Wenn du als erfolgreicher Online-Händler in Deutschland lebst und mit dem Gedanken spielst, deinen Lebensmittelpunkt nach Dubai zu verlagern, dann betrittst du steuerlich und organisatorisch ein komplexes Terrain. Dieser Beitrag zeigt dir, wie ein solcher Wegzug strukturiert ablaufen sollte – von der Planung über die Fristen bis zu den Kosten – und liefert dir eine klare Checkliste zur Umsetzung. Am Ende hast du ein realistisches Szenario vor Augen, das dir hilft, deinen Auswanderungsprozess strategisch zu gestalten.
Warum gerade Dubai? Ein kurzer Blick auf die Rahmenbedingungen
Bis vor wenigen Jahren galten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), insbesondere Dubai, als steuerfreies Paradies: keine Einkommensteuer, keine Kapitalertragssteuer, keine Vermögensteuer, keine Erbschaft- oder Schenkungsteuer.
Doch seit Juni 2023 hat sich die Lage geändert: Die VAE führen eine föderale Körperschaftsteuer ein – mit einem Steuersatz von 9 % auf Gewinne oberhalb von AED 375.000 (ca. 90.000 Euro). Für natürliche Personen, also dein persönliches Einkommen, bleibt es in der Regel steuerfrei – sofern du die steuerliche Ansässigkeit sauber organisierst.
Das heißt: Auch in Dubai muss man heute betriebswirtschaftlich denken und Strukturen klug platzieren. Aber das Potenzial zur Steueroptimierung ist weiterhin hoch – wenn du nicht den Fehler machst, in Deutschland zu bleiben.
Ein zentraler Punkt: Es gibt kein gültiges Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Deutschland und den VAE mehr. Das frühere Abkommen lief Ende 2021 aus und wurde nicht verlängert. Das bringt Chancen, aber auch Risiken, wie wir gleich sehen werden.