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Frankreich auf dem Weg zur digitalen Souveränität

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Donald Trump inszeniert sich als  “Jesus”, während die USA mit dem Iran über dessen Atomprogramm verhandeln. Kernforderung aus Washington: Teheran soll die Urananreicherung für rund 20 Jahre aussetzen. 

Im Grunde geht es um die Rückkehr zu einem Zustand, der dem vor Trumps Ausstieg aus dem Atomabkommen im Jahr 2018 ähnelt. Angeblich gibt es dazu positive Signale seitens des iranischen Regimes. Da der Ölpreis heute sinkt, gehe ich davon aus, dass das ein realistischer Weg für Trump sein könnte, aus dem Krieg auszusteigen. Schauen wir mal. 

In Österreich hat die teilstaatliche OMV die Spritpreisbremse für Diesel im Alleingang reduziert. Dabei beruft sich der Konzern auf die betreffende Verordnung. Diese erlaube die Reduktion des Nachlasses, wenn nicht mehr genug Gewinn zu machen sei. Genau dieser Fall sei nach Ansicht der OMV nun eingetreten. 

Außerdem im Newsletter: Schuldaten, Wale, Ungarn und wie Frankreich Microsoft Windows hinter sich lassen will. 

Schulvergleiche ab Herbst

Das Bildungsministerium will ab kommendem Schuljahr standortbezogene Schuldaten veröffentlichen. Leistungswerte aus der Kompetenzmessung iKM PLUS undder  Zentralmatura erscheinen jedoch nur im „fairen Vergleich“ mit Schulen ähnlicher Ausgangslage. Klassische Schulrankings soll es nicht geben, sagte Bildungsminister Christoph Wiederkehr.

Zunächst werden im Herbst Volksschuldaten online gestellt, weitere Schulformen folgen. Neben Leistungsdaten werden auch Kennzahlen wie Schülerzahl, Klassengröße sowie Schulschwerpunkte und Gütesiegel veröffentlicht.

Grundlage des Vergleichs ist die sozioökonomische Ausgangslage der Schülerschaft. Schulen werden dazu in sechs Kategorien eingeteilt – etwa nach Bildungsstand der Eltern, sozialem Hintergrund, Erstsprache und Migrationsstatus. Angezeigt wird, ob eine Schule innerhalb ihrer Kategorie über, unter oder im Erwartungsbereich liegt. Mittelwerte selbst werden nicht publiziert. Statt Rankings gibt es eine durchsuchbare Liste aller Standorte. Die Daten werden alle drei Jahre aktualisiert.

Die konkreten Ergebnisse erhalten die Schulen. Sie sollen den Schulgemeinschaften helfen, zu prüfen, ob Maßnahmen – etwa in der Deutschförderung – wirken. Wiederkehr spricht von einer „neuen Datenkultur“ und verweist auf das Informationsfreiheitsgesetz. Freiwillig kommt dieser Schwenk zur Transparenz nicht, erst eine vom ORF-Journalist Moritz Moser erkämpfte Höchstgerichtsentscheidung zwingt das Ministerium dazu.

Befürchtungen eines Ansturms auf bestimmte Schulen teilt der Minister nicht. Eltern würden sich schon jetzt informell orientieren – nur bisher ohne gesicherte Datenbasis.

Walbestand in den Weltmeeren erholt sich

Zwischen den Südlichen Orkneyinseln und dem antarktischen Kontinent zählt ein Forschungsteam so viele Wale wie seit Jahrzehnten nicht mehr. An Bord der Allankay, betrieben von Sea Shepherd, fahren Forschende wochenlang Zickzack-Kurse durch ein Gebiet von der Größe Österreichs. Ihr Eindruck: Hier versammelt sich womöglich die größte Walansammlung, die je ein Mensch gesehen hat, berichtet der ORF (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Walforscher Ted Cheeseman kennt die Region seit 25 Jahren. Früher sah man ein, zwei Tiere. Heute sind es an guten Tagen Hunderte, mitunter bis zu tausend. Die Sichtungen gelten als Beleg für den Erfolg internationaler Schutzabkommen. Die industrielle Jagd hatte Bestände im 20. Jahrhundert fast ausgelöscht: Von den Blauwalen überlebten nur 0,2 Prozent. Heute sollen wieder rund fünf Prozent der ursprünglichen Population leben. Finnwale erreichen laut Forschern etwa ein Drittel früherer Bestände, Buckelwale gelten mancherorts bereits als vollständig erholt.

