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Ein Jahr nach dem Amoklauf: Das Recht der Betroffenen auf Ruhe

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Wie ist die Stimmung in den USA gerade? Ein anschauliches Beispiel zeigte sich gestern in New York City. Donald Trump hat beim Besuch des dritten NBA-Finalspiels zwischen den New York Knicks und den San Antonio Spurs im Madison Square Garden eine frostige Begrüßung erhalten. Als der US-Präsident während der Nationalhymne auf dem Videowürfel eingeblendet wurde und salutierte, reagierten viele Zuschauer mit lautstarken Buhrufen und Pfiffen. Erst als stattdessen die US-Flagge erschien, brandete Applaus auf. Es zeigt, dass es für Trump nicht gerade gut läuft. 

https://www.instagram.com/reel/DZWHfCBNLjE/?utm_source=ig_embed (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Deswegen wachsen in den USA die Sorgen, dass Trump die Midterms im November sabotieren will. Allein, dass sowas öffentlich diskutiert wird, lässt mich schaudern. 

Trump muss nach einem Gerichtsurteil bei ihren verschärften Visaregeln zurückrudern. Ein Gericht im US-Bundesstaat Massachusetts hob gestern die Pflicht zur Zahlung einer Antragsgebühr von 100.000 US-Dollar für das Fachkräftevisum H-1B auf. 

Ansonsten geht es heute Feuerpause in Nahost, die ORF-Wahl und die Tiroler Landesregierung entzieht erstmals posthum eine Landesehrung.

Fragile Feuerpause zwischen Iran und Israel

Nach Tagen schwerer Gefechte haben Israel und Iran eine fragile Feuerpause ausgerufen. Beide Seiten erklärten zwar ein Ende ihrer Angriffe, verknüpften dies jedoch mit Bedingungen und neuen Drohungen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte an, Israel werde jede weitere Attacke Teherans mit militärischer Härte beantworten. Der Iran wiederum warnte vor „vernichtenden Maßnahmen“, falls Israel seine Angriffe im Libanon fortsetzt.

Von einer echten Entspannung kann keine Rede sein. Kurz nach den Ankündigungen wurden an der Grenze zum Libanon erneut Raketen abgefeuert. Israels Armee setzte ihre Einsätze gegen die Hisbollah fort und drohte mit Angriffen bis in die Vororte Beiruts.

US-Präsident Donald Trump mahnte Netanjahu zur Zurückhaltung. Ein neuer Krieg gegen den Iran könne Israel international isolieren, warnte er. Gleichzeitig drohte Teheran mit einer Ausweitung des Konflikts auf wichtige Schifffahrts- und Energierouten im Golf und im Roten Meer. Die Ölpreise reagierten umgehend mit Aufschlägen.

Die Waffenruhe wirkt daher weniger wie ein Durchbruch als wie eine Atempause in einem Konflikt, der jederzeit erneut eskalieren könnte.

ORF-Generaldirektorin Thurnher lässt Posting von Armin Wolf prüfen

Kurz vor der Wahl der neuen ORF-Führung sorgt ein Social-Media-Posting von Armin Wolf für Wirbel. ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher ließ prüfen, ob der „ZiB 2“-Moderator mit einem Beitrag auf Bluesky gegen den Ethikkodex des Senders verstoßen hat, schreibt der STANDARD (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Wolf hatte die ORF-Generaldirektionskandidatin Eva Schütz, Herausgeberin des Exxpress, als Betreiberin einer „rechten, rassistischen Fake-News-Schleuder“ bezeichnet. Auslöser war eine Debatte über die Eignung von Schütz für das Spitzenamt. Die Prüfung wurde auf Verlangen des ORF-Stiftungsrats Peter Westenthaler eingeleitet.

https://bsky.app/profile/arminwolf.at/post/3mnrdtvdk6222 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Wolf zeigte sich über die Aufregung überrascht und verteidigte seine Aussage mit Verweisen auf dokumentierte Beispiele problematischer Inhalte auf der Plattform. 

