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Fortschritte bei Impfungen gegen Suchterkrankungen

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Heute zum Start mal zwei gute Nachrichten aus dem Gesundheitsbereich: Es klingt wie ein Wunder, aber Forscher*innen arbeiten tatsächlich an Impfungen gegen Suchterkrankungen. Und es gibt dabei Fortschritte, wie der Internationale Suchtstoffkontrollrat (INCB) (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), eine Organisation der Vereinten Nationen, in seinem Jahresbericht für 2025 schreibt. Zwar laufen noch keine klinischen Studien, aber erste Tierversuche und Tests an Menschen zeigen vielversprechende Wirkungen von Impfungen etwa gegen Kokainsucht oder die Sucht nach Opioiden wie Oxycodon. 

Und: Eine neue Datenauswertung aus 21 Ländern, darunter auch Österreich, zeigt, dass die Sterberate bei Brustkrebs in den letzten Jahren deutlich zurückging, auch wenn die Zahl der Diagnosen massiv stieg. Ein Grund dafür sind laut der Studie, die im Fachmagazin Lancet erschienen ist, die großflächigen Screening-Programme. Mehr Infos dazu hat der ORF (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

Außerdem geht es heute noch um den Iran, den Wiederbetätigungsprozess gegen den früheren Büroleiter von Walter Rosenkranz und die steigende Zahl an Milliardären.

Hunderttausende fliehen vor israelischen Angriffen im Libanon

Auch nach zwölf Kriegstagen ist nicht so ganz klar, welches Ziel die USA im Iran eigentlich verfolgen. „Die USA sind ohne Strategie unterwegs“, fasst es ein Nahost-Experte in der Tagesschau (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) zusammen. Donald Trump versuche offenbar, einen Ausweg zu finden, um das Ganze am Ende trotzdem als Erfolg darstellen zu können. Ähnlich schreibt t-online (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre): „Das Weiße Haus will wohl aussteigen.“

Zwar erklärte Trumps Sprecherin (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) gestern, der Krieg solle erst nach einer „bedingungslosen Kapitulation“ des Irans enden. Doch neben den inzwischen sieben getöteten US-Soldaten dürften auch die zu Wochenbeginn einbrechenden Märkte und der volatile Ölpreis in Washington für erhebliche Nervosität gesorgt haben. Wer sich etwas ausführlicher (und auf Englisch) mit Trumps außenpolitischer Denkweise befassen möchte, dem sei die neue Ausgabe der Ezra Klein Show (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) empfohlen. In seinen Podcast spricht der NYT-Kolumnist mit einer ehemaligen Mitarbeiterin aus Trumps Regierung über die Ideologie des US-Präsidenten.

Gleichzeitig bestehen Zweifel, ob Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu tatsächlich so gut abgestimmt sind, wie es zunächst schien. Netanjahu sagte, Israel sei mit seinen Angriffen auf die iranische Führung „noch nicht fertig“. Die israelische Regierung ist laut dem Tagesschau-Experten „bereit, viel weiter zu gehen als die USA“. Netanjahu hat auch das iranische Volk aufgefordert, sich gegen die Regierung aufzulehnen. Der iranische Polizeichef drohte daraufhin scharf: „Wer auf Geheiß des Feindes auf die Straßen geht, den sehen wir nicht länger als Demonstranten an. Den sehen wir als Feind an und werden ihn wie einen Feind behandeln“, sagte Ahmed-Resa Radan am Mittwoch im staatlichen Fernsehen. Das berichtet der ORF (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

Israel greift auch Ziele im Libanon an. Die libanesische Hisbollah hatte vor einer Woche Raketenangriffe auf Israel gestartet. Nach Angaben der New York Times (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) wurden bei den darauffolgenden israelischen Angriffen im Libanon mindestens 570 Menschen getötet; inzwischen sind Hunderttausende auf der Flucht, offiziellen Angaben aus Beirut zufolge bis zu 760.000 Menschen. Die iranische Führung reagiert ihrerseits weiter mit Angriffen in der Region und setzt auf wirtschaftlichen Druck.

Ein wichtiger Hebel ist dabei das Öl: Die Revolutionsgarden drohen laut Deutscher Welle (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), bis zum Ende des Krieges keine Exporte aus der Region an Verbündete der USA und Israels zuzulassen. Was genau dieser Öl-Schock langfristig bedeutet, erklärt ntv (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). (Luzia Geier, adaptiert von Emil Biller)

Forbes-Erhebung: So viele Milliardäre wie noch nie

Im Jahr 2026 gibt es mehr Milliardäre auf der Welt als jemals zu vor. Das hat das US-Wirtschaftsmagazin Forbes in der aktuellen Erhebung für die Liste der reichsten Menschen der Welt festgestellt. In der 40. „Forbes“-Liste der Reichen stehen demnach 2026 3.428 Milliardär*innen, um 400 mehr noch als letztes Jahr. Mit großem Abstand voran liegt Tesla-Gründer Elon Musk mit einem geschätzten Vermögen von 839 Milliarden US-Dollar.

