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Ice, Ice, Baby

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

„Es regnet Eis. Klingt irgendwie auch besser, als es sich anfühlt.“ Der Satz ist leider nicht von mir, sondern vom Bsky-Account der Büchereien Wien (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Ich liebe ja Schnee und das Glatteis konnte mir heute zum Glück aber auch nichts anhaben. 

Weniger schön ist für mich, wie einen der Schnee darauf aufmerksam macht, wie viele Hunde in der Gegend urinieren. Beim Anblick der vielen gelben Flecken im weißen Schnee überkommt mich der Ekel. Ich gebe zu, ich bin kein Hundefreund, aber was ich an Hundebesitzer*innen tatsächlich nicht verstehe: Ekelt es euch nicht auch, ständig zwischen Fäkalien zu spazieren? (Ich erwarte mir übrigens nicht wirklich eine Antwort auf die Frage.)

Außerdem im Newsletter: Das Glatteis hält Österreich in Atem, die Bundesregierung macht Klausur und die Bauarbeiten am Karl-Lueger-Denkmal starten.

Flughafen Wien wegen Glatteis gesperrt

Gefrierender Regen sorgte heute Morgen in Österreich für rutschige Verhältnisse. Alle Starts und Landungen auf dem Flughafen Wien-Schwechat wurden wegen Glatteises bis 11 Uhr abgesagt; die betroffenen Flüge wurden abgesagt oder nach Graz und München umgeleitet. Auch der potentielle Ausweichflughafen in Bratislava blieb am Vormittag geschlossen. Die ÖBB sprachen eine Reisewarnung aus und warnen vor Verzögerungen und Ausfällen wegen vereister Weichen, Fahrzeugen und Oberleitungen. Auf den Straßen Niederösterreich kam es zu zahlreichen Unfällen, die Feuerwehren mussten seit gestern Abend 70 Fahrzeuge bergen, meldet der ORF (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). In Wien musste die Berufsrettung laut Standard (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) 30 Menschen nach Stürzen versorgen. In den Wiener Häfen Freudenau, Albern und Lobau war erstmals seit 2017 wieder der Eisbrecher MS Eisvogel unterwegs, um die 10 Zentimeter dicke Eisschicht aufzubrechen. 

Im Laufe des Vormittags hat sich die Lage beruhigt, die Temperaturen steigen im Tagesverlauf in Ostösterreich in die Plusgrade. Grund für die starke Glatteisbildung ist laut ORF-Wetterredaktion eine Mischung aus Niederschlägen und einer Warmfront, die sich über die kalte Bodenluft schiebt. Der Niederschlag kommt als Regen runter, gefriert aber dann sofort auf dem kalten Boden. Innerhalb von Sekunden kann sich so Glatteis bilden. Achtung, mit den steigenden Temperaturen steigt die Gefahr, auf Natureis einzubrechen.

Regierungsklausur in Mauerbach

Die Bundesregierung versammelt sich heute und morgen zu einer Klausur für intensive Beratungen in einem Hotel in Mauerbach. Vorab wurde bekannt, dass die Bundesregierung eine Finanzspritze zur Senkung des Strompreises für die Industrie beschließen will. Da Deutschland eine ähnliche Maßnahme beschlossen hat, sieht Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) im Ö1-Morgenjournal „Handlungsbedarf“. Die Beratungen für die neue Industriestrategie sind auf der Zielgerade; darin sollen Schlüsseltechnologien definiert werden, die besonders gefördert werden sollen. Genannt werden etwa Künstliche Intelligenz oder Quantentechnologie.

Auch die nach wie vor hohe Inflation soll Thema sein: Die SPÖ ventiliert die Idee, dass die Gastronomie einen günstigen Mittagsteller - in Analogie zum „Jugendgetränk“ - anbieten soll. Kommen könnte auch das von der ÖVP geforderte sogenannte Scharia-Verbot. Verhandelt wird übrigens mit „open end“, die Regierungsspitze übernachtet heute im Wienerwald.

