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Exportiert ist nicht entsorgt

Was nach dem Import wirklich passiert

Als ich zum ersten Mal sah, wie unser Müll abgeholt wurde, musste ich lächeln. Kein Müllwagen bog um die Ecke, sondern ein Mann mit einem Eselskarren. Gemächlich zog der Esel von Haus zu Haus und sammelte die Abfälle ein. Für mich war das zunächst einfach nur eine dieser kleinen afrikanischen Szenen, die ich so liebte. Später begegnete ich den Eselskarren überall. Bis heute fahren sie durch viele Viertel und holen den Müll ab.

Erst einige Wochen später stellte ich mir eine Frage, über die ich in Deutschland nie nachgedacht hatte: Wohin bringt er unseren Müll eigentlich?

In Berlin hatte ich meinen Hausmüll jahrzehntelang in eine Tonne geworfen. Am nächsten Morgen war sie leer. Was danach mit meinem Müll geschah, interessierte mich ehrlich gesagt nie besonders. In Gambia war das anders. Hier verschwand der Müll nicht. Man konnte ihm förmlich hinterherfahren.

Irgendwann führte mich dieser Weg zur großen Müllhalde. Als ich zum ersten Mal daran vorbeifuhr, musste ich zweimal hinschauen. Ausgerechnet gegenüber dem SOS-Kinderdorf türmten sich die Müllberge. Immer wieder stieg dichter Rauch auf und zog über die Straße, auf der ich gerade fuhr. Erst später wurde mir bewusst, dass die Kinder den Qualm Tag für Tag einatmen. Selbst bei uns zu Hause, rund fünf Kilometer entfernt, riecht man ihn noch, wenn der Wind ungünstig steht.

Doch nicht nur auf der Müllhalde wird verbrannt. Viele Menschen möchten die Gebühren für die Eselskarren oder die Müllabfuhr sparen und entsorgen ihren Müll lieber im eigenen Garten oder direkt vor der Haustür. Als ich eines Abends durch Bakau fuhr, wunderte ich mich über die vielen kleinen Feuer am Straßenrand. Später erklärte man mir, dass es oft Wachleute seien, die den Müll ihrer Arbeitgeber verbrennen – ganz gleich, ob es sich um Papier, Plastik oder andere Materialien handelt.

Noch eindrücklicher war für mich allerdings ein anderer Morgen.

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