(S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Es ist Donnerstag. Du liest die ”Post aus Dachau”, den wöchentlichen Kultur-Newsletter von Stadtführung mit Matthias (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) für Dachau und München.
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Für Alle, die ihre Stadt genauso lieben, wie Du und ich.
Diese Woche: Erinnerung im Stadtraum, neue Fragen zur Geschichte – und Kultur zwischen großen Bühnen, Hinterhöfen und leisen Experimenten.
Servus,
in dieser Woche ist in Dachau auffallend oft von Erinnerung die Rede – und davon, wie sehr sie die Gegenwart betrifft.
Da sind zum einen die neuen Stolpersteine, die an acht Stellen in der Stadt eingesetzt wurden. Kleine Messingplatten, die beim Vorübergehen kaum auffallen – und genau deshalb so wirksam sind. Sie holen Biografien zurück in den Alltag, machen sichtbar, was lange unsichtbar war: Verfolgung, Ausgrenzung, Mord – oft direkt vor der eigenen Haustür. Dass viele dieser Geschichten erst jetzt erzählt werden, dass sie teilweise über Jahrzehnte hinweg verschwiegen wurden, zeigt, wie sehr Erinnerung auch immer ein Nachholen ist.
Gleichzeitig beginnt sich die Perspektive erneut zu verschieben. Mit der geplanten Entwicklung eines Erinnerungsorts auf dem Gelände der sogenannten „Plantage“ rücken bislang wenig beleuchtete Kapitel der NS-Zwangsarbeit in den Fokus. Und auch politisch steht Dachau vor Fragen, die sich nicht mehr aufschieben lassen: Der Umgang mit belasteten Straßennamen rückt wieder auf die Agenda. Experten haben ihre Arbeit längst vorgelegt, fordern nun Entscheidungen – und bringen damit ein Thema zurück, das weit über Symbolik hinausgeht. Es geht um Sichtbarkeit, Verantwortung und darum, wen eine Stadt öffentlich ehrt. Oder eben nicht mehr.
Parallel dazu geraten auch die kulturellen Räume selbst in Bewegung. In der Dachauer Gemäldegalerie wird derzeit etwas ausprobiert, das vor Kurzem noch kaum vorstellbar war: zeitgenössische Kunst in einem Haus, das lange der klassischen Malerei vorbehalten war. Aus einer Lücke heraus entstanden, wirkt dieses Experiment wie ein vorsichtiges Neujustieren – zwischen dem, was verloren gegangen ist, und dem, was möglich wird.
Und genau in dieser Spannung bewegen sich auch die kulturellen Formate dieser Woche.
Der Dachauer Musiksommer bringt die großen Namen – und lebt doch von den Momenten dazwischen. In der KVD-Galerie entstehen mit Ausstellung und Hinterhofsommer Räume für das Offene, Unfertige, Experimentelle. Der „Blaue Mantel“ reduziert bewusst auf das Wesentliche, während andernorts – etwa in der Glockenbachwerkstatt – musikalische Ansätze aufeinandertreffen und sich erst im gemeinsamen Moment vollständig zeigen.
Nichts scheint abgeschlossen. Weder Erinnerung noch Kunst. Genau darin liegt ihre Stärke.
Schön, dass du auch diese Woche wieder mit dabei bist – und bleibst.
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#Hinterhofsommer
Es gibt Abende, bei denen man im Vorfeld nicht genau weiß, was einen erwartet – und vielleicht gerade deshalb hingeht. „Der Mythos vom rollenden Stein“ im Rahmen des KVD Hinterhofsommers ist so ein Fall.
Ein existenzielles Musiktheater voller Anarchie – das klingt zunächst groß, vielleicht sogar ein wenig sperrig. Und trifft den Kern doch erstaunlich gut.