Karl-Lueger-Denkmal in Wien wird um 3,5 Grad gekippt

Seit Jahren toben Debatten um den richtigen Umgang mit dem Andenken an den ehemaligen Wiener Bürgermeister Karl Lueger. In seiner Amtszeit (1897-1910) stieg Wien zur modernen Großstadt und schloss zahlreiche kommunale Großprojekte (2. Hochquellwasserleitung, Gründung von Krankenhäusern, Kommunalisierung von Straßenbahnen und Energiewerken). Lueger war aber auch glühender Antisemit, der schon zu seinen Lebzeiten höchst umstritten war. Kaiser Franz Joseph hat ihm deshalb auch zunächst die erforderliche Bestätigung zum Bürgermeisteramt verweigert.

2012 hat die Stadt Wien beschlossen, deshalb den Karl-Lueger-Ring in Universitätsring umzubenennen. Nun starten (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) die Bauarbeiten zur Kontextualisierung des Lueger-Denkmals am Wiener Stubentor. Das Denkmal wird zunächst abgebaut, gereinigt und restauriert. In Folge wird es in minimaler Schieflage wiederaufgebaut. Die Idee dafür stammt vom Künstler Klemens Wihlidal, der sich in Gestaltungswettbewerb durchsetzte: „Diese 3,5 Grad, das ist der Punkt, wo ich zum ersten Mal Irritation spüre, und ich glaub, das ist sogar mehr, als wenn ich das 45 Grad neigen würde“.

Kritik am Vorgehen kommt von der Präsidentin der Jüdischen Österreichischen Hochschüler:innen (JÖH), Lia Guttmann: „Dass Karl Lueger noch immer hier in Wien so eine große Bühne hat, dass er mitten in der Stadt steht, das ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Juden in Wien und in ganz Österreich.“ Die Schieflage sieht sie nicht als geeignete Form der Kontextualisierung, das Denkmal sollte garnicht wiederkommen.

Auch in Graz läuft derzeit eine Debatte über Karl Lueger: Am 22. Jänner will der Gemeinderat über die Umbenennung der Karl-Lueger-Straße abstimmen, die FPÖ plant (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) eine Demonstration dagegen.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Der Mann hinter Trumps Grönland-Plan

In Wien ist der amerikanische Milliardär Ronald S. Lauder als vehementer Kämpfer und Philanthrop bekannt. Über seine Stiftung finanziert er etwa einen jüdischen Bildungscampus in Wien-Leopoldstadt, der auch seinen Namen trägt. Weniger bekannt war bisher, dass Lauder eine der treibenden Kräfte hinter der amerikanischen Grönland-Übernahme ist. Lauder kennt Trump seit der gemeinsamen Studienzeit und hat seinen Wahlkampf mit Großspenden unterstützt. Die dänische Zeitung Politiken hat kürzlich aufgedeckt, dass Lauder auch strategische Investments in Grönland mache und dort Firmenanteile aufkaufe.

https://www.zwischenbruecken.at/report/der-mann-hinter-trumps-groenland-plan/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Was wir von der kältesten Stadt der Welt lernen können

In Harbin im Nordosten Chinas fallen die Temperaturen regelmäßig unter minus 30 Grad. Ich bin dort aufgewachsen – ohne Zentralheizung.

https://krautreporter.de/internet-und-technologie/6178-was-wir-von-der-kaltesten-stadt-der-welt-lernen-konnen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Wie ein syrischer Wanderclub das Land neu entdeckt

Während des 14-jährigen Bürgerkriegs war es in Syrien kaum möglich, Wanderungen oder Ausflüge innerhalb des Landes zu machen. Nun hat der Wanderclub „Me the Syrian“, der in den 1980er Jahren gegründet wurde, wieder seine Aktivitäten aufgenommen. Die New York Times hat die Gruppe bei einer Wanderung zum historischen Kloster Deir Mar Musa 50 Kilometer nördlich von Damaskus begleitet. Unterwegs begegnen der Gruppe immer wieder Spuren des Bürgerkriegs und die Gefahr von Landminen ist allgegenwärtig.

https://www.nytimes.com/2026/01/13/world/middleeast/syria-civil-war-hikers.html?unlocked_article_code=1.EFA.vSxt.csQQ6WG_U-rr&smid=url-share (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Hofft, dass der Schnee trotzdem noch ein wenig hier bleibt:

Dominik

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