Im Rennen um die ORF-Spitze haben die sieben Kandidat*innen ihre Konzepte für die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Medienhauses präsentiert. Im Zentrum der Debatte standen Digitalisierung, politische Unabhängigkeit und Sparpotenziale.

Der frühere APA-Chef Clemens Pig warb für eine Redaktion der „demokratischen Mitte“ und stützte damit die recht Propaganda, dass der ORF nicht ausgewogene berichten würde. Der ehemalige Puls-Manager Markus Breitenecker forderten einen stärkeren Fokus auf Streaming und digitale Angebote, um jüngere Zielgruppen zu erreichen. Die Chefin der ORF-Magazinsendungen Lisa Totzauer stellte ihre langjährige redaktionelle Führungserfahrung und journalistische Unabhängigkeit in den Vordergrund.

Einigkeit herrschte bei der Bedeutung von Unterhaltung, Sportübertragungen und einer stärkeren Präsenz auf Plattformen wie YouTube und TikTok. Die meisten Bewerber wollen zudem juristisch gegen die geplanten Sparmaßnahmen der Bundesregierung vorgehen. Die Entscheidung über die Nachfolge der ORF-Führung fällt am Donnerstag nach einem Hearing vor dem Stiftungsrat.

Tiroler Landesregierung entzieht Landesehrung für Leiterin des Mädchenheims 

Die Tiroler Landesregierung (ÖVP & SPÖ) entzieht erstmals posthum eine Landesehrung: Die Auszeichnung für die frühere Leiterin des Mädchenheims Martinsbühel bei Zirl wird aberkannt. Der entsprechende Beschluss soll am Dienstag gefasst werden.

Grundlage sind neue rechtliche Möglichkeiten sowie Berichte des Landesarchivs und eine historische Aufarbeitung, die schwere Vorwürfe systematischer physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt im Heim dokumentieren. Die frühere Heimleiterin war 1972 für ihren „unermüdlichen Einsatz“ ausgezeichnet worden.

Auslöser der nun vollzogenen Kehrtwende war eine öffentliche Debatte nach Recherchen des ORF Tirol (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Betroffene, Historiker*innen sowie der Innsbrucker Bischof hatten die Aberkennung gefordert. 

Die ehemalige Bewohnerin Sonja Reich spricht von einem späten Akt der Gerechtigkeit. Jahrzehntelang hätten Opfer um Anerkennung gekämpft, während die Zustände im Heim lange nicht ausreichend aufgearbeitet worden seien.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Ein Jahr nach dem Amoklauf: Das Recht der Betroffenen auf Ruhe

Ein Jahr nach dem Amoklauf von Graz: Was Medien besser machen müssen – und warum Erinnerung auch Schweigen bedeuten kann. Ein Essay der WZ.

https://www.wienerzeitung.at/a/ein-jahr-nach-dem-amoklauf-das-recht-der-betroffenen-auf-ruhe (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

 

Hier haben 85 Prozent Trump gewählt – jetzt verstehe ich besser, warum

Das Dorf Grundy in Virginia ist arm und abgelegen. Trump macht nichts davon besser, trotzdem unterstützen ihn hier die meisten. 

https://krautreporter.de/politik-und-macht/6369-hier-haben-85-prozent-trump-gewahlt-jetzt-verstehe-ich-besser-warum#lesen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Korruption, Intrigen, FIFA

Seit zehn Jahren steht Gianni Infantino an der Spitze der FIFA – und gilt als der mächtigste Fußballfunktionär der Geschichte. Der Deutschlandfunk-Podcast „Behind The Games“ wirft einen kritischen Blick auf sein weit verzweigtes Machtsystem, beleuchtet bislang wenig bekannte Hintergründe zur WM 2026 und zeigt, wie Einfluss, Politik und Geldgier den Weltfußball prägen.

https://www.deutschlandfunk.de/behind-the-games-1-5-verrat-in-zuerich-100.html (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Liest gerade einen Chips-Tes (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)t: Markus

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