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Alle sagen, Social Media schade Jugendlichen. So eindeutig ist es nicht.

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Die Journalistin und Autorin Solmaz Khorsand hält einen Regimewechsel im Iran derzeit für kaum realistisch. Im Interview mit der ZIB2 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) erklärte sie, unter den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Bedingungen sei es „sehr schwierig“, einen Umsturz herbeizuführen. Eine neue Protestbewegung auf den Straßen könne sie sich momentan nicht vorstellen – zu groß seien Repression und Angst innerhalb der iranischen Bevölkerung. 

Reza Pahlavi, Sohn des ehemaligen Schahs, bzw. dessen Anhänger*innen sieht sie kritisch. Ihr Auftreten erinnert mitunter an Trumpisten: In Wien sollen Unterstützer*innen versucht haben, Gastronom*innen unter Druck zu setzen, die monarchistische iranische Flagge in ihren Lokalen aufzuhängen.

Gleichzeitig hat sich der in den USA lebende Pahlavi in den vergangenen Jahren zu einem der bekanntesten Gesichter der iranischen Opposition entwickelt. Unterstützung erhält er inzwischen nicht mehr nur aus monarchistischen Kreisen, sondern auch aus Teilen eines breiteren regierungskritischen Spektrums. Nach dem Sturz des islamistischen Regimes will Pahlavi nach eigenen Angaben zunächst eine Übergangsregierung führen und anschließend ein Referendum über die politische Zukunft des Landes abhalten. Zur Abstimmung stehen demnach zwei Modelle: eine Republik oder eine konstitutionelle Monarchie. 

Die Journalistin Khorsand erwähnte auch, dass sich vor wenigen Wochen unterschiedliche kurdische Gruppen im Iran vereinigt haben, um das Regime zu stürzen.

Außerdem im Newsletter: Bundesheer-Flugzeuge können nicht helfen, ÖAW prüft Mitgliedschaft von Nowak sowie Höchstgrenzen für Honorare von Privatärzten.

Bundesheer kann nicht helfen - Transportmaschinen nicht einsatzfähig

Die USA und Iran haben eine Ausweitung ihrer gegenseitigen Angriffe angekündigt. Teheran feuerte nach eigenen Angaben inzwischen Hunderte Raketen auf Israel sowie auf US-Ziele im Nahen Osten ab und droht zudem mit Attacken auf Schiffe in der strategisch wichtigen Straße von Hormus.

Die Eskalation erhöht die Gefahr eines regionalen Flächenbrands weiter und setzt eine der wichtigsten Handelsrouten für Energie weltweit unter Druck. 

Derzeit sitzen tausende Österreicher*innen im Nahen Osten fest und suchen nach Möglichkeiten zur Ausreise. Wegen der kriegsbedingten Sperre des Luftraums ist ziviler Flugverkehr aktuell kaum möglich. Auch das Bundesheer kann nicht helfen: Die Hercules-Transportmaschinen sind derzeit nicht einsatzfähig.

Rund 17.700 österreichische Staatsbürger*innen halten sich derzeit in den vom Krieg betroffenen Ländern der Region auf.

Eine militärische Luftbrücke gilt jedoch als ausgeschlossen. Wie Bundesheer-Oberst Michael Bauer sagt, befindet sich eine C-130 auf Langzeitwartung in Portugal, die zweite ist wegen technischer Probleme außer Betrieb. Ein Zeitpunkt für die Wiederinbetriebnahme ist nicht absehbar.

Damit bleibt vielen Gestrandeten vorerst nur die Hoffnung auf improvisierte Lösungen. Die österreichische Botschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten plant Busverbindungen von Abu Dhabi nach Saudi-Arabien. Die Weiterreise müssten Betroffene allerdings selbst organisieren.