Hinter dem Projekt steht der Münchner Künstler Martin Stiefel, der seit Jahren an der Schnittstelle von Performance, Objektkunst und Theater arbeitet. Seine Arbeiten kreisen um Bewegung, Wiederholung, das Scheitern – und darum, wie daraus etwas Lebendiges entstehen kann. Gemeinsam mit DER TRIEB, einem seit den 80ern gewachsenen Improvisationskollektiv zwischen Kraut, Jazz und freier Klangforschung, wird daraus kein klassisches Stück, sondern eher ein offenes Ereignis.
(S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Der „rollende Stein“ ist dabei weniger Erzählung als Zustand: eine lose Annäherung an den Sisyphos-Mythos, übersetzt in Klang, Körper, Rhythmus. Nichts verläuft linear, vieles entsteht im Moment. Musik, Geräusch, Aktion greifen ineinander – manchmal roh, manchmal überraschend humorvoll. Es ist genau diese Unberechenbarkeit, die den Abend trägt.
Hier geht es nicht um Hochglanz, sondern um Erfahrung. Um ein Format, das sich dem Durchplanen entzieht und stattdessen darauf vertraut, dass etwas passiert, wenn man es zulässt.
👉 Geheimtipp – gerade wenn Du Lust hast, Dich auch mal auf das Ungewohnte einzulassen.
🗓 Mittwoch, 3.6.2026 um 20 Uhr
Und vielleicht auch ein guter Anlass, am KVD Hinterhofsommer gefallen zu finden. Denn hier entsteht fast beiläufig, eine kleine, eigenwillige Bühne im Innenhof der ehemaligen “Neuen Galerie”: niedrigschwellig und bewusst offen. Immer mittwochs, Einlass ab 19:30 Uhr, Beginn gegen 20 Uhr – ohne Eintritt. Bei jedem Wetter.
Das Spektrum 2026 ist breit angelegt:
10.6. – Gently down the line
Akustischer Stilmix zwischen Klassik, Jazz und Folklore17.6. – Somnya
Melodic Techno und Progressive House in Live-Form – elektronisch, aber mit Bühnenpräsenz24.6. – Gabi Teresa Klohn | „Abschiedslied“
Lesung mit musikalischer Begleitung – persönlich, biografisch erzählt1.7. – Ludwigsfelder Chor & die Lu’Krainians
Internationale und ukrainische Lieder – Gemeinschaft und Stimme im Mittelpunkt8.7. – DER FÖNIG
Szenisch-musikalische Lesung zwischen Alltagsbeobachtung und groteskem Zugriff
Es ist genau diese Mischung, die den Reiz ausmacht: kein klarer roten Faden im klassischen Sinn, sondern ein bewusst heterogenes Programm, das Musik, Literatur, Performance und Experiment nebeneinanderstellt – und damit Räume öffnet, in denen Dinge passieren können, die anderswo oft keinen Platz mehr finden.
Oder anders gesagt: Der Hinterhof wird hier zur Bühne für das, was sich nicht so leicht einordnen lässt. Und gerade deshalb bleibt.
Wien – Hin und weg und a Reparaturseidl
Fast zeitgleich öffnet in der Galerie der KVD eine Ausstellung, die sich auf ganz eigene Weise mit Stadt, Erinnerung und Wahrnehmung auseinandersetzt. Victor Halb, Martin Stiefel und Alfred Ullrich werfen ihre jeweils sehr persönlichen Blicke auf Wien – und verweben sie zu einem vielschichtigen Gesamtbild.
Interessant ist dabei auch die gemeinsame künstlerische Herkunft: Alle drei verbindet – auf unterschiedliche Weise – eine Nähe zur Tradition des Wiener Aktionismus, jener radikalen, körperbetonten Kunstform der 1960er Jahre, die bis heute nachwirkt. Kennengelernt haben sie sich unter anderem im legendären Wiener Perinetkeller, einem Ort, an dem diese experimentelle Linie lebendig geblieben ist. Was jetzt in Dachau zu sehen ist, versteht sich als Weiterentwicklung einer dort entstandenen Zusammenarbeit.
(S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Entsprechend wirkt die Ausstellung weniger wie eine klassische Gruppenschau als wie ein ineinander verschränktes Projekt.
