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Vom Funktionieren zum Flow: Warum Ihre Lebenszeit zu wertvoll für reinen Anpassungsdruck ist

Wir alle kennen dieses Gefühl: Im Beruf präsentieren wir uns anders als im privaten Umfeld. Doch wann ist dieses Verhalten eine natürliche soziale Anpassung – und wann wird es zu einem energieraubenden "Funktionieren", das uns von unserem wahren Kern trennt?

In meinen Seminaren und Coachings taucht diese Frage regelmäßig auf: Wie kann ich meine Effektivität steigern, beispielsweise durch die Arbeit mit Persönlichkeitsprofilen, und was bedeutet es, wenn ich beruflich und privat wie zwei unterschiedliche Menschen agiere?

Die Antwort ist vielschichtig und berührt den Kern dessen, wie wir Arbeit, Sinn und unser eigenes Leben definieren.

Der Unterschied zwischen Rolle und Fassade

Zunächst eine wichtige Klarstellung: Es ist völlig normal und gesund, dass wir uns in verschiedenen Systemen und Gemeinschaften unterschiedlich verhalten. Wir nehmen automatisch verschiedene Rollen an.

Ein konkretes Beispiel: Menschen verhalten sich zu Hause oft anders als im Job oder im Sportverein. Das liegt daran, dass wir soziale Wesen sind, die unterschiedliche Rollenidentitäten annehmen.

Aus meiner Coaching-Erfahrung hat das nichts damit zu tun, dass man sich "verstellt". Es ist ein natürliches Anpassungsverhalten.

Gefährlich wird es erst dann, wenn dieser Zustand kippt.

Die rote Flagge: Wenn Anpassung zu Widerstand wird

Viel relevanter als die bloße Rollenannahme ist der Moment, in dem wir uns beruflich stark unter Druck gesetzt fühlen. Wenn wir versuchen, ein bestimmtes Verhalten zu zeigen, nicht weil es automatisch aus uns herauskommt, sondern weil wir verzweifelt versuchen, einer Rolle gerecht zu werden.

Solange sich eine Person damit wohl und sicher fühlt und die gewünschten Ergebnisse erzielt, mag das eine Zeit lang gut gehen.

Doch oft passiert etwas anderes: Es entsteht ein innerer Widerstand (Widerstand) zwischen unserem wahren Naturell und den Anforderungen von außen. Wenn dieser Widerstand zu stark wird, beginnt er, uns auf Dauer Energie zu rauben. Wir sind mental erschöpft und oftmals stark im Kopf angestrengt, weil wir permanent versuchen, diese Rolle aufrechtzuerhalten.

Wir fühlen uns von uns selbst entkoppelt. Wir funktionieren nur noch.

Der Kern des Lebens: Lebenszeit, Flow und Sinngebung

Letztendlich geht es im Kern darum, dass wir zu unserer wahren Identität zurückkehren. Wir wollen ein Verhalten zeigen – beruflich wie privat – bei dem wir das Gefühl haben: „Wir passen wie das Puzzleteil zum Puzzle“. Wir wollen aus einer inneren Überzeugung heraus agieren, nicht aufgrund äußerer Anforderungen oder Zwänge.

In meinen Coachings dreht sich alles um die wertvollste Ressource, die wir besitzen: unsere Lebenszeit.

Diese Ressource rieselt uns Tag für Tag durch die Finger. Wir können sie nicht zurückkaufen oder zurückdrehen. Die zentrale Frage lautet daher:

Womit möchte ich meine wertvollste Ressource, meine Lebenszeit, Tag für Tag verbringen?

Ist das Leben, das ich führe, für mich sinnvoll, freudvoll, zufriedenstellend und innerlich erfüllend? Es geht nicht darum, dass jeder Tag perfekt ist, aber darum, dass wir überwiegend im Flow, in der Motivation, der Erfüllung und der Sinngebung sind. Dass wir spüren: Das, was ich tue, mache ich mit Herzblut, mit Herz und Verstand, aus meinem inneren Wesen heraus.

Warum "Funktionieren" keine Zukunftsoption ist

Oft braucht es gar nicht viel, um aus dem Zustand des reinen Funktionierens in den freudvollen Zustand des Flows zu kommen. Diesen Übergang zu begleiten, sehe ich als meine wichtigste Aufgabe.

Denn diese innere Haltung ist nicht nur ein "Nice-to-have". Sie ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit.

Nur Menschen, die überwiegend aus sich selbst heraus, mit einer echten Sinngebung agieren, können wirklich Verantwortung übernehmen. Nur sie sind eine wirklich wertvolle Ressource für ein Unternehmen.

Alles andere – das Abarbeiten von repetitiven Tätigkeiten, für die man keine intrinsische Motivation verspürt – wird über kurz oder lang ersetzbar sein, nicht zuletzt durch die rasanten Entwicklungen im Bereich der KI. Wenn Menschen sich Tag für Tag zur Arbeit quälen, um Aufgaben zu erfüllen, die sie innerlich ablehnen, hat das keine Zukunft.

Ihr Weg: Vom Widerstand zur inneren Überzeugung

Wenn Sie bei sich diesen energieraubenden Widerstand spüren, ist es an der Zeit, etwas zu ändern.

Manchmal sind es kleine "Mindshifts", also Veränderungen im eigenen Mindset oder in der inneren Überzeugung. Manchmal braucht es aber auch weitreichendere, relevante Schritte: vielleicht die Veränderung der Tätigkeit, einen Teamwechsel, den Wechsel des Unternehmens oder sogar eine komplette berufliche Neuausrichtung.

Ich lade Sie ein, genau hinzuschauen. Tauchen Sie in Ihren eigenen Kern ein. Fühlen, denken und setzen Sie sich mit sich selbst auseinander.

Vertiefende Coaching-Fragen für Ihre Reflexion

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und beantworten Sie diese Fragen für sich – ehrlich und ungeschönt:

  1. Die Widerstands-Analyse: In welchen Situationen (beruflich oder privat) spüren Sie den größten inneren Widerstand? Woran genau merken Sie das (z.B. Erschöpfung, Anspannung im Kopf, Frustration)?

  2. Der Energie-Kompass: Welche Tätigkeiten und welche Menschen geben Ihnen Energie (Flow, Herzblut)? Welche rauben Ihnen Energie (Funktionieren, Zwang)? Wie ist das Verhältnis dieser beiden Pole in Ihrer aktuellen Woche?

  3. Die Puzzle-Frage: Wenn Sie Ihr "wahres Naturell" als Puzzleteil sehen: An welchen Stellen in Ihrem Leben (Beruf, Gemeinschaft, Familie) fühlen Sie sich, als würden Sie perfekt passen? An welchen Stellen fühlen Sie sich, als müssten Sie sich verbiegen, um in eine fremde Form zu passen?

  4. Die Lebenszeit-Perspektive: Stellen Sie sich vor, Sie blicken am Ende Ihres Lebens zurück. Welche Erfahrungen, die Sie jetzt gerade machen, werden Sie als wertvoll investierte Lebenszeit betrachten? Und welche werden Sie als reines "Funktionieren" bedauern?

  5. Der Mindshift-Hebel: Wenn Sie eine einzige kleine Sache in Ihrer Haltung (Ihrem Mindset) ändern könnten, um morgen mit 10% mehr Flow statt Widerstand zu agieren – was wäre das?

Sujet Coaching

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