Der leitende „Forbes“-Redakteur Chase Peterson-Withorn sagt dazu: „Der Planet hat in den vergangenen zwölf Monaten mehr als einen Milliardär pro Tag hinzugewonnen, da der durch KI angetriebene Börsenboom Vermögen auf zuvor unvorstellbare Höhen getrieben hat.“ Die erste Frau (Alice Walton) kommt übrigens auf Platz 14. Die gesamte Liste findet man hier (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

Eine persönliche Anmerkung dazu: Vor allem wie sich die Vermögen bei den aktuell sechs reichsten Männern der Welt in den letzten Jahren entwickelt haben, hat mich überrascht.

Da bin ich ich kürzlich auf Bluesky darüber gestolpert und ich habe das deshalb für den heutigen Newsletter grafisch aufbereitet. 

Grafik zeigt den Vermögenszuwachs von Musk und anderen Milliardären.Bild

René Schimanek wegen SS-Zeichen auf Parte vor Gericht

René Schimanek, der ehemalige Büroleiter von Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ), muss sich ab heute wegen NS-Wiederbetätigung vor dem Landesgericht Krems verantworten. Im Mittelpunkt der Anklage steht eine Todesanzeige, die Schimanek nach dem Tod seines Vaters Hans-Jörg Schimanek sen. in Auftrag gegeben haben soll. Darauf sind das sogenannte „Irminsul“-Symbol, das von der SS verwendet wurde, und der Spruch „… und ewig lebt der Toten Tatenruhm“, der in der NS-Zeit dazu diente, gefallene Soldaten als Helden darzustellen, abgedruckt. 

Schimanek bekennt sich nicht schuldig. Er habe die Parte auf Wunsch seines Vaters hin erstellt, sein Anwalt sagt dazu im Ö1-Morgenjournal: „Also dass ich eines Tages eine Anklage wegen so eines Schwachsinns lesen muss, hätte ich nicht für möglich gehalten. Kein Mensch kennt die Irminsul“. Für das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands ist das Symbol ein klares Signal an rechtsextreme Kreise, schreibt der Standard (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Zu Redaktionsende gab es noch kein Urteil.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Chaos im ORF nach Weißmann-Rücktritt

Nach dem plötzlichen Rücktritt von ORF-General Roland Weißmann letztes Wochenende geht es rund im ORF. Der Falter hat dazu eine spannende Podcast-Diskussion unter anderem mit ORF-Stiftungsrat Leonard Dobusch geführt. 

https://www.falter.at/podcasts/radio/20260311/orf-chaos-nach-dem-ruecktritt-von-roland-weissmann (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Über die Scham, kein Kind zeugen zu können

Unfruchtbarkeit gilt als medizinisches Problem. Für mich war sie ein Urteil. Über meine Männlichkeit, meine Beziehung, meinen Wert. Wie ich lernte, damit zu leben und schließlich doch Vater wurde.

https://krautreporter.de/leben-und-lieben/6312-uber-die-scham-kein-kind-zeugen-zu-konnen#lesen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Warum sich Medien in Österreich heute öfter selbst zensieren als noch vor 10 Jahren

Unser heutiges Fundstück ist eine Grafik des V-Dem Institutes der Universität Göteborg in Schweden. Das V-Dem-Projekt führt detaillierte Studien und Erhebungen zur Demokratie auf der ganzen Welt durch. Für die aktuelle Grafik der Woche haben sie sich angeschaut, wie sich die Selbstzensur der österreichischen Medien im Vergleich zur Zensur durch die Regierung und die öffentliche Schikane verhält.

Dabei zeigt sich eindeutig, dass die Regierungszensur 2014 und 2024 quasi gleich niedrig geblieben ist, während die Medien-Selbstzensur signifikant zugenommen hat. Mögliche Gründe dafür sind Angst vor der FPÖ und ihrer zunehmenden Macht sowie überschwängliche Vorsicht bei der Berichterstattung über den Gaza-Krieg.

https://v-dem.net/weekly_graph/media-self-censorship-without-government-censorshi (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Versucht, sich so wenig wie möglich selbst zu zensieren ;-) :

Emil

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