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Die Farbe des Geldes!

Es ist Montag, der 4. Mai 2026, und die liest die STOFFKUNDE, meinen wöchentlichen Trikot-Newsletter. Heute mal wieder mit einer Trikotgeschichte passend zum Saison-Schlussspurt. Denn vor 31 Jahren entzog der damalige Hauptsponsor des Hamburger SV dem Verein drei Spieltage vor Ende der Saison sein Vertrauen.

Der HSV ging in die Saison 1994/95 mit zwei unterschiedlichen Trikotsätzen. Dieses Trikotmodell mit den breiten Adidas-Equipment-Streifen an den Seiten wurde zwar auf dem Mannschaftsfoto getragen, kam während der Saison jedoch ebenso wie die blaue Auswärtsversion nur selten zum Einsatz. Im Foto Andreas Sassen gegen Thorsten Fink am 3. September 1994. Foto: Claus Bergmann

Dazu später mehr.

Ich habe mir in der letzten Woche die Statistiken angeschaut, welche Newsletter-Ausgaben seit dem Start der STOFFKUNDE am 7. Juli 2025 die meisten Aufrufe hatten:

  1. Kölle Alaaf (Abre numa nova janela) vom 10. November 2025 über die Karnevalstrikots des 1. FC Köln.


  2. Die Hertha Bubis - mit unterschiedlichen Outfits ins Finale (Abre numa nova janela)vom 27. Oktober 2025.


  3. Sondertrikots in a box (Abre numa nova janela) vom 12. Januar 2026 - Das Interview mit den Jungs von Stork & Partner über Trikotboxen.


  4. Puma und Adidas holen sich die Bundesliga (Abre numa nova janela) zurück vom 14. Juli 2025.


  5. Ein Puma an der Bremer Brücke (Abre numa nova janela) vom 13. Oktober 2025 über die Trikots des VfL Osnabrück.

Ebenfalls sehr beliebt waren: Trefoil die Zweite, und welcher Sammlertyp bist du? (Abre numa nova janela) vom 25. August letzten Jahres. Auf das Sammlerthema komme ich später noch mal zurück. Danach dann noch: Die Reise beginnt (Abre numa nova janela) vom 26. Januar 2026 mit der Ankündigung der final bestätigten Neuauflage meines Buches „Bundesliga-Trikots“ im Herbst 2027 sowie mein Bericht von der Trikotsonderausstellung „Stoff für Legenden (Abre numa nova janela)“ vom 13. April diesen Jahres.

Bei dieser Auflistung sind auch die Zugriffe mit dabei, die über Social Media kamen. Wie überhaupt der Newsletter sehr gerne im Browser gelesen wird.

Google und Instagram sind die beiden Hauptfremdquellen. Gefolgt von BlueSky, LinkedIn und Onefootball. Bei Onefootball bin ich selbst gar nicht vertreten, sondern nur über meine Kolumne bei Fever Pit’ch (Abre numa nova janela), der Website und dem täglichen Newsletter von Pit Gottschalk. Die beliebteste Geschichte bei Pit war meine Kurzfassung der Erdgas-Story (Abre numa nova janela) aus meinem Buch “Das Gladbach-Trikot von 1900 bis heute”. Diese Geschichte ist hier gar nicht erschienen, sondern nur bei Fever Pit’ch.

Drei historische Trikotgeschichten, ein Analyse-Stück und ein Interview beweisen, dass ich mit meinem Gefühl etwas vom Weg abgekommen zu sein, nicht falsch liege. Weil der wöchentliche Rhythmus dieses Newsletters sich jedoch nicht so wirklich dafür eignet, solche Geschichten zu erzählen, werde ich den Newsletter und Podcast in der Sommerpause so justieren, dass beide sowohl inhaltlich als auch zeitlich besser im Einklang kommen, mit dem was ich veröffentlichen möchte und der bevorstehenden Buchproduktion von “Bundesliga-Trikots”. Die News werde ich in Zukunft anderen überlassen bzw. gibt es eine Idee, in diesem Bereich mit jemandem zusammenzuarbeiten, der das viel besser macht als ich.