Victor Halb agiert dabei fast wie ein „Allesforscher“: Sein sogenanntes Verfallslabor ist ein vielschichtiges Geflecht aus Text, Film, Bild und Projektion – ein Raum, in dem Dinge sich auflösen, verändern und neu zusammensetzen.
Martin Stiefel bringt seine kinetischen Arbeiten ein, die erst durch die Anwesenheit des Publikums wirklich in Bewegung kommen. Kunst als Wechselwirkung – nicht zuletzt deshalb erstaunlich zugänglich, fast spielerisch (und ausdrücklich auch für jüngere Besucher interessant).
Alfred Ullrich ergänzt das Ganze mit Druckgrafiken und seinem Roadmovie „Von Ottakring ins Neuhimmelreich“, das die Ausstellung um eine erzählerische, biografisch geprägte Dimension erweitert.
Gemeinsam entsteht kein statisches Bild von Wien, sondern ein dynamisches Mosaik aus Erinnerungen, Referenzen und Verschiebungen.
Der Titel – „Hin und weg und a Reparaturseidl“ – trifft dabei nicht nur den Ton, sondern auch die Haltung: unterwegs sein, sich verlieren, etwas reparieren, weitergehen.
Vielleicht passt die Ausstellung gerade deshalb so gut in die KVD: Sie verlangt keine eindeutige Lesart, sondern lädt zum Entdecken ein. Und entfaltet ihre Stärke genau dort, wo man sich einlässt – und anfängt, die Verbindungen selbst zu ziehen.
Vernissage: Donnerstag, 28. Mai um 19:30 Uhr
Ausstellung: 29.5. – 21.6.2026
Finissage: 21.6. um 15 Uhr
Öffnungszeiten: Do – Sa: 16 bis 19 Uhr, So 14 bis 18 Uhr
Galerie der KVD, Konrad-Adenauer-Straße 20, 85221 Dachau
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#blauerMantel
Manchmal sind es nicht die großen Bühnen, die im Gedächtnis bleiben, sondern die Abende, die sich bewusst klein halten. „Der Blaue Mantel“ im Musikbote ist genau so ein Format – und dass der erste Termin Anfang Juni bereits ausverkauft ist, spricht weniger für einen Hype als für ein feines Gespür im Publikum.
Was hier entsteht, ist kein klassisches Konzert, sondern eher eine Art Versuchsanordnung: Musik als Moment. Ein Set, rund 45 Minuten, ohne Pause. Danach kein dramaturgisch gesetzter Nachhall, sondern einfach Zeit – zum Bleiben, zum Weitergehen, zum Gespräch. Diese Reduktion ist kein Verzicht, sondern eine Haltung.
Das Ensemble um Renate Jatzeck (Gesang) und Kai Kühnel (Klavier), ergänzt durch Bass und Schlagwerk, bewegt sich dabei in einem bewusst offenen Raum. Deutschsprachige Songs treffen auf spontane Gedanken, kleine Beobachtungen, vielleicht auch auf das Ungeplante, das sich erst im Kontakt mit dem Publikum ergibt. Nichts ist vollständig festgelegt, vieles entsteht im Augenblick – ein Konzept, das weniger auf Perfektion als auf Präsenz setzt.
Der Titel des Programms, „Mmh – ein Nachtisch“, ist dabei erstaunlich treffend. Er beschreibt ein Format, das sich gegen die Überforderung des „immer mehr“ stellt. Kein Drei-Gänge-Konzertabend, der Aufmerksamkeit einfordert, sondern etwas Konzentriertes, das sich nehmen lässt, ohne Verpflichtung. Gerade darin liegt eine gewisse Radikalität: Kunst, die die Zeit ihres Publikums ernst nimmt.
