachhaltige Geschichten zu einem nachhaltigeren Handeln anregen. Es gibt aber auch kritische Stimmen.

Correctiv: Erst kassieren, dann attackieren: Angriff der Chemie-Lobby auf den EU-Emissionshandel
Mitte Juli will die EU über den Europäischen Emissionshandel entscheiden, eines ihrer wichtigsten Klimaschutzinstrumente. Konkret sollen Vorgaben für die Industrie schärfer werden und bisherige Vergünstigungen für einen großen Energieverbrauch auslaufen. Dagegen regt sich Widerstand aus der Chemieindustrie, wie Recherchen von Correctiv (Abre numa nova janela) zeigen. Anhand von Dokumenten zeigt Gesa Steeger auf, wie Vertreter großer Unternehmen, etwa BASF, das System schwächen wollen und milliardenschwere Entlastungen fordern – zulasten des Klimaschutzes. Unterstützung erhalten sie dabei auch von der deutschen Bundesregierung.

Übermedien-Podcast: “Holger ruft an ... wegen Hitzeberichterstattung”
“Holger ruft an ...” heißt der Podcast von Übermedien, in dem Host Holger Klein wöchentlich mit wechselnden Gästen über aktuelle Medienthemen spricht. Mit unserem Netzwerk-Gründer Jürgen Döschner hat er sich der vergangenen Folge (Abre numa nova janela) die Berichterstattung über die Hitze in Deutschland Ende Juni vorgenommen. Wo waren Medien stark, was ist zu kritisieren und bekommt das Klima nun endlich die Aufmerksamkeit, die notwendig ist? Neben strukturellen Problemen und dem Umgang mit einem möglicherweise “klimamüden” Publikum geht es in dem Gespräch auch um unsere Arbeit als Netzwerk Klimajournalismus und das Projekt brandmelder. Eine kurzweilige Folge, die deutlich macht, was schief läuft und was noch zu tun ist – und warum wir als Klimajournalist*innen weiterhin kritisch und konstruktiv dranbleiben müssen.

🗓️ Wichtige Termine in den Sommermonaten

Die Klimakrise macht keine Pause, Politik und viele Organisationen im Sommer schon. Ihr habt Tipps für den Herbst? Schreibt uns unter netzwerk@klimajournalismus.de (Abre numa nova janela).

📢 Jobs, Stipendien und Ressourcen

Kommt gut durch den Sommer! Wir hören uns im September wieder,

Jana, Josephine, Linda, Sara & Leoni

P.S.: Kennst du die Arbeit unserer Kolleg*innen in Österreich? Der Newsletter des Netzwerk Klimajournalismus (Abre numa nova janela) Österreich informiert jeden Monat über Termine, Stipendien, Ressourcen und Klimajournalismus, der aufgefallen ist. Wir sind Fan.

P.P.S.: Wir verabschieden uns in die Sommerpause und machen im August Netzwerk-Ferien. Es war heiß genuuuuuuug.