Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!
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Hallo!
Gestern Abend gab es eine gemeinsame Andacht (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) am Wiener Heldenplatz für das Femizidopfer Jennifer Scharinger. Die Studentin war 2018 aus ihrer Wohnung verschwunden, trotz vieler Hinweise kamen die Ermittlungen lange Zeit zu keinem Ergebnis. Erst jetzt hat der lange tatverdächtige Ex-Freund den Mord an der damals 21-Jährigen gestanden.
Das gemeinsame Gedenken, an dem über 500 Personen teilgenommen haben, steht sinnbildhaft für das Gedenken an alle Frauen, die in diesem Jahr und zuvor Opfer eines Femizids wurden.
Wie drastisch das gesellschaftliche Problem ist, zeigt eine aktuelle Studie zu Gewalt (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)gegen Frauen an der Tiroler Privatuniversität UMIT. In den 80 simulierten Gesprächen, in denen die Teilnehmerinnen von Gewaltausübung ihnen gegenüber berichteten, gab es laut den Studienautorinnen in keinem einzigen ein Eingreifen oder Aktiv-Werden der Proband*innen.
Unterdessen wurde am Freitag in der Wiener Innenstadt der bekannte Wiener Gastronom Martin Ho wegen Verdachts auf Körperverletzung vorübergehend festgenommen. Seine Lebensgefährtin gab an, er habe sie mit dem Umbringen bedroht. Es gilt die Unschuldsvermutung, Hos Anwalt spricht von einer „Intrige“.
Einmal mehr gilt es, Opfern zu glauben und sich aktiv gegen Männer-Gewalt im Umfeld auszusprechen. Damit die Gewalt endlich ein Ende findet.

Außerdem geht es heute noch um antisemitischen Terror in Sydney, um Österreichs Budgetausblick und die Proteste gegen die ungarische Regierung.

Antisemitischer Terror in Sydney: Mindestens 16 Tote
Bei den Schüssen auf einem Strandfest zum jüdischen Chanukka-Fest sind in Sydney mehr Menschen gestorben als zunächst bekannt war. Die australische Polizei hat am Morgen die Totenzahl auf 16 Menschen erhöht, darunter auch einer der beiden Täter. Die Toten waren zwischen 10 und 87 Jahre alt. 40 weitere Verletzte seien im Krankenhaus, hieß es weiter. Die taz (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) schreibt klar von einer „Attacke auf das jüdische Leben“.
Der zweite mutmaßliche Schütze ist laut Behörden in kritischem Zustand. Die Polizei teilte mit, dass es sich bei den beiden um einen 50-jährigen Vater und seinen 24 Jahre alten Sohn handle. Nach Ansicht der Ermittelnden wollten beide gezielt jüdische Menschen töten. Als sie ihre Schüsse eröffneten, waren geschätzt 1.000 Menschen bei dem Fest.
Australiens Premierminister Anthony Albanese sprach von einem Terrorakt und wies Vorwürfe zurück, seine Regierung tue zu wenig gegen Antisemitismus. Das RND (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) liefert eine Reportage vom Ort des Terrors, beim Tagesspiegel (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) stehen bekannte Fakten und noch offene Fragen. Der Spiegel (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) berichtet, dass sich auch ein Holocaust-Überlebender unter den Todesopfern befindet. Australien setzte die Flaggen heute auf Halbmast, berichtet der Standard (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).
Für Schlagzeilen hat auch gesorgt, dass einer der beiden Angreifer von einem Passanten überwältigt wurde. Die Zeit (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) zeigt das unglaubliche Video, das sich schnell in sozialen Netzwerken verbreitete. Als Held wird nun Ahmed al Ahmed gefeiert, ein muslimischer Besitzer eines Obststandes, der dem Täter das Maschinengewehr abnahm. Er zielte dann auf den Schützen und hielt ihn so in Schach, ohne selbst zu schießen. (Christian Fahrenbach, adaptiert von Emil Biller)

