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Was über die Verhaftung der Tate-Brüder bekannt ist

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Wenn ich für diesen Newsletter nach guten Nachrichten suche, lande ich erstaunlich oft bei der Medizin. 

Vielleicht liegt es daran, dass Fortschritt dort besonders konkret wird: Eine am Grazer Diagnostikum entwickelte KI analysiert MRT-Aufnahmen von Brust und Prostata in weniger als fünf Minuten. Trainiert mit tausenden anonymisierten Untersuchungen, soll sie Ärzt*innen eine schnelle zweite Einschätzung liefern – und damit Diagnosen präziser und den Weg zur Behandlung verkürzen. Es ist eine Pionierarbeit, die das Diagnostikum weltweit führend gemacht hat.

Ansonsten geht es heute um Nicaragua, Italien und Strafen für Vergewaltigungsaufnahmen.

Nicaraguas Präsident will Wahlen abschaffen

Seit 2007 regiert im zentralamerikanischen Nicaragua ununterbrochen Daniel Ortega. Mit einer Reihe von Verfassungsreformen hat der Präsident seine Macht immer weiter gefestigt, Oppositionelle lässt er festnehmen. In den 1980er Jahren absolvierte Ortega schon einmal eine Amtszeit. Der UN-Menschenrechtsrat wirft seiner Regierung vor, Nicaragua „in einen autoritären Staat“ verwandelt zu haben, wie die Süddeutsche Zeitung (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) berichtet. Schon die Wahlen 2021 wurden international scharf kritisiert. Nun ging Ortega noch einen Schritt weiter und verkündete das Ende der regulären Wahlen; eigentlich würde 2027 abgestimmt werden. „Es wird hier keine Wahlen mehr geben, mit denen sie versuchen könnten, die Regierung und die Macht an sich zu reißen“, zitiert der Spiegel (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) den 80-Jährigen. Wie das umgesetzt werden soll, ließ er allerdings offen.

Die taz (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) erklärt näher, wer Ortega ist. Dass er unter Verfolgungswahn leide, sei kein Geheimnis, heißt es dort. Wegen eines Banküberfalls verbrachte er in den 1960er Jahren sieben Jahre im Gefängnis und schloss sich danach der sandinistischen Befreiungsfront FSLN an, die 1979 den Diktator Anastasio Somoza stürzte. Einen Hintergrund über die Sandinisten bietet der Deutschlandfunk (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), hilfreiche Details zur politischen Lage in Nicaragua liefert wie immer die Bundeszentrale für politische Bildung (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). (Luzia Geier)

Proteste nach Tod eines Mannes in Italien

Nach dem Tod eines 42-jährigen Einwanderers aus Marokko bei einem Polizeieinsatz ist es in mehreren italienischen Städten zu Protesten gekommen. In Bologna, wo der Mann am Sonntag starb, demonstrierten Tausende für „Wahrheit und Gerechtigkeit“. Nach der zunächst friedlichen Kundgebung warfen einige Teilnehmer laut Augenzeugen Flaschen und Molotowcocktails auf Polizisten, berichtet der ORF (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

Ein Video, das die Proteste angefacht hatte, zeigt, wie zwei Beamte den Mann mit Handschellen am Boden fixieren. Er ruft mehrfach um Hilfe. Erst als er sich nicht mehr bewegt, lassen die Polizisten von ihm ab. Ein Notarzt stellte seinen Tod fest.

Gegen die beiden Beamten laufen Vorermittlungen wegen fahrlässiger Tötung, ebenso gegen vier Sanitäter. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni versprach eine transparente Aufklärung. Kardinal Matteo Zuppi warnte vor Hass und forderte „Respekt, Dialog und Gerechtigkeit“.

Justizministerin will Besitz von Vergewaltigungsaufnahmen bestrafen

Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) will das Sexualstrafrecht verschärfen. Künftig könnte bereits der Besitz von Videos, die Vergewaltigungen zeigen, strafbar sein. Eine Arbeitsgruppe soll im Herbst prüfen, wie eine entsprechende Regelung aussehen könnte. Sporrer sprach sich im Ö1-Mittagsjournal (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) dafür aus.

Bisher gilt der Besitz solchen Materials, sofern es sich um erwachsene Opfer handelt, als Lücke im österreichischen Strafrecht. Die Grünen fordern einen eigenen Straftatbestand für Besitz und Weitergabe.

Die Debatte wurde durch die internationale „Operation Medusa“ ausgelöst. Ermittler identifizierten mehr als hundert Männer, die Frauen betäubt, vergewaltigt und die Taten gefilmt haben sollen. Einen Österreich-Bezug gibt es laut Bundeskriminalamt nicht. In Tirol wird zudem gegen einen 44-Jährigen wegen des Verdachts ermittelt, seine Partnerin betäubt und vergewaltigt zu haben. Auch dabei soll Video- und Fotomaterial entstanden sein.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

„Das wichtigste Medikament ist das, das gerade fehlt“

Österreichs Apotheken sind laufend damit beschäftigt, Lieferprobleme auszugleichen – manchmal auch in rechtlichen Graubereichen. Besonders deutlich spürbar sind die Probleme bei Psychopharmaka. Eine Recherche der WZ.

https://www.wienerzeitung.at/a/das-wichtigste-medikament-ist-das-das-gerade-fehlt (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Nein, es gibt keinen Vertrauensverlust in die Wissenschaft

Zumindest, wenn man die Wissenschaft als Ganzes betrachtet. Bei bestimmten Forschungsfeldern sieht die Vertrauenslage anders aus.

https://krautreporter.de/gute-nachrichten/6463-nein-es-gibt-keinen-vertrauensverlust-in-die-wissenschaft#lesen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Was über die Verhaftung der Tate-Brüder bekannt ist – und welche Rolle Donald Trump in der Causa spielt

Vergewaltigung, Menschenhandel, Körperverletzung: Gegen die frauenfeindlichen Influencer Andrew und Tristan Tate werden 59 Anklagepunkte erhoben, sie sitzen in US-Gewahrsam, Großbritannien verlangt ihre Auslieferung. Doch sie haben mächtige Unterstützer, schreibt der Spiegel.

https://www.spiegel.de/ausland/andrew-und-tristan-tate-was-ueber-die-verhaftung-bekannt-ist-und-welche-rolle-donald-trump-spielt-a-68701a01-026d-456f-9b57-afb31fcd1b01 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Geht heute wieder auf einen Berg: Markus

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