Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Manchmal denke ich mir, Österreich kann doch nicht real sein. Insgeheim müssen wir doch eigentlich höheren Mächten zur Unterhaltung dienen. Anders kann ich mir gewisse Vorgänge nicht erklären. Aber so habe ich zumindest etwas, worüber ich hier schreiben kann.
Jedenfalls ist es gestern endlich passiert. Unser Schild ist zurückgekehrt. Für Exilkärntner wie mich ist es ein wichtiger Bestandteil unserer Identität. Fährt man nämlich auf der A2 aus Wien raus, steht dort seit Jahrzehnten direkt neben der Straße ein grünes Schild mit einem Pfeil und der Aufschrift „nach Kärnten”. Es geht dort zwar auch nach Niederösterreich, in die Steiermark, nach Slowenien, nach Italien, auch ins Burgenland und nach Ungarn … aber eben auch nach Kärnten!
Als quasi erste Amtshandlung hat der neue Kärntner Landeshauptmann Daniel Feller (SPÖ) gemeinsam mit dem Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) und dem ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl gestern die natürliche Ordnung wiederhergestellt (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Denn Unbekannte hatten das Schild letztes Jahr im August abmontiert. Viele Menschen, die mit dem Auto nach Kärnten wollten, waren daraufhin komplett orientierungslos und drückten ihre Trauer unter anderem in einem von Standard-User*innen selbst eingerichteten Forum (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) aus.
Falls du dich jetzt fragst: Aber wie kommt das Schild überhaupt dahin? Ich habe für dich im Archiv gekramt und tatsächlich wurde das Schild bereits in den 1970ern von den damaligen beiden SPÖ-Landeshauptleuten von Kärnten und Wien, Leopold Wagner und Leopold Gratz, als Zeichen der engen Verbindung zwischen den beiden Bundesländern aufgestellt. Quasi ein grünes Schild als Symbol für rote Solidarität.
Zuletzt gab es 2006 im Zuge des Kärntner Ortstafelstreits (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) Aufsehen um das Schild. Zwei Personen hatten damals in der Nacht ein Zusatzschild mit der slowenischen Übersetzung „na Koroško“ angebracht. Dank des aufmerksamen damaligen BZÖ-Bezirksrats Hans-Jörg Schimanek (na, klingelts?) blieb es dort allerdings nur einen Tag lang hängen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Die ASFINAG entfernte es noch in der Nacht, denn „Hinweistafeln in Fremdsprachen seien nur zulässig, wenn der Ort im Ausland liege“. Der Standard (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) hat jedenfalls Jahre später die beiden Verantwortlichen anonym interviewt.
Österreich ist ein schönes Land …

Außerdem geht es heute um die brüchige Waffenpause im Iran, ein wichtiges VfGH-Urteil und die voranschreitende Digitalisierung.

Feuerpause im Iran wackelt
Die USA, Israel und der Iran haben zwar einer Feuerpause zugestimmt, doch bei der Umsetzung hapert es (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre): Teheran meldet weiterhin Angriffe auf mehrere Orte im Land; auch aus Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt es Berichte über Angriffe. Das israelische Militär setzt seine Angriffe im Libanon intensiver fort als je zuvor. Jene seien Israel zufolge von der Feuerpause ausgenommen – der Vermittler Pakistan widerspricht jedoch. Die Behörden im Libanon sprechen allein bei den Angriffen gestern und heute von hunderten Toten und überfüllten Krankenhäusern. Europäische Staaten, etwa Frankreich und Großbritannien – fordern ein Ende der israelischen Angriffe.
US-Präsident Donald Trump hatte dem Deal unter der Bedingung zugestimmt, dass die Straße von Hormus geöffnet wird. Wie das Medium Axios (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) exklusiv berichtet, hat der Oberste Führer des Irans selbst mitverhandelt. Die Führung in Teheran will weiterhin eine Art Maut erheben, wie sie es bereits seit Kriegsbeginn Ende Februar für bestimmte Reeder tut. Wo diese „Mautstation“ liegt und wie sie genau funktioniert, erklärt die Frankfurter Rundschau (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).
In der Zwischenzeit wächst der Druck auf europäische Staaten, sich an einer Marinemission zur Sicherung des Schiffsverkehrs im Persischen Golf zu beteiligen. Das Handelsblatt (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (Paywall) berichtet unter Berufung auf Diplomaten in Brüssel, dass hinter den Kulissen über einen möglichen Einsatz unter dem Dach der Nato gesprochen wird. Nato-Chef Mark Rutte war gestern zu Gast bei Trump im Weißen Haus. Der Standard berichtet im Liveticker (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). (mit Material von Luzia Geier)