Fiskalrat nicht zufrieden mit Sparplänen der Regierung
Der Fiskalrat, ein unabhängiges Gremium, das die Finanzpolitik des österreichischen Staates bzw. der Regierung überprüft, erachtet weitere Maßnahmen zur Budget-Konsolidierung als notwendig. Dieses und nächstes Jahr werden die von der Regierung in Abstimmung mit der EU-Kommission gesetzten Budgetdefizit-Ziele zwar erreicht, danach gehen laut dem heute veröffentlichten Fiskalrat-Ausblick die Zahlen aber auseinander. Denn das von der Regierung geplante mittelfristige Konsolidierungsvolumen sei „zu einem großen Teil noch nicht durch konkrete Maßnahmen unterlegt und würde selbst bei voller Umsetzung nicht ausreichen, um die Budgetdefizite unter die 3%-Obergrenze zu senken“, heißt es in dem Bericht. Eine Verlängerung des EU-Defizitverfahrens über 2028 hinaus stünde damit im Raum.
Als wichtigste, in dieser Aufzählung sehr vereinfachte Budget-Maßnahmen für das kommende Jahr hat der Fiskalrat folgende identifiziert:
Spitalsreform als Vorbote einer umfassenden Reform des heimischen Gesundheitswesens
Pensionsreformmaßnahmen
Reform des heimischen Förderwesens
Unterstützung der grünen Transformation und gesamtstaatlich koordinierter Umweltschutz
Der letzte Punkt ist hinsichtlich der Rückschritte im Bereich des Klimaschutzes im aktuellen Regierungsprogramm ein neuerlicher Weckruf. Erreicht Österreich die Klimaziele nicht, wonach es momentan aussieht, drohen milliardenschwere Nachzahlungen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), die das Budget gegen Ende des Jahrzehnts einmal mehr belasten würden.

Bericht über Missbrauchsfälle: Zehntausende Ungar*innen demonstrieren gegen Viktor Orbán
Die Menschen in Ungarn entscheiden im kommenden Jahr über ein neues Parlament und eine neue Regierung. Seit langem hat es dabei nicht so knapp für den rechten Ministerpräsidenten Viktor Orbán ausgesehen. Nun sind Aufnahmen aus Jugendanstalten öffentlich geworden, die für neue Kritik sorgen. Sie zeigen Aufseher, die Jugendliche über einen Tisch zerren, über den Boden schleifen und schlagen. Zehntausende Menschen sind am Wochenende gegen die Politik der Regierung auf die Straße gegangen, angeführt von Peter Magyar, dem wichtigsten Politiker der Opposition. Orbán regiert seit 2010, aber Magyars Partei liegt in Umfragen aktuell vorne. Der Spiegel (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) hat einen knappen Überblick. In Budapest haben laut der Tagesschau (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) über 50.000 Menschen demonstriert. (Christian Fahrenbach, adaptiert von Emil Biller)

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Adventkalender der ÖVP Graz sorgt für Aufsehen
In Graz gehen wegen eines Adventkalenders der ÖVP seit Wochen die Wogen hoch. Wie die Kleine Zeitung (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) und 5 Minuten (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) berichteten, wurde in dem Kalender, der unter anderem zum Einkauf bei regionalen Betrieben anregen soll, auf belgische Schokolade zurückgegriffen. Auf der Plattform Reddit wurde nun auch noch die mögliche Verwendung von KI-Bildern als Motiv auf der Vorderseite diskutiert, wie der Standard (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) schreibt. Für die ÖVP Graz ist das Ganze also wohl eher ein peinlicher Griff ins Klo als eine Einstimmung auf das frohe Fest.
https://www.5min.at/graz/5202511240839/wenn-ein-adventskalender-zum-stadtgespraech-wird/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Was Politiker einander schenken, sagt mehr aus als jede Rede
So kam die Orgel in die Kirche und Erdoğan zu einem Luxusflugzeug. Vielleicht ist ja auch eine Inspiration für dich dabei? Ein interessanter Überblick aus der Krautreporter-Redaktion.
https://krautreporter.de/politik-und-macht/5656-was-politiker-einander-schenken-sagt-mehr-aus-als-jede-rede#lesen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Mausiger Abschied
Augustine Mausini verlässt die Manege und geht in die verdiente Pension. Die Kärntner Zirkusmaus hat letzte Woche ihren letzten Auftritt hingelegt. Nach über 15 Jahren heißt es beim Zirkus Dimitri nun also Aus die Maus, denn Augustine Mausini ist eine Rolle, die seit 15 Jahren alle zwei bis drei Jahre von einer neuen Maus besetzt wurde. Mit den drei Schwestern der aktuellen Mausini klappt es aber scheinbar nicht so, wird der Zirkusdirektor Dimitri Würschl von ORF Kärnten (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) zitiert. Besonders bekannt und beliebt waren Mausinis Seilakrobatikauftritte und die Ballonfahrt durch das Zirkuszelt. Ich empfehle die Fotos!
Mausige Grüße zum Wochenstart:
Emil