Zum Schluss hier noch einmal der Aufruf, sich bei mir für meine geplante Geschichte zum Thema “Sammelsucht” zu bewerben und mir mitzuteilen, ob ihr euch bei einem der hier genannten Sammlertypen wiederfindet:

  • Der Normalo: Das ist jeder von uns, der gerne Trikots kauft und trägt. Der Spaß daran hat, Trikots zu besitzen, und zuweilen unvernünftig viel Geld dafür ausgibt. Der sich ein Leben ohne seine Sammlung nicht vorstellen kann oder will. Der auch mal Dinge tut, die verrückt sind, aber immer noch ein Gefühl dafür hat, wann die Grenze erreicht ist.

  • Der Komplettist: Ein Sammler, der möglichst alle Trikots eines bestimmten Teams oder einer Nationalmannschaft, eines Spielers, einer Saison, einer Liga oder eines Turniers o. Ä. besitzen will. Er weiß jedoch, dass er dieses Ziel wahrscheinlich nie erreichen wird, gibt aber natürlich trotzdem nicht auf. Es gibt Komplettisten, die ihre Sammlung wie ein Archiv oder ein Museum führen. Manche sehen das etwas lockerer, freuen sich aber, wenn andere Menschen sich für ihre Sammlung interessieren.

  • Der Perfektionist: Ein Sammler, der extremen Wert darauf legt, dass seine Trikots in möglichst idealem Zustand sind. Matchworn-Trikots zum Beispiel dürfen unbedingt nur ungewaschen aufbewahrt werden. Alle Trikots müssen fachgerecht gelagert und gepflegt werden. UV-Licht ist für die Trikots so gefährlich wie für einen Vampir der erste Sonnenstrahl. Für Frustmomente sorgen vor allem Dritte, wenn sie gekaufte Trikots nicht sachgerecht verpacken oder versenden. Das Anfassen der Trikots ist ohnehin nur mit Spezial-Handschuhen gestattet und durch Fremde nur in absoluten Ausnahmefällen und unter ständiger Aufsicht des Besitzers.

  • Der Verlorene: Diese Menschen leben nicht mehr für ihre Sammlung – sie geben ihr Leben für ihre Sammlung. Sie reisen nicht mehr und wenn, dann nur, um dabei sämtliche Flohmärkte, Fan-, Trikot- und Vintageshops der besuchten Länder und Städte nach neuen Trikotschätzen abzugrasen. Vom verdienten Geld wird ein Großteil gleich wieder in neue Trikots investiert. Die Sortierung der Sammlung ist wegen der Masse fast nicht mehr möglich. Und viel Platz für anderes in der Wohnung oder im Haus gibt es eigentlich auch nicht mehr. Soziale Kontakte beschränken sich in der Regel auf Gleichgesinnte.

  • Der Geläuterte: Das Sammeln hat bei diesen Sammlern zu extremen Problemen geführt. Beziehungen und Partnerschaften sind wegen der Trikotsucht zu Bruch gegangen, die Wohnsituation ist dramatisch geworden oder der Kontostand bewegt sich permanent im roten Bereich. Der Sammler entscheidet sich deshalb für einen radikalen Schnitt – manchmal von einem Tag auf den anderen, manchmal von langer Hand geplant. Einige gehen den ganzen harten Weg und trennen sich bis auf ein paar Lieblingsstücke von fast allen Trikots, andere strukturieren ihre Sammlung komplett neu und finden danach neue Motivation. Andere hingegen hören ganz auf.

Schickt mir eine Mail an newsletter@stoffkunde.com (Abre numa nova janela) und teilt mir mit, als was für einen Sammlertyp ihr euch klassifizieren würdet.

Nächste Woche fällt die STOFFKUNDE aus, weil ich ab Mittwoch im Kurzurlaub bin. Auch die Ausgabe an Pfingstmontag fällt aus. Somit wird es noch am 18. Mai, 1. Juni und 8. Juni eine reguläre STOFFKUNDE in diesem jetzigen Format geben. Plus die Sonder-Newsletter zu den jeweiligen Podcastfolgen, die bis zum 10. Juni ebenfalls noch geplant sind und wo die letzten Folgen Gestalt ebenfalls langsam Gestalt annehmen.