VfGH: PV-Anlagen dürfen nicht wegen „Ortsbild“ verboten werden
In St. Pölten mögen sie Photovoltaikanlagen offenbar nicht so gern. Die Stadtgemeinde lässt deren Errichtung vereinfacht gesagt in der Innenstadt nicht zu, wenn sie von einem öffentlichen Grund aus sichtbar sind. Dabei geht es laut ORF (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) um das Erscheinungsbild und den Schutz historischer Baubestände.
Eine Hausbesitzerin wollte diese Einschränkung nicht auf sich sitzen lassen und hat das Verbot bekämpft. Der Verfassungsgerichtshof hat nun laut ihrer Anwältin entschieden, dass einige der bisherigen Vorschriften nicht haltbar sind. Die Anwältin und der Photovoltaikverband sehen in dem Urteil eine Signalwirkung für ganz Österreich. Denn auch in anderen Gemeinden wird die Errichtung von PV-Anlagen unter ähnlichen Bedingungen eingeschränkt.

E-Card und Studierendenausweis auch digital verfügbar
Die Digitalisierung in Österreich schreitet langsam, aber doch voran. Ab jetzt gibt es die E-Card und den Studierendenausweis als digitale Versionen.
Der Studierendenausweis wird über das eAusweise-Angebot des Bundes zur Verfügung gestellt. Damit man ihn als Studierende*r nutzen kann, benötigt es eine ID Austria mit Vollfunktion sowie die aktivierte App eAusweise und die App ID Austria am selben Gerät. Er gilt vorerst primär als Identitätsausweis, die Unis können weitere Funktionen selbst festlegen.
Die digitale E-Card wurde gestern präsentiert und kann über die Apps der Sozialversicherungen „Meine SV“ bzw. „Meine ÖGK“ auf einem NFC-fähigen Smartphone abgerufen werden. Damit reicht es in Zukunft, in der Arztpraxis das Handy zu zücken, wenn zuvor die digitale E-Card über die ID Austria aktiviert worden ist.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Für den Boulevard gibt es immer etwas zu sehen
Klicks auf Kosten der Betroffenen, das passiert im Boulevard besonders häufig bei Unfällen. Eine aktuelle Recherche von Kobuk zeigt, wie oft österreichische Medien in ihrer Berichterstattung mit dem sogenannten Unfallvoyeurismus medienethische Grenzen überschreiten.
https://kobuk.at/2026/04/unfallvoyeurismus-in-oesterreichischen-medien/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Es ist gut, dass du in der Schule Dinge lernst, die du nicht brauchst
Gedichtanalyse? Kurvendiskussion? Das hat dir mehr gebracht, als du denkst.
https://krautreporter.de/kinder-und-bildung/6318-es-ist-gut-dass-du-in-der-schule-dinge-lernst-die-du-nicht-brauchst?shared=c672fbb6-1421-4746-8725-65ffa7880092&utm_campaign=mailchimp-campaign-1127&utm_medium=editorial&utm_source=mailchimp.com&utm_source=Krautreporter+Newsletter&utm_campaign=0172e8473c-feuerpause-im-iran-ist-wacklig-2026-04-09&utm_medium=email&utm_term=0_9ed711293a-0172e8473c-220119791#lesen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Eine Insel, eine Insel!
Heute ist das Fundstück … ein Fundstück im wahrsten Sinne des Wortes: Im antarktischen Weddellmeer hat ein internationales Expeditionsteam nämlich eine Mini-Insel entdeckt, die bislang auf keiner Seekarte verzeichnet war. Eigentlich war sie gar nicht das Ziel der Reise. Die Forschenden untersuchen in dieser für globale Meeresströmungen wichtigen Region den Ausstrom von Eis und Wasser sowie den Rückgang des Meereises. Und dann tauchte plötzlich etwas auf, das zunächst wie ein Eisberg wirkte – „irgendwie dreckig“, wie der Wissenschaftler Simon Dreutter vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI) in der F.A.Z. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) zitiert wird. Bei näherem Hinsehen stellte sich heraus: Es war kein Eisberg, sondern eine rund 130 Meter lange und 50 Meter breite Insel. Das Team hat sie inzwischen mit Drohne und Echolot vermessen und dokumentiert. Die Insel soll in internationale Seekarten und andere wichtige Datensätze eingefügt werden. Einen Namen hat sie noch nicht. (Luzia Geier)
Fährt sicher bald wieder mal „nach Kärnten“:
Emil

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