Der Grund für das Gedränge liegt unter der Wasseroberfläche: antarktischer Krill. In gigantischen Schwärmen bildet er die Nahrungsbasis für das gesamte Ökosystem. Am Ende des Sommers fressen sich die Wale hier Fettreserven an – Treibstoff für Wanderungen über bis zu 15.000 Kilometer. In krillreichen Jahren werden bis zu 80 Prozent der Weibchen trächtig, in mageren nur 20.

Doch genau dieser Motor ist fragil. Krill gedeiht unter stabiler Eisschicht. Schmilzt das Eis zu früh, fehlt dem Nachwuchs Schutz. Der Klimawandel könnte die Biomasse langfristig schrumpfen lassen.

Hinzu kommt Konkurrenz durch den Menschen: Länder wie Norwegen und China fischen Krill für Omega-3-Produkte und Futtermittel. Ein großer Trawler kann auf einmal so viel Krill aufnehmen wie Hunderte Wale. Ob das Nahrungsangebot für alle reicht, ist offen.

Magyar bereitet sich aufs Regieren vor

Die Wahl hat seine Tisza-Partei deutlich gewonnen, nun bereitet sich Péter Magyar auf den Machtwechsel in Ungarn vor. Gestern kündigte er an, eine Verfassungsänderung ins Auge zu fassen: Künftig soll die Amtszeit des Ministerpräsidenten auf zwei Wahlperioden begrenzt werden. Damit zielt er insbesondere auf die lange Machtstrecke seines autoritär regierenden Vorgängers Viktor Orbán, der insgesamt 16 Jahre im Amt war. „Er hatte die große Chance, im nationalen Interesse Großes zu leisten, damit Ungarn ein aufstrebendes europäisches Land wird“, zitiert t-online (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) den künftigen Ministerpräsidenten. „Er hat diese Chance nicht genutzt, sondern missbraucht.“

Am Sonntag hatte die Tisza-Partei die Parlamentswahl in einem Erdrutschsieg gegen Orbáns Fidesz gewonnen: 93 der insgesamt 106 ungarischen Wahlkreise gingen an Tisza-Kandidat:innen. Das RND (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) fasst drei Erkenntnisse aus der Wahl zusammen. Die taz (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) wirft außerdem einen Blick nach Brüssel und ins EU-Parlament, wo Magyars Wahlsieg bei vielen für Erleichterung sorgt. Gleichzeitig habe sich in den vergangenen 16 Jahren unter Orbán einiges angestaut, heißt es – neben Korruption und Vetternwirtschaft im eigenen Land nämlich „jede Menge Altlasten in der Europapolitik“. Die EU-Spitze würde diese nun gerne möglichst schnell aus dem Weg räumen. Was der Wahlsieg von Magyar für Europa bedeutet, erklärt auch der Deutschlandfunk (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) etwas ausführlicher.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Angst liest sich gut – Wie österreichische Print Zeitungen über Geflüchtete berichten

Wie Geflüchtete wahrgenommen werden, hängt stark davon ab, wie Medien über sie berichten. Eine Kobuk-Analyse von Artikel in der Kronen Zeitung und der Presse zeigt, dass Herkunft dabei eine wichtige Rolle spielt: Während Erzählungen über ukrainische Geflüchtete meist in Zusammenhang mit Integration und Schutz verbunden sind, werden Menschen aus Syrien, Afghanistan oder Tschetschenien deutlich häufiger problematisiert.

https://kobuk.at/2026/04/wie-oesterreichische-printzeitungen-ueber-gefluechtete-berichten/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Will Trump nur von den Epstein-Akten ablenken?

Beweisen können wir das nicht. Trumps aggressives Handeln in Venezuela, Grönland und Iran zeigt aber, wie er Chaos als politische Strategie anwendet. 

https://krautreporter.de/politik-und-macht/6335-will-trump-nur-von-den-epstein-akten-ablenken#lesen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Frankreichs Plan: Weg von Windows, hin zu Linux

Frankreichs Verwaltung soll weg von Windows und US-Tools: Die Regierung legt einen konkreten Fahrplan für digitale Souveränität vor. Die Stadt Wien wollte ebenfalls Linux am Desktop einsetzen - allerdings scheiterte Wienux und wurde 2012 eingestellt. 

https://www.heise.de/news/Frankreichs-Plan-Weg-von-Windows-hin-zu-Linux-11251566.html (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Finde gut, dass der millionenfach gehörte Podcast “Die Peter Thiel Story (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)”, den diesjährigen Concordia-Preis bekommt,

Markus

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