Kontakte zu Epstein: ÖAW prüft Mitgliedschaft von Mathematiker Nowak

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) prüft wegen der Epstein-Akten die Mitgliedschaft des Biomathematikers Martin Nowak sowie seines Doktorvaters Karl Sigmund. Ein unabhängiges Ethikkomitee soll die Vorwürfe bewerten und eine Empfehlung abgeben, so der ORF (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Nowak war zuvor an der Harvard-Universität wegen seiner Kontakte zu Jeffrey Epstein freigestellt worden. Sigmund hatte die Prüfung seiner Mitgliedschaft selbst angeregt und betont, bei Treffen mit Epstein sei es ausschließlich um wissenschaftliche Themen gegangen.

Über einen möglichen Ausschluss entscheiden die ÖAW-Mitglieder im April – ein solcher Schritt wäre erstmals seit der Nachkriegszeit möglich.

Gesundheitsministerin Schumann bringt Honorargrenzen für Wahlärzte ins Spiel

Die Bundesregierung will privat abrechnende Mediziner*innen stärker in das öffentliche System zurückholen, sagte Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ)  in einem Interview mit der „Krone (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)“. Ein zentraler Hebel dabei: mehr Transparenz bei den Behandlungskosten.

Hintergrund der Initiative ist der wachsende Druck auf das Kassensystem. Immer mehr Ärzte*innen arbeiten privat, Patientinnen und Patienten müssen Rechnungen vorstrecken. Allein 2025 wurden 766 Millionen Euro an Honoraren bei der ÖGK zur Rückerstattung eingereicht. Die Kasse ersetzt zwar 80 Prozent, jedoch vom niedrigeren Kassentarif – die Differenz tragen die Patienten.

Schumann formuliert das Problem sozialpolitisch: Es dürfe nicht sein, dass Familien am Küchentisch darüber entscheiden müssten, ob sie sich eine notwendige Behandlung für ihr Kind leisten können. Ein Gesundheitssystem, das solche Entscheidungen erzwinge, entspreche nicht ihrem Verständnis öffentlicher Versorgung.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Recherche: Sex-Storys in der Heute

In den letzten Tagen fiel die Gratiszeitung „Heute” mit diesen absurden Sex-Storys auf – sie sind abgeschrieben und journalistisch nicht relevant. Aber sie bringen Klicks, schreibt Kobuk.

https://www.instagram.com/p/DVYIi42FrKb/?img_index=1 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Alle sagen, Social Media schade Jugendlichen. So eindeutig ist es nicht.

Der Konsens in der Öffentlichkeit ist stark: Social Media muss für Jugendliche verboten werden. Über die unsichere Datenlage redet kaum noch jemand.

https://krautreporter.de/kinder-und-bildung/6269-alle-sagen-social-media-schade-jugendlichen-so-eindeutig-ist-es-nicht#lesen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Wie geht es den Menschen im Iran? 

Nach dem Tod von Ali Chamenei berichten viele Menschen im Iran laut der deutsch-iranischen Journalistin Gilda Sahebi von Erleichterung, teils sogar von spontanen Feiern. Die Ablehnung gegenüber der politischen Führung sei in großen Teilen der Bevölkerung tief verwurzelt.

Sahebi verweist zugleich in einem Video (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)  auf die brutale Repression der vergangenen Jahre: Sicherheitskräfte seien mit massiver Gewalt gegen Proteste vorgegangen, Tausende Menschen seien getötet, verhaftet oder hingerichtet worden.

Trotz der neuen Dynamik warnt sie vor überzogenen Erwartungen. „Noch ist das Land nicht befreit“, schreibt (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Sahebi. Zwar erscheine ein Sturz des Systems erstmals realistisch, doch das Regime verfüge weiterhin über das Gewaltmonopol – und verteidige seine Macht nach innen wie nach außen mit militärischen Mitteln.

https://de.euronews.com/2026/03/02/iran-freiheit-demokratie-gilda-sahebi?utm_medium=email&utm_campaign=Wie%20geht%20es%20den%20Menschen%20im%20Iran%3F (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Geht heute Bärlauch sammeln:

Markus

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