Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Nachdem es zuletzt hier immer wieder sehr ernst zugegangen ist, möchte ich heute wieder mal mit einer Tiergeschichte aufwarten. Und zwar geht es um Tiere in der Stadt. Wie der ORF (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) berichtet, zeigt eine weltweit durchgeführte Metastudie erstmals, wie sich Wildtiere in der Stadt von jenen in ländlichen Umgebungen unterscheiden. Der Studie zufolge treten Stadttiere etwa wesentlich mutiger, aggressiver, aber auch zutraulicher auf als ländliche Populationen. Das bezieht sich nicht nur auf gewöhnliche Stadttiere wie Tauben, Ratten oder Möwen, sondern auch auf andere Tierarten wie Füchse, Dachse, Frösche und sogar Insekten.
Umso weniger verwunderlich ist es, dass zuletzt in Wien mehrmals Wildschweine gesichtet wurden. Erst am Freitag kam es in Hernals zu einem Polizeieinsatz (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) wegen eines Wildschweins. Ganz besonders eindrücklich finde ich, wie dieses Wildschwein hier (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) über die Augartenbrücke im 2. Bezirk in Wien läuft. Und auch in Waidhofen an der Ybbs war zuletzt ein Tier (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) unterwegs. Ob das aber wirklich mutiger und aggressiver ist als seine Artgenossen, sei jetzt mal dahingestellt.

Im Newsletter geht es heute außerdem um einen schwerwiegenden Ebola-Ausbruch in Zentralafrika, um das bedrohte Grundwasser in Österreich und um Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

Mehr als 130 Menschen sterben nach Ebola-Ausbruch
In Uganda und in der Demokratischen Republik Kongo sind Behörden zufolge mehr als 130 Menschen nach einer Infektion mit dem Ebola-Virus gestorben. Es gibt außerdem mindestens 513 Verdachtsfälle. Gegen den besonderen Ebolastamm, die Bundibugyo-Variante, gibt es weder Impfung noch Medikamente; die Lage hat sich in den vergangenen Tagen verschärft.
Zwar sehen Expert*innen keine Gefahr einer neuen Pandemie, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief am Sonntag dennoch eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ aus. Das ist nötig, damit weltweit die nötigen Ressourcen mobilisiert und Gegenmaßnahmen koordiniert werden können, erklärt das RND (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) in einem detaillierten FAQ zum Thema. Im Deutschlandfunk (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) mahnt ein Epidemiologe der Berliner Charité, Ebola ernst zu nehmen. Er nennt den Ausbruch „extrem besorgniserregend“. Wie Krieg und Armut die Verbreitung der Krankheit begünstigen, darum geht es im Auf-den-Punkt-Podcast der Süddeutschen Zeitung (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).
Der Standard (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) sieht auch in Trumps Kürzungen einen möglichen Grund, warum der Ausbruch so lange unentdeckt blieb. Auf Science.org (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) gibt es einen guten Einblick in den aktuellen Forschungsstand zu der Ebola-Epidemie in Zentralafrika. (Mit Material von Luzia Geier)

Klimastatusbericht: Grundwasser in Österreich durch Klimakrise bedroht
Durch die anhaltende Dürre wird vielerorts jetzt schon das Grundwasser knapp. Die Situation könnte sich in Zukunft aber noch weiter verschärfen. Der neue Klimastatusbericht des CCCA (Climate Change Center Austria) für das Jahr 2025 hat sich mit der Wassersituation in Österreich beschäftigt. Bis zum Jahr 2050 könnten die Grundwasserpegel in Österreich um über 20 Prozent zurückgehen. Grund dafür sind ausbleibende Niederschläge, hohe Temperaturen und große Trockenheit. Die Ressource Wasser kann sich dadurch nicht in dem Ausmaß erholen, wie sie verbraucht wird. Trotz seiner Bedeutung gäbe es in Österreich wenig Bewusstsein für den Wert von Wasser, sagt Herbert Formayer, Professor für Meteorologie und Klimatologie an der BOKU Wien, wie der ORF (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) berichtet.