Letzte Woche war Felix Theimann von Trikotrahmen.de (Abre numa nova janela) mein Gast im Podcast. Für jeden von euch, der darüber nachdenkt, sich demnächst eventuell einen Trikotrahmen zuzulegen, hat er ein spezielles Angebot für alle STOFFKUNDE-Leser dabei. Mit dem Code stoffkunde10 bekommt ihr im Shop von Trikotrahmen.de 10% auf eure Bestellung (Abre numa nova janela). Der Code ist bis zum 16. Juli 2026 gültig, dem Finaltag der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko, USA und Kanada.

Bis in zwei Wochen,
herzlichst, euer Steve

(Abre numa nova janela)
Das Spielertrikot mit dem HSV-Flock stammt von Stefan Schnoor und wurde an einem der beiden letzten Spieltage der Saison 1994/95 getragen; nachdem der Trikotsponsor dem HSV die Nutzung des Logos „TV Spielfilm“ untersagt hatte. In der Rückennummer finden sich die drei Streifen des Ausrüsters wieder, und wie schon in der Saison 1993/94 wurde statt Hamburger SV lediglich der Stadtname über der Rückennummer geflockt. Das Trikot stammt aus der Sammlung von Christian Michalkiewicz, dem Autor des Buches "Mit der Raute auf der Brust“, das wie meine Bücher im Verlag die Werkstatt erschienen ist. Wenn ihr Christian bei Social Media folgen möchtet, ihr findet ihn unter dem Addy @1887_hsv_trikots. Diese Trikotgeschichte ist erstmals im Herbst 2022 im Zeitspiel-Magazin erschienen, aus dem auch der Screenshot stammt.

Sponsoren! Selten geliebt und doch für den Erfolg eines Fußballvereins unabdingbar. Denn wer das Geld bringt, redet mit. Manchmal bestimmt er sogar mit, ohne dass sich der Verein dagegen wehren kann. Wappenänderungen (Braunschweig und Dortmund) oder Einfluss auf die Trikotfarben (z. B. bei Frankfurt, Schalke, Bochum) kamen öfter vor, doch dass ein Sponsor einem Verein wegen „zu schlechter sportlicher Leistungen“ das Sponsoring entzog, gab es in der Geschichte der Bundesliga nur ein einziges Mal.

In die Saison 1994/95 geht der Hamburger SV mit zwei unterschiedlichen Trikotausstattungen. Auf dem offiziellen Mannschaftsfoto vor Saisonbeginn trägt die Mannschaft weiß-blaue Trikots mit den fetten schwarzen Balken des Adidas-Equipment-Logos auch an den Seiten. Die Auswärtsvariante ist blau-weiß. Getragen wurden beide Versionen allerdings in nur jeweils vier Bundesligapartien.

Karsten Bäron in der blau-weißen Auswärtstrikot-Variante des Adidas-Equipment-Trikots aus der Saison 1994/95. Ebenfalls wie die farblich umgekehrte Heimversion kamm diese während der Saison nur vier Mal zum Einsatz. Foto: Imago/Waldmüller

Abgelöst wurden sie durch jene Trikots, die auch die deutsche Nationalmannschaft im Sommer 94 bei der WM in den USA getragen hatte. Beim HSV natürlich mit passenden Farbkombinationen auf den Schulterpartien.

Ähnlich schlecht wie die deutsche Nationalmannschaft in Amerika spielt auch der HSV. Im DFB-Pokal scheitert man bereits in der zweiten Runde am FC Schalke 04. Im Intertoto-Pokal verpasst man die Qualifikation für den UEFA-Pokal. Auch in der Meisterschaft läuft es nicht rund. Ab dem 24. Spieltag stehen die Rothosen tabellarisch im zweistelligen Bereich und werden am Ende Dreizehnter. Grund genug für den Hauptsponsor, den Hamburger Verlag „Milchstraße“, dem Klub drei Spieltage vor Saisonende das Tragen der Marke TV Spielfilm auf der Brust zu untersagen!

Weil das so überraschend kommt, läuft die Mannschaft beim Auswärtsspiel in Kaiserslautern zunächst mit blanker Brust auf.

