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Auf den Spuren der Fast Fashion

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Es ist schon ein bisschen peinlich für die SPÖ. Auf der anderen Seite gut, dass wir in einem Land leben, in dem Journalist*innen (im konkreten Fall dem ZIB2-Anchor Martin Thür) so etwas auffällt. Mit dem Ausscheiden der SPÖ-Abgeordneten Elke Hanel-Torsch und der Übernahme des Nationalratsmandats durch Christoph Matznetter rutscht der SPÖ-Parlamentsklub unter eine Frauenquote von 40 Prozent und verliert damit eine Frauenförderung in der Höhe von 160.000 Euro. Hanel-Torsch wird neue Wiener Wohnbaustadträtin. 

Wie gesagt, ein bisschen peinlich, dass das so knapp vor dem Weltfrauentag passiert. Andererseits müsste die SPÖ Matznetter wohl zwingen, sein Mandat einer Frau zu überlassen – und wo kämen wir denn da hin? Aus der SPÖ heißt es gegenüber dem Standard: (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) „Die SPÖ ist für die Frauenquote und erstellt ihre Listen stets nach dem sogenannten Reißverschlussprinzip, um die Quote auch erfüllen zu können“, heißt es in einer Stellungnahme aus dem Klub an den STANDARD. „Die Nachrückungen über die Landesliste, die sich aus dieser Listenerstellung ergeben, führen in diesem Fall leider dazu, dass die Frauenquote vorläufig nicht erfüllt werden kann. Wir sind aber zuversichtlich, die Frauenquote bald wieder erfüllen zu können.“

Außerdem geht es heut um zwei Nationalratsbeschlüsse, Islands Wunsch nach einem EU-Beitritt und getötete Journalist*innen.

Nationalrat beschließt Gesetz gegen Shrinkflation und Stabilitätspakt

In seiner gestrigen Sitzung hat der Nationalrat unter anderem zwei wichtige Gesetze beschlossen, die an dieser Stelle kurz beleuchtet werden sollen. Zum einen ging es um ein Gesetz, mit dem die sogenannte Shrinkflation, also das Schrumpfen von Füllmengen bei gleichem oder höherem Preis, bekämpft werden soll. Alle Parteien außer der FPÖ stimmten dafür, dass Lebensmittel- und Drogerieeinzelhändler in Zukunft 60 Tage lang, Produkte, deren Füllmenge bei gleicher Verpackungsgröße gesunken ist, kennzeichnen – entweder auf dem Produkt, am Regal, in unmittelbarer Umgebung oder per Informationsschild. Das Gesetz tritt im April in Kraft und ist bis Mitte 2030 befristet. Bei wiederholter Missachtung drohen letztendlich Geldstrafen. Der ORF (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) liefert einen Überblick. 

Zum anderen stimmte der Nationalrat mit den Stimmen der Regierungsparteien ÖVP, SPÖ und NEOS für eine Genehmigung des sogenannten Stabilitätspaktes, eines zentralen Hebels der Budgetpolitik der kommenden Jahre. In der Vereinbarung, die zwischen Bund, Ländern und Gemeinden koordiniert wurde, werden die genauen Verschuldungszahlen für alle drei Ebenen festgehalten. Für die Einigung gab es von den Koalitionsparteien Lob für den Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ). Von der FPÖ und den Grünen hagelte es Kritik an der Budgetpolitik der Regierung.  

Island macht neuen Anlauf für EU-Beitritt

Island ist zwar Gründungsmitglied der Nato, hat aber kein eigenes Militär. Der kleine Inselstaat im Norden Europas ist sicherheitspolitisch stark auf die USA angewiesen. Weil dieses Bündnis unter Donald Trump – gerade mit Blick auf den Ukraine-Krieg – nicht mehr verlässlich erscheint, erhöhte die Regierung in Reykjavík die Verteidigungsausgaben. Es wird auch überlegt, ob eigene Streitkräfte sinnvoll wären. Parallel dazu treibt die sozialdemokratische Regierungschefin Kristrún Frostadóttir ein weiteres Vorhaben voran, wie das RND (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) berichtet: Sie will die isländische Bevölkerung in den kommenden Monaten über die Wiederaufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen abstimmen lassen.

Beitrittsgespräche hat es schon mal gegeben, der Antrag wurde 2015 aber zurückgezogen – vor allem wegen Streit über die isländische Fischereipolitik und aus Sorge, zu viel Souveränität abzugeben. Wegen der veränderten geopolitischen Lage scheint sich die Stimmung im Land nun zu drehen. Mit Ausnahme von Fischerei und Landwirtschaft ist Island ohnehin schon Teil des EU-Binnenmarkts, hebt die FAZ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) hervor. Das Land gehört auch zum Schengen-Raum. (Luzia Geier)

2025 war tödliches Jahr für Journalist*innen

129 Journalist*innen wurden 2025 auf der ganzen Welt getötet. Das zeigen neue Zahlen der unabhängigen NGO Comitee to Protect Journalists (CPJ). Vergangenes Jahr wurden damit am meisten Journalist*innen getötet, seit die CPJ die Aufzeichnungen dazu im Jahr 1992 gestartet hat. Laut der Organisation war das israelische Militär für zwei Drittel aller getöteten Journalist*innen im letzten Jahr verantwortlich.

Mehr als 60 Prozent der 86 von Israel getöteten Pressevertreter*innen seien Palästinenser*innen gewesen, die aus dem Gazastreifen berichteten. Im Bürgerkrieg im Sudan waren es demzufolge neun Journalist*innen und im Ukraine-Krieg vier. 

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Auf den Spuren der Fast Fashion

Die Bekleidungsindustrie verursacht mehr Treibhausgas-Emissionen als Luftfahrt und Schifffahrt zusammen. Dieser Fakt liefert den Aufhänger für eine neue moment.at (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)-Doku über Fast Fashion.

In über 50 Minuten wird untersucht, welche Konsequenzen unser Kleidungs-Konsum für Menschen, Umwelt und Gesellschaft hat und was die Politik anders machen müsste. 

https://www.moment.at/story/fast-fashion-probleme/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)


Wie VW der Amazonas-Zerstörung den Weg bereitete

Wer verstehen will, warum der Amazonas kollabiert, muss die Geschichte einer bestimmten Farm kennen. Dort ließ VW in den 1980ern tausende Hektar Regenwald abholzen – von Zwangsarbeitern.

https://krautreporter.de/klimakrise-und-losungen/6128-wie-vw-der-amazonas-zerstorung-den-weg-bereitete#lesen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Wie eine EU-finanzierte Nachrichtenplattform autoritär abgebogen ist

Geplant als Antwort der EU auf den US-Sender CNN war die TV-Nachrichtenplattform Euronews lange ein wichtiges europäisches Leuchtturm-Medium. Die EU und die Rundfunksender einiger wichtiger Mitgliedsstaaten haben gemeinsam das finanzielle Fundament für den Aufbau von Euronews gelegt.

Doch finanzielle Probleme und Einbußen bei Nutzer*innen haben zu einem Kurswechsel geführt. Euronews hat sich immer weiter an verschiedene autoritäre Regime von Serbien bis Aserbaidschan angenähert, wie eine exzellente Recherche der Plattform Euractiv zeigt. 

https://www.euractiv.com/news/inside-euronews-how-europes-broadcaster-became-an-influence-network/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Freut sich schon aufs hoffentlich sonnige Wochenende:

Emil

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