Besonders betroffen sind der Süden und Westen Österreichs. Obenstehende Grafik stellt ein ungünstigstes Szenario dar. Zudem soll der österreichische Wasserbedarf für Trinkwasserversorgung, Industrie, Ökosysteme und Energieproduktion voraussichtlich um 15 Prozent ansteigen. In der Landwirtschaft könnte er sich bis 2050 sogar fast verdoppeln.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Österreicher wegen möglicher Beteiligung an Sniper-Attentaten im Bosnienkrieg
Dass im Jugoslawienkrieg tatsächlich Tourist*innen in die bosnische Hauptstadt Sarajevo gereist sein sollen, um dort auf Zivilist*innen zu schießen, ist eine fürchterliche Vorstellung. Wieder an die Öffentlichkeit gebracht hatte das im Vorjahr der italienische Autor Ezio Gavazzeni. Ein Verfahren in Italien gegen vier mutmaßliche Täter läuft bereits.
Jetzt führen Spuren auch nach Österreich. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit 25. April 2026 auch gegen einen österreichischen Staatsbürger und einen weiteren bislang unbekannten Täter wegen des Verdachts einer möglichen Beteiligung an diesen sogenannten „Sniper-Touren“. Alma Zadić, die ehemalige Justizministerin und aktuelle Justizsprecherin der Grünen, hatte eine diesbezügliche Anfrage an das Justizministerium gestellt, wodurch diese Informationen jetzt öffentlich geworden sind. Zum Stand der Ermittlungen gäbe es laut dem Ministerium noch keine Auskunft. Es handle sich aber nicht um Vorermittlungen, sondern um ein richtiges Ermittlungsverfahren, wonach es laut Standard (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) bereits valide Verdachtsmomente gegen den Mann geben muss.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Warum die Menstruation im Job kein Tabu bleiben sollte
Mehr als 50 Prozent der Weltbevölkerung sind lange Zeit ihres Lebens davon betroffen und trotzdem spielt sie im Arbeitskontext oft keine Rolle. Die Rede ist von der Menstruation. Das Moment Magazin hat sich ausführlich mit dem Konzept des zyklusorientierten Arbeitens beschäftigt und skizziert eine Zukunft, in der stärker auf die aktuelle körperliche Situation von Arbeitnehmer*innen eingegangen wird.
https://www.moment.at/story/zyklusorientiertes-arbeiten/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Warum wählen Menschen die AfD, obwohl sie ihnen schadet?
Kaum eine Frage wird uns so oft gestellt wie diese. Es gibt eine einfache Antwort.
https://krautreporter.de/politik-und-macht/6377-warum-wahlen-menschen-die-afd-obwohl-sie-ihnen-schadet#lesen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Nein, die Klimakrise ist nicht abgesagt!
Ich konnte es kaum fassen, als ich gestern über verschiedene Postings in den sozialen Medien gestolpert bin, in denen von einer Absage der Klimakatastrophe geschrieben wurde. Und zwar während die Dürre in Österreich und Extremwetterereignisse auf der ganzen Welt sich immer weiter zuspitzen.
Basis für die Debatte ist ein neues Paper von Expert*innen, die dem IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) zuarbeiten. Darin wird das dramatischste Erhitzungsszenario (RCP85) für „unplausibel“ erklärt, da verstärkt auf erneuerbare Energien gesetzt wird und der Emissionsanstieg bereits leicht gebremst wurde. Das bedeutet nicht, dass das IPCC die Warnungen vor der Erderhitzung revidiert und Klimaschutzmaßnahmen deshalb überflüssig werden. Im Gegenteil, als wahrscheinlichstes Szenario wird momentan eine globale Erwärmung um die 3,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter angenommen. Das hätte dramatische Folgen für Ökosysteme, Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit und würde zu einem noch stärkeren Anstieg an Wetterextremen führen.
https://www.theclimatebrink.com/p/on-the-death-of-rcp85 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Empfiehlt die Städte-Folge von Planet Earth II (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre):
Emil

PS: Gestern habe ich Mario Eustaccio zum wilden Landtagsabgeordneten gemacht. Richtig ist natürlich, er ist wilder Abgeordneter im Grazer Gemeinderat. Bitte um Verzeihung und vielen Dank für den Hinweis!