Klar, Nachrichten sind wichtig. Für mich als Journalistin gehören sie zu meinem Job. Morgens läuft Radio, auf dem Weg ins Büro höre ich Politik-Podcasts, zwischendurch lese ich Online-Medien und scrolle mich durch Social Media. Es ist wichtig, informiert zu sein. Genau so wichtig ist es aber auch, einigermaßen zuversichtlich am Leben zu bleiben. Dafür braucht es andere Sachen. Und um die gehts monatlich hier im Newsletter: Alles außer Nachrichten. Musik, Podcasts, Filme, Serien, Kunst – einfach alles, was ich mag und dafür sorgt, dass ich einigermaßen zuversichtlich weiterleben kann. Und du vielleicht auch.
Heiter, trotz alledem.
(Rosa Luxemburg)
Als wäre es leicht (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Ende März, also wirklich am letzten Tag, war ich bei der Berlin-Premiere des Films Als wäre es leicht (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Das war richtig schön. Ich muss dazu sagen: Kino ist eigentlich nicht so mein Ding. Zu meiner Aufmerksamkeitsspanne passen Serien besser, bei denen jede Folge 50 Minuten dauert (ungefähr). Bei Als wäre es leicht waren aber auch 130 Minuten okay. Was daran liegt, dass es einfach ein schöner Film über Liebe ist. Ein Film über Liebe, in dem Behinderung normal ist. Solche Filme gibt es ja leider viel zu selten, deshalb wünsche ich diesem Film ein großes Publikum.
Wie geht´s? (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Wie geht´s? ist ja eher eine furchbare Frage (weil die meisten Fragenstellenden gar nicht die ehrliche Antwort hören wollen). Als Ausstellungstitel für eine Ausstellung zum Thema psychische Gesundheit passt das allerdings sehr gut. Direkt am Eingang können sich Menschen Noise Cancelling Kopfhörer oder Stimming Toys abholen. In der Ausstellung gibt es einen Ruheraum und (Spoiler): ein großes Bett. Mein Highlight war OTO, der Stuhl, der umarmt. Die Ausstellung läuft noch bis zum 4. April 2027 im Hygiene Museum (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) in Dresden. Besonders