Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Es wird kalt in Europa. Also nicht nur, weil Donald Trump Gaga geht und einfach die Spitze eines anderen souveränen Staates verhaften und kidnappen lässt. (Auch Grönland steht auf seiner Liste.) Sondern auch, weil aktuell tatsächlich eine Kältewelle Westeuropa in die Zange nimmt. Der österreichische Kältehotspot diese Nacht war mit -25,7 Grad Liebenau-Gugu (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) im Mühlviertel in Oberösterreich. Aktuell hat es dort an die -15 Grad.
Gerade jetzt sind Angebote wie das Caritas-Kältetelefon (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) ganz besonders wichtig. Weitere Tipps gegen die sibirische Kälte gibt es hier (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

Ansonsten geht es heute um: Trump, das Brandunglück in Crans-Montana und eine Granate in der Nähe von Wiener Synagogen.

Trump droht: Folgt nach Venezuela Kolumbien?
Mit seiner langen Küste und den reichen Ölvorkommen ist Venezuela geostrategisch bedeutend. Das Land hat knapp 30 Millionen Einwohner:innen und stand bis zum Wochenende unter der autoritären Führung von Präsident Nicolás Maduro. In einer akribisch geplanten nächtlichen Militäraktion griffen die USA auf Anweisung von Präsident Donald Trump am frühen Samstagmorgen die Hauptstadt Caracas an.
US-Soldaten drangen in Maduros Residenz ein und nahmen ihn und seine Ehefrau mit. Beide werden nun in einem Gefängnis im New Yorker Stadtteil Brooklyn festgehalten. Der Angriff hatte sich angedeutet. Offiziell begründet Washington die Festnahme Maduros mit Vorwürfen des Drogenschmuggels. Doch im Kern – das räumt Trump selbst unverblümt ein – geht es um etwas anderes: das Öl. Den Ablauf der Nacht und der Festnahme fasst die Tagesschau (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) zusammen.
Wie es nun weitergeht, ist offen. Einen klaren Plan für die Zeit nach Maduro scheint Trump nicht zu haben. Völkerrechtler*innen sind sich aber weitgehend einig: Die USA haben gegen die UN-Charta verstoßen, es fehlt an rechtlicher Grundlage für den US-Angriff. Wie genau, erklärt ein Experte bei ZDFheute (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).
Maduro soll bereits heute in New York vor ein Gericht geführt werden. Unterdessen haben für Trump Neuwahlen in Venezuela keine Priorität, es gehe jetzt mal um die Erschließung der Öl-Ressourcen. Auch dem venezolanischen Nachbarland Kolumbien drohte Trump gestern indirekt. Das Land sei „krank“ und werde von einem „kranken Mann“ regiert, der „Kokain an die USA verkaufe“, aber „nicht mehr lange“, wird Trump vom ORF (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) zitiert. Und auch Grönland steht auf Trumps Liste. (Luzia Geier, adaptiert von Emil Biller)

Alle Toten nach Brandunglück in der Schweiz identifiziert
Die Videos aus dem Schweizer Skiort Crans-Montana sind erschütternd: In der Silvesternacht versuchten Gäste verzweifelt, den Flammen zu entkommen, die durch eine Bar schlugen. 40 Menschen kamen dabei ums Leben, mehr als 110 wurden teils schwer verletzt. In dem Lokal feierten vor allem junge Menschen den Jahreswechsel. Inzwischen sind alle Toten identifiziert, 20 davon minderjährig, das jüngste Todesopfer war eine 14-jährige Schweizerin. Die meisten Verletzten befinden sich mit schweren Brandverletzungen weiterhin in einem kritischen Zustand.
Am Freitag soll in der Schweiz eine Gedenkfeier stattfinden, es ist ein nationaler Trauertag mit Schweigeminute geplant. In der Zwischenzeit laufen die Ermittlungen zur Brandursache auf Hochtouren; auch die Rolle der Barbetreiber steht im Fokus, vorerst wurde aber keine U-Haft über sie verhängt, hieß es heute Vormittag von den Schweizer Behörden.
Nach ersten Erkenntnissen könnten Sprühkerzen einen sogenannten Flashover ausgelöst haben – ein Phänomen, bei dem sich ein zunächst begrenztes Feuer schlagartig ausweitet und extreme Hitze entsteht. Es berichten die Zeit (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) und der Spiegel (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Im Netz wird diskutiert, warum einige Anwesende zunächst die Flammen filmten, statt zu fliehen.
„Lasst die Opfer in Ruhe“, mahnt die FAZ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) und warnt vor Schuldzuweisungen in die falsche Richtung. (Luzia Geier, adaptiert von Emil Biller)

