Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Willkommen nach einem langen Wochenende an diesem falschen Montag – es wird eine kurze Arbeitswoche.
Gefühlt über Nacht hat sich das Wetter in diesem Mai von nasskalt zu einer veritablen Hitzewelle gewandelt. Der Blick in das Klimamonitoringportal (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) von Geosphere Austria zeigt mir aber einmal mehr, dass sich mein Wettergefühl an den Temperaturanstieg angepasst hat: Die Temperatur liegt österreichweit im bisherigen Mai 1,5 Grad über dem langjährigen Mittel (1961–1990), gleichzeitig war es sonniger und trockener als üblich.
Die erste große Hitzewelle trifft Europa ungewöhnlich früh: Am stärksten betroffen sind die westeuropäischen Länder Portugal, Spanien, Frankreich und England. In London und dem südfranzösischen Hossegor wurden am Pfingstmontag die höchsten Mai-Temperaturen aller Zeiten gemessen.
Eine Abkühlung ist in Österreich für Mittwoch zu erwarten, Regen und heftige Gewitter werden prognostiziert (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Das Boulevardblatt „Heute“ spricht martialisch von einer „Kälte-Keule (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)“, obwohl die Temperaturen weiterhin über 20 Grad bleiben werden.

Außerdem im Newsletter: USA greifen Ziele im Iran an, der Papst äußert sich kritisch zur KI und harte Repressionen gegen die größte Oppositionspartei in der Türkei.

Trotz Friedensverhandlungen greifen die USA den Iran an
Eigentlich gilt im Konflikt zwischen dem Iran und USA seit Ende April eine Waffenruhe, doch überraschend haben die US-Streitkräfte in der Nacht auf Dienstag Ziele im Iran aus der Luft angegriffen.
Laut US-Centcom (Zentralkommando) richteten sich die Angriffe gegen Raketenstellungen im Süden des Landes sowie gegen Schiffe, die versucht hätten, Minen in der Straße von Hormuz zu verlegen. Iranische Medien berichteten über Explosionen in der Küstenstadt Bandar Abbas sowie nahe der Meerenge. Es soll laut den lokalen Quellen mehrere Todesopfer geben.
Ungeachtet dessen sollen die Verhandlungen über Unterhändler in Katar weiterlaufen. US-Außenminister Marco Rubio sprach davon, dass „etwas ziemlich Konkretes auf dem Tisch“ liege. Dienstagfrüh sprach der nunmehrige iranische Führer, Mojtaba Khamenei, über seinen Telegram-Kanal eine Drohung gegen die Militärbasen der USA in der Region aus: „Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen, und die Nationen und Länder der Region werden nicht länger als Schutzschilde für amerikanische Stützpunkte dienen.“

Papst kritisiert KI
In Zeiten von KI-Chats, Kurznachrichtendiensten und E-Mails wirkt das Kommunikationsmittel Enzyklika aus der Zeit gefallen. Die Inhalte der „Magnifica humanitas (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)“ sind aber höchst aktuell: KI, Regulierung, autonome Waffensysteme und der Reichtum der Tech-Elite.
Am Pfingstmontag hat Papst Leo XIV. seine erste Enzyklika mit dem übersetzten Titel „Großartige Menschheit“ veröffentlicht (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre); die erste Enzyklika in der Amtszeit eines neuen Papstes gilt gemeinhin als eine Art Regierungserklärung für dessen Pontifikat.
„Künstliche Intelligenz muss entwaffnet werden“, heißt es etwa in der Enzyklika, und daher werden strenge Richtlinien im Umgang damit gefordert. Auch wenn die KI in verschiedenen Bereichen eine „wertvolle Hilfe“ sein könne, warnt der Papst mit seinem Schreiben: „Kleine, sehr einflussreiche Gruppen können Informationen und Konsum lenken und demokratische Prozesse konditionieren“. Er warnt vor der KI als neuem „Turmbau zu Babel“.
„Grandios“ nennt (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) der Wiener Theologe Paul Zulehner die Enzyklika: „Wie der Zugriff auf den Atomkern und den Zellkern kann auch diese epochale Innovation der Menschheit zugleich zum Segen oder zum Fluch geraten.“
Überraschend sind nicht nur die Inhalte, sondern auch die Quellen der „Magnifica humanitas“. Neben Viktor Frankl, Hannah Arendt und Platon wird auch der Zauber Gandalf aus dem Buch „Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien zitiert.

Harte Repression gegen türkische Opposition
Die türkische Regierung geht weiterhin hart gegen die größte Oppositionspartei CHP vor. Am Wochenende stürmte (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) die Polizei unter Einsatz von Tränengas die Parteizentrale der CHP, um den populären Oppositionsführer Özgür Özel abzusetzen. Dieser war zuvor in einem zweifelhaften Gerichtsurteil aufgrund von angeblichen Unregelmäßigkeiten abgesetzt worden und durch den blassen ehemaligen CHP-Chef Kemal Kılıçdaroğlu ersetzt worden. Die abgesetzte CHP-Führung spricht von einem „Justizputsch“. Inzwischen wurde ein weiterer lokaler Bürgermeister und Özel-Unterstützer von der Polizei festgenommen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre): vorgeblich wegen Korruptionsverdachts.
Die EU hält sich bisher mit Kritik zurück, ebenso die USA. „Der Westen lässt Erdoğan alles durchgehen – das ist ein fataler Fehler“, schreibt Die Presse (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) in einem Meinungskommentar. Die Zeit (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) vergleicht die Methode Erdoğans mit einer „Masche, die schon das DDR-Regime verwendete“.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Die Karl-Lueger-Statue ist wieder da
Heute mal keine Recherche, aber eine morgendliche Beobachtung des freien Journalisten Samuel Winter: „Heimlich und ohne Öffentlichkeit ließ die Stadt Wien die Statue des Antisemiten und Hitlervorbildes Karl Lueger wieder aufstellen.“ Erst kürzlich war breit berichtet worden, dass die Statue bei einem Einbruch in die Steinmetzwerkstatt beschädigt wurde. Wann die Bauzäune am Karl-Lueger-Platz im 1. Wiener Gemeindebezirk abgebaut werden und die Statue – nun 3,5 Grad geneigt – wieder voll sichtbar sein wird, bleibt offen.

So bringst du deinen Kindern die Natur näher, auch in der Stadt
Was mich überrascht hat: Ein einzelner Baum kann mehr bewirken als ein ganzer Park.
https://krautreporter.de/klimakrise-und-losungen/6374-so-bringst-du-deinen-kindern-die-natur-naher-auch-in-der-stadt#lesen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
KI-generiert irritiert
Neben dem Papst beschäftigt sich auch die Journalistin Barbara Vorsamer in ihrem lesenswerten Newsletter mit KI. Warum stören sich viele Menschen daran, wenn ein Text offensichtlich KI-generiert ist?
„Das Problem ist nicht, dass Menschen KI verwenden. Das Problem ist, dass sie die KI nutzen, weil sie sich nicht anstrengen wollen, und manchmal auch, um Gefühlen und Konflikten aus dem Weg zu gehen“, schreibt Vorsamer in ihrem Newsletter „Innen und außen“.
https://steady.page/de/barbara-vorsamer/posts/bfedb8b8-d68f-4edc-ae59-765742023036 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Wünscht sich schon heute eine Kälte-Keule:
Dominik
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