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Wie siehst du dich wirklich?

Der Mensch lebt nicht in direkter Übereinstimmung mit der Wirklichkeit seines Selbst, sondern in der Deutung seines Selbst

Du denkst oft, du siehst dich selbst klar. Aber vielleicht stimmt genau das nicht. Vielleicht siehst du nicht, wie du wirklich bist, sondern nur das, worauf du trainiert wurdest. Das Selfie wird hundertmal neu gemacht. Filter legen sich über dein Gesicht. Makeup soll das verdecken, was angeblich nicht schön genug ist. Dabei warst du vielleicht nie zu wenig, sondern nur zu lange durch einen fremden Maßstab betrachtet. Nicht der Körper ist immer das Problem. Oft ist es der Blick auf ihn. Ein Blick, der von Unsicherheit, Vergleichen und alten Verletzungen geformt wurde. So beginnt der Mensch, an sich selbst zu zweifeln, obwohl mit ihm nichts falsch ist.

Genau hier wird sichtbar, wie mächtig das Selbstbild ist. Es bestimmt nicht nur, wie du dich siehst, sondern auch, woran du deinen Wert knüpfst. Aussehen, Erfolg, Anerkennung oder Kontrolle bekommen nur deshalb so viel Macht, weil du glaubst, dass sie etwas über deinen inneren Wert erzählen. Und darin liegt der eigentliche Schmerz vieler Menschen: Sie leiden nicht nur an dem, was ist, sondern an dem, was es in ihnen bedeutet. Manche bleiben sogar lieber in einem vertrauten Mangel, als sich auf ein unbekanntes Glück einzulassen, weil selbst Schmerz noch sicher wirken kann, wenn er zum eigenen Bild passt. Doch die Wahrheit ist: Du musst nicht erst jemand anderes werden, um wertvoll zu sein. Vielleicht beginnt Veränderung genau dort, wo du aufhörst, alles zu glauben, was du über dich gelernt hast – und anfängst zu erkennen, dass du schon jetzt gut bist, so wie du bist.

Wie frei kannst du sein, wenn du dich noch immer mit Augen betrachtest, die nie wirklich deine waren?