Granate in der Nähe von Wiener Synagogen
Für die jüdische Gemeinde in Wien schrillten gestern einmal mehr die Alarmglocken. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite von zwei Synagogen in der Wiener Tempelgasse im 2. Bezirk wurde eine Tasche mit einer Handgranate gefunden. Der Bereich wurde weitläufig abgesperrt, die Polizei konnte allerdings nach kurzer Zeit Entwarnung geben, denn die Granate sei ohne Sprengmaterial und Zünder und damit nicht funktionsfähig.
Die Polizei hat die Ermittlungen zu dem Fall aufgenommen und den Verfassungsschutz eingeschaltet. Es gibt bisher keine Informationen zu der Person, die die Granate dort abgelegt hat. Laut der Wiener Landespolizeidirektion (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) könne aktuell aber kein direkter Bezug zu den in der Tempelgasse gelegenen Synagogen und damit auch keine antisemitische Intention erkannt werden.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Neue Zahlen zur Ausgleichstaxe
Wenn Unternehmen in Österreich eine gewisse Anzahl an Mitarbeiter*innen haben, sind sie gesetzlich dazu verpflichtet, Menschen mit Behinderungen einzustellen. Tun sie das nicht, müssen sie Strafzahlungen, die sogenannte Ausgleichstaxe, bezahlen.
Die inklusive Redaktion andererseits hat wie schon 2020 und 2022 auch für das Jahr 2024 die Zahlen zur sogenannten Beschäftigungspflicht veröffentlicht. Im Schnitt stieg die Beschäftigungsquote bei den Unternehmen im Datensatz im Vergleich zu den Vorjahren minimal. Über eine Suchmaske kann man auch nach den eigenen Arbeitgeber*innen suchen.
https://www.andererseits.org/arbeit-aber-nicht-fuer-alle/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Aus dem KR-Archiv: Wie du dein Gehirn durch die aktuellen Krisen bringst
Ein Archiv-Text, der aktueller kaum sein könnte. Krautreporter-Kollege Bent Freiwald hat im November 2024 aufgeschrieben, was man machen kann, um das Gehirn gut durch aktuelle Krisen zu bringen. Zur Erinnerung damals wurde Gaga-Trump gerade wiedergewählt.
https://krautreporter.de/psyche-und-gesundheit/5614-so-bringst-du-dein-gehirn-durch-die-aktuellen-krisen#lesen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Spin: Die sich drehende Halbinsel
Unser heutiges Fundstück ist ein kurioser Wissenschafts-Fund aus dem Standard. Tatsächlich dreht sich die iberische Halbinsel quasi ganz langsam um sich selbst. Zustande kommt das Phänomen durch tektonische Spannungen der eurasischen und afrikanischen Platten, das haben Wissenschaftler*innen nun sehr detailliert in einer aktuellen Studie skizziert.
https://www.derstandard.at/story/3000000301163/die-iberische-halbinsel-dreht-sich-langsam-im-uhrzeigersinn (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Entschuldigt sich für den Zynismus im Editorial, aber weiß nicht, wie man anders mit dem Wahnsinn umgehen soll:
Emil