Beim Auswärtsspiel am drittletzten Spieltag der Saison 1994/95 muss der HSV auf einmal mit blanker Brust auflaufen, weil Trikotsponsor „Verlag die Milchstraße“ dem Klub wegen "schlechter Leistungen" den Einsatz des Sponsorschriftzugs "TV Spielfilm" untersagt. Foto: Imago/Ferdi Hartung

In den beiden letzten Bundesligaspielen lässt man die freie Fläche dann wie schon in den 1970er-Jahren im Europapokal praktiziert mit dem berühmten „HSV“ bedrucken.

Dass die ganze Aktion ein inszenierter und wohl kalkulierter Mediencoup war, gab der Geschäftsführer des Sponsors Martin Fischer in einem Gespräch mit dem damaligen HSV-Präsidenten Ronald Wulff, das dieser dem Magazin „11 Freunde“ im Frühjahr 2011 gab, bereitwillig zu: „Klar, Ronny, wir sind Medienprofis, wir wissen, wie der Hase läuft.“

Zur Saison 1995/96 wechselte der HSV zum neuen Hauptsponsor „Hyundai“. Die komplette Saisonvorbereitung wurde jedoch noch mit TV Spielfilm auf der Brust absolviert. Und dass man sich auf beiden Seiten auch nicht wirklich böse war, bewies die Tatsache, dass „Milchstraße“ zur Saison 2001/02 für zwei Jahre als Hauptsponsor zurückkehrte und mit 10 Mio. DM sogar viermal so viel zahlte wie beim ersten Sponsoring im Jahr 1994.

Diese Trikotgeschichte erschien erstmals im Herbst 2022 im Zeitspiel-Magazin #27 (Abre numa nova janela) anlässlich der Veröffentlichung und Promotion des Buches “Mit der Raute auf der Brust” (Abre numa nova janela) von Christian Michalkiewicz (Abre numa nova janela).

Alleine der Headline wegen liebe ich diesen Bericht. Bei besagtem Les Motherby war ich im Übrigen auch schon zu Gast im The Football Kit-Podcast (Abre numa nova janela) vor einigen Jahren

https://www.bbc.com/news/articles/ckgxkewrx25o (Abre numa nova janela)

Noch bis kommenden Sonntag kann man in Stuttgart die Trikotausstellung “Ein Trikot schreibt Geschichte” im Schauspiel besuchen. Parallel veröffentlicht der VfB auf seiner Website begleitende Geschichten. Hier geht es um das Trikot für “Fritzle”

https://www.vfb.de/de/vfb/aktuell/neues/fans/2026/trikot-ausstellung-des-vfb--sondertrikots/ (Abre numa nova janela)

Irgendwie hatte ich es schon geahnt, dass die Zeit von Joma bei der TSG Hoffenheim zu Ende geht. Keine Ankündigung der Verlängerung des Vertrages im Winter, wenn es angebracht gewesen wäre. Jetzt weiß man auch warum. Macron übernimmt ab der kommenden Saison. Gleich für sechs Jahre haben sich der Verein und Ausrüster aneinander gebunden.

(Abre numa nova janela)

Eine schöne Geschichte im The Athletic und sogar ohne Paywall warum sich Steve Nicol von einigen seiner angesammelten Memorabilia aus seiner langen und erfolgreichen Karriere beim FC Liverpool trennt.

https://www.nytimes.com/athletic/7243794/2026/05/02/liverpool-steve-nicol-memorabilia-auction/ (Abre numa nova janela)

Ganz ohne Sondertrikots geht es dann doch nicht in diesem Newsletter. Rot-Weiss Essen feiert das 100-jährige Jubiläum ihres Vereinswappens mit einem Sondertrikot beim Heimspiel am 9. Mai gegen SC Verl. Motto: Unser Wappen. Unser Stolz. 100 Jahre.
Ein Anlass für Sondertrikot findet sich bekanntlich immer.

(Abre numa nova janela)

Am Mittwoch erscheint der nächste Sonder-Newsletter zur nächsten Podcast-Folge mit Hansi Steinle. Hört auch gerne auch noch bei den bisher erschienenen Folgen rein.

Und auch wenn dieser Newsletter in seiner bisherigen Form am 10. Juni endet, könnt ihr gerne weiter abonnieren, so dass ihr den Neustart Ende Juli / Anfang auf keinen Fall verpasst.

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