Interessant ist auch die Offenheit des Projekts selbst. „Der Blaue Mantel“ versteht sich nicht als feste Band, sondern als kuratierter Rahmen. Programme entstehen für konkrete Räume und Anlässe, verändern sich, werden weitergedacht – wie jetzt zwischen dem bereits ausverkauften ersten Teil und der Fortsetzung im Juli. Wer wiederkommt, sieht nicht einfach das Gleiche noch einmal, sondern einen Abend, der sich verschoben hat.
Und dann ist da noch dieses kleine, fast spielerische Detail: der blaue Werkstattkittel. Wer einen hat, soll ihn mitbringen. Je abgenutzter, desto besser. Was zunächst wie eine charmante Einladung wirkt, verweist auf etwas Tieferes: auf Arbeit, auf Spuren, auf das, was ein Abend hinterlässt. Vielleicht auch auf die Idee, dass Kultur kein fertiges Produkt ist, sondern ein Prozess.
In einer Zeit, in der vieles auf maximale Aufmerksamkeit und größtmögliche Verdichtung angelegt ist, wirkt „Der Blaue Mantel“ fast wie ein Gegenentwurf. Leise, konzentriert, offen. Und gerade deshalb bemerkenswert.
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#etwasDrittes
Wenn Dir heute Abend nach einem Konzertabend ist, der weniger auf den großen Namen setzt als auf das Zusammenspiel – auf die Idee, dass zwischen zwei Ansätzen etwas Drittes entstehen kann. Das Feature von Ala Cya & Trio Nova in der Glockenbachwerkstatt gehört genau in diese Kategorie.
Die deutsch-polnische Künstlerin Ala Cya bewegt sich mit ihrer Musik bewusst zwischen den Welten: Indie-Pop trifft auf cineastische Klangräume, elektronische Beats auf eine Stimme, die sowohl fragil als auch sehr klar geführt ist. Ihre Songs wirken oft wie kleine Innenräume – geprägt von Naturbildern, von Fragen nach Selbstbestimmung und Veränderung. Es ist Musik, die nicht drängt, sondern sich entfaltet.
Trio Nova setzen an einem anderen Punkt an – instrumental, strukturiert, zugleich offen für Einflüsse. Gitarre, Piano, Synthesizer und ein präsentes Schlagzeug entwickeln hier eine Klangarchitektur, die sich ständig verschiebt: mal getragen von minimalistischen Motiven, mal von dichten, rhythmisch aufgeladenen Passagen. Dass dabei Einflüsse aus Hip-Hop, Trap oder Drum’n’Bass auftauchen, passiert eher beiläufig – als Erweiterung, nicht als Stilzitat.
Spannend wird der Abend genau dort, wo sich diese beiden Ansätze begegnen. Wenn Stimme auf Texturen trifft, Songs auf offene Formen, entsteht ein Dialog, der nicht auf Sicherheit zielt, sondern auf Bewegung. Bekanntes Material wird neu gedacht, Arrangements verändern sich, Übergänge bleiben bewusst durchlässig.
Die Glockenbachwerkstatt ist für solche Abende fast schon ein idealer Ort. Nah dran, ohne große Distanz zwischen Bühne und Publikum – ein Raum, der Experimente zulässt, ohne sie zu überhöhen.
Vielleicht ist es genau das, was dieses Konzert ausmacht: kein fertiges Konzept, sondern ein gemeinsames Forschen im Klang.
Und damit eine dieser Gelegenheiten, bei denen man nicht nur hört, sondern miterlebt, wie etwas entsteht.
Donnerstag, 28.05.2026 um 20:30 Uhr
Glockenbachwerkstatt, Blumenstrasse 7, 80331 München
Eintritt: VVK15€ | AK 20€ (vergünstigt 10€|15€)
#Musiksommer
Es ist eines dieser leisen Paradoxe des Kultursommers, der diese Woche beginnt: Das größte Gespräch entsteht oft um ein Konzert, für das es längst keine Karten mehr gibt. Element of Crime auf dem Dachauer Rathausplatz – ausverkauft. Und doch sagt genau das etwas über die Strahlkraft dieser Band aus, die seit über vier Jahrzehnten einen ganz eigenen Ton trifft: zwischen lakonischem Großstadtpoetentum, melancholischem Chanson und einer eigensinnigen Form von Gitarrenmusik, die nie modisch sein wollte und gerade deshalb zeitlos geblieben ist.
Dass Dachau die einzige Bayern-Station der „Unscharf mit Katze“-Tour ist, wirkt da fast wie ein kleines kulturpolitisches Statement: Die Provinz als Ort der Verdichtung. Element of Crime spielen nicht einfach ihre Klassiker herunter, sondern graben im eigenen Werk, holen lange Vergessenes hervor und setzen Neues daneben. Es ist diese Mischung aus Verlässlichkeit und Überraschung, die ihre Konzerte zu mehr macht als Nostalgie – eher zu einem fortlaufenden Dialog mit dem eigenen Publikum.
Da dieser Abend bereits voll ist, lenkt es den Blick fast automatisch auf das, was darum herum passiert.
Mit Royal Republic kommt am 13. Juni eine Band nach Dachau, die auf den ersten Blick wie das Gegenteil von Sven Regeners Erzählmusik funktioniert: laut, energetisch, mit einem Hang zum großen, ironisch gebrochenen Rockgestus. Die Schweden beherrschen das Spiel mit Riffs, Hooks und Humor – und bringen eine Spielfreude mit, die den Rathausplatz mühelos in ein Festivalgelände verwandeln dürfte. Ihr aktuelles Album „LoveCop“ setzt genau dort an, wo internationaler Gitarrenrock heute stehen kann: zwischen Selbstzitat, Tanzbarkeit und einer gehörigen Portion Selbstironie.
Wieder ganz anders gelagert ist der Abend mit Von Wegen Lisbeth am 28. Juni. Die Berliner Band hat sich in den letzten Jahren zu einer der prägendsten Stimmen im deutschsprachigen Indie-Pop entwickelt – nicht durch große Gesten, sondern durch präzise Beobachtungen. Ihre Songs erzählen vom Alltag, von Absurditäten und kleinen Verschiebungen im Lebensgefühl einer Generation, die irgendwo zwischen Ironie und Ernst navigiert. Dass sie mit neuem Material im Gepäck kommen, macht dieses Konzert besonders reizvoll: Es geht weniger um Rückblick als um ein Weiterdenken dessen, was deutschsprachiger Pop heute sein kann.
Und dann ist da noch dieser eine Abend, der den Musiksommer jedes Jahr neu erdet: „Jazz in allen Gassen“.
Was hier passiert, lässt sich kaum als klassisches Konzertformat beschreiben. Es ist eher ein kollektiver Ausnahmezustand der angenehmsten Sorte. Wenn sechs Bands auf fünf Bühnen die Altstadt bespielen, wenn Blues neben Bossa Nova steht, Rockabilly auf Global Pop trifft und sich dazwischen Menschen durch die Gassen treiben lassen, entsteht etwas, das näher an der ursprünglichen Idee von Stadt als öffentlichem Raum ist als viele geplante Kulturformate.
Es ist diese Gleichzeitigkeit, die den Abend so besonders macht: Man bleibt stehen, hört zu, geht weiter, bleibt wieder stehen. Musik wird hier nicht nur konsumiert, sondern erlebt – im Gehen, im Zufall, im Austausch. Dass dabei bis zu 10.000 Menschen zusammenkommen, zeigt, wie groß das Bedürfnis nach genau solchen offenen, niederschwelligen Formaten ist.
Vielleicht ist es gerade diese Mischung aus großen Namen und kollektivem Straßenerlebnis, die den Dachauer Musiksommer so relevant macht. Er schafft es, unterschiedliche kulturelle Sprachen nebeneinander stehen zu lassen. Und erinnert damit ganz beiläufig daran, dass Kultur nicht nur auf Bühnen stattfindet, sondern vor allem dort, wo Menschen sich begegnen.
#mehrKultur
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Offene Touren 2026

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