Sein Kampf gegen die Parkplatzvernunft
Ausgabe vom Mittwoch, 17. Juni 2026 – Nur für die Besserwissenden
Morgens um neun stand der Markt schon unter Verdacht
Es begann, wie in Altentreptow vieles beginnt: mit einem Schild, das keiner verstand, einem Auto, das zu groß war, und einem Mann, der schwor, nur fünf Minuten weggewesen zu sein.
Ich saß am Dienstagmorgen auf meinem Klappstuhl am Markt, bewaffnet mit Klemmbrett, Bleistift und einer Thermoskanne Filterkaffee mit Milch. Nicht, weil ich zur Verkehrsüberwachung gehöre. Sondern weil man als Bürgerin in Altentreptow manchmal selbst nachzählen muss, ob die Wirklichkeit noch vollständig ist oder bereits in einen Ausschuss verwiesen wurde.
Vor mir standen drei Autos mit Parkscheibe, eins ohne Parkscheibe und ein Kleinwagen mit einem Zettel im Fenster: „Bin im Einwohnermeldeamt, komme gleich.“ Das war mutig. In anderen Städten gilt so ein Zettel als Hinweis. In Altentreptow ist es ein Abschiedsbrief.
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