
Liebe Leser*innen,
wer noch nicht davon gehört hat, erfährt es jetzt hier: Gestern Abend um 21:00 Uhr hat die Fußball-Weltmeisterschaft begonnen. Mexiko und Südafrika schickten jeweils mehrere Kicker auf den Platz. Das Spiel war geprägt von Pässen und Schüssen. Gewonnen haben, neben einer der beiden Mannschaften, vor allem die Menschen. Sie können sich an der Überwindung gesellschaftlicher Gräben durch den Sport erfreuen.
Von großer Bedeutung sind neben der sportlichen Leistung auch die Trikots. Nachdem sich Deutschland bei der letzten Europameisterschaft mit dem »Homo-Trikot« (auch im TITANIC-Shop erhältlich (Abre numa nova janela)) vor aller Welt blamiert hat, macht dieses Jahr ein anderes Land von sich reden:

(Abre numa nova janela)Wer nicht extra in die USA reisen möchte, um eines der Spiele zu sehen, kann Public-Viewing-Angebote nutzen. Aber Augen auf bei der Auswahl der Veranstaltung:

Viele der anwesenden Fans erkannten schon zur Halbzeit am geringen Ballbesitz und dem mangelhaft durchgeführten Fallrückzieher, dass es sich nicht um den 18jährigen Fußballgott handeln konnte, und verließen das Event sofort wieder. Auf ihrem Heimweg ist jeder der folgenden Sätze wahrscheinlich mindestens einmal gefallen:

Powersätze für den WM-Start
»Schön, dass Italien wenigstens mit Infantino dabei ist.«
»Besser als diese Schurkenstaat-WM vor vier Jahren wird’s allemal!«
»Curaçao gegen Kap Verde: auf dieses Finale lege ich mich fest.«
»Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 60 Minuten lang einem Ei nach, und am Ende gewinnen immer die New England Patriots.«
»Ich hab mich mal über die Gastgeberländer informiert: Der Präsident der Vereinigten Staaten hat ja ein ganz schön loses Mundwerk, was?«
»Wie, kein Anstoß für uns? War ja klar, die Demokraten haben die Platzwahl gestohlen.«
»Was für ein Acker! Der Greenkeeper hätte wenigstens die Frackinglöcher zuschütten können.«
»Dieses 90minütige Rumgeeiere der ICE gegen die Mexikaner war nicht zu ertragen!«
Die Vorbereitungen auf das erste Spiel »unserer Jungs« laufen auch hierzulande auf Hochtouren. Doch wie viel Deutschlandflagge ist zu viel Deutschlandflagge? Insbesondere im professionellen Umfeld? Diese Frage beantwortet Viola Müter in der neuesten und letzten Ausgabe ihrer Kolumne »Die bessere Antwort«:

Bevor die deutsche Nationalmannschaft ihr erstes WM-Spiel bestreitet, frage ich mich: Darf ich als Bankberater auch im Kundentermin eine Deutschlandflagge als Full-Face-Make-up tragen?
Vorweg: Natürlich dürfen auch Männer Make-up tragen. Das ist heutzutage ganz normal. Dann wird es aber schon heikler: Nichts spaltet die deutsche Gesellschaft so sehr wie ihre eigene Nationalflagge. Die einen finden sie so schön, dass sie sich eine Full-Face-Flagge sogar unabhängig von Sportveranstaltungen tätowieren lassen würden. Die anderen finden sie so hässlich, dass sie sie nicht einmal als cooles Backprint auf einem Oversize-Shirt tragen würden. Das liegt daran, dass Menschen unterschiedliche Geschmäcker haben.
Modische Themen haben schon immer hitzige Debatten ausgelöst. Der Unterschied: Niemand verbrennt auf Demonstrationen karierte Kurzarmhemden. Niemand wird für Socken in Sandalen angefeindet. Bei der Deutschlandflagge ist das anders. Normalerweise bin ich bei modischen Fragen sehr selbstbewusst. »Tragen Sie die High Heels beim Aqua-Fit!« und »Tragen Sie das Korsett in der Kirche!« sind typische Sätze von mir. Heute traue ich mich nicht, Ihnen zu sagen, wie Sie die Flagge in Ihrem Gesicht am besten stylen.
Heute müssen Sie selbst entscheiden, ob Sie die Deutschlandfarben im Outfit noch mal aufgreifen oder ob ein Bodypainting nicht sogar besser in den Dresscode Business Casual passt. Ja, das ist enttäuschend. Ja, Sie dürfen wütend sein. Ich bin es auch. Aber am Ende muss jeder und jede selbst schauen, wo er oder sie bleibt. Und ich bleibe wie gewohnt transparent: Ich möchte mir perspektivisch weder eine Modekolumne im Zeit-Magazin noch bei Welt TV verbauen. Auch wenn ich damit riskiere, dass das hier meine letzte Kolumne ist.
An dieser Stelle können Sie aufhören zu scrollen, wenn Sie nach einem Beitrag suchen, der nichts mit Fußball zu tun hat. Viel Spaß mit der Chefredakteurskolumne:

Heute: Der Wal in unseren Tanks
Zu Wal Timmy wurde zwar schon mehr als genug geschrieben, bisher aber nur in Seriösmedien wie Facebook und Whatsapp. Hier noch nicht!
Dass der gestrandete Ostseewal am Ende doch nicht in tausend Teile zersprengt wurde, sondern zu Biodiesel verarbeitet wurde, gibt Anlass zu Hoffnung (»Hope«): Ein mit Timmy-Treibstoff betankter Pkw könnte laut Focus bis zu 36 000 km weit fahren! Noch doller freuen dürfen wir uns auf all die Timmy-Filme, -Dokus, -Serien und -Bücher, die in den nächsten Jahren auf uns zukommen. In der aktuellen Ausgabe des Titelschutz-Magazins finden sich die vielsagenden Titelschutzeinträge »Free Timmy« und »Tim, der Wal – Der Weg zurück ins Meer«. Von Letzterem verspreche ich mir besonders hohe Qualität, hat die Antragstellerin sich doch außerdem die überhaupt nicht durchgeknallten Titel »Igeltanz – Im stillen Kreislauf des Lebens«, »Das atmende Haus – Leitidee und Verständnis« sowie »DEIN KIND HEUTE – Frühsexualisierung erkennen und bewusst schützen« reserviert.
Ob auch »Die Ostsee liegt nicht am Mittelmeer« mit dem glücklosen Meeressäuger zu tun haben wird? Mit einem Funken Fantasie kann man sich außerdem »Ich will Heim! I want to go home!« und »Der Wind, der mich rief« als Titel von Timmy-Geschichten vorstellen. Denn nichts anderes als heimgehen wollte der sanfte Riese doch, vom Wind gerufen. Und steckt in diesen zwei Kapiteln einer kommenden Trilogie nicht Timmys Leidensweg: »Durch Frost und Wind gebrochen« (Die raue See hat ihn lahmgelegt!); »Unter Sternen und Silber vereint« (Glänzende Nächte auf der Sandbank in Timmendorfer Strand!)? Nun gut, Teil 1, »Aus Moos und Asche geboren«, will nicht so recht passen.
Am besten im neuen Titelschutz-Anzeiger gefällt mir übrigens der Titel »Die Nacht an dem der Mond nicht aufging«. Als hätte der Einreicher geahnt, dass damit irgendwas nicht stimmt, hat er sich zusätzlich die Variante »Die Nacht, an der der Mond nicht aufging« sichern lassen. Aber das hat nun gewiss nichts mehr mit unserer und Timmys Realität zu tun – eine mondlose Nacht, wo gibt’s denn so was?!
Verabschiedet sich und wünscht ein gut informiertes Wochenende:
Ihre TITANIC-Redaktion
Noch warm: Die EM- WM-Auswärtstrikot-Alternative
(Abre numa nova janela)Sie sind schwul oder sogar eine Frau und haben trotzdem ein Faible für Fußball?
Sie möchten keine 100 Euro ausgeben, um zu zeigen: Ich bin nur Fan, ich kann nicht spielen!
Dann ist die EM- WM-Auswärtstrikot-Alternative (Abre numa nova janela) die richtige Wahl für Sie.
Nur im TITANIC-Shop (Abre numa nova janela)