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Newsletter 08/2025

Gedanken…

Sich Gruppen anzuschließen, Verhalten zu kopieren, um Anschluss zu finden oder zu bewahren, Gewohnheiten auszubilden, ohne diese zu hinterfragen — all das sind ganz typische menschliche Eigenarten, die sich evolutionär herleiten und begründen lassen und natürlich auch in vielen Situationen nachvollziehbar und wünschenswert sind. An Grenzen stößt dieser Automatismus allerdings, wenn kopiertes Verhalten in Gruppen für sich selbst oder für andere Leid bewirkt oder die Gewohnheit auf die eigenen Kosten geht, zum Beispiel weil man beim Filmgucken gar nicht mehr anders kann, als sich vom Streamingdienst gleich noch den nächsten Film starten zu lassen und dazu auch die nächste Chipstüte aufzureißen.

Auch beim Brotbacken beobachte ich dieses “Gewohnheitstier” und den “Herdentrieb”. Besonders aufgefallen ist mir das in den vergangenen Jahren bei der Verwendung der “Autolyse” (mich nehme ich dabei gar nicht aus), hier natürlich nicht zum persönlichen Schaden oder dem Schaden anderer, sondern zum Leidwesen der Backwaren.

Die Autolyse wurde vom französischen Wissenschaftler Raymond Calvel entwickelt, nachdem Frankreich durch Ernteausfälle in den 1970er Jahren kleberstarken amerikanischen Weizen importieren musste. Da der kleberschwächere französische Weizen perfekt zum Backen französischer Weißbrote geeignet war, machte der amerikanische Weizen folgerichtig Probleme. Die Teige waren zu straff, nicht dehnbar genug, entwickelten weniger Volumen und weniger Lockerung, auch die Porung blieb feiner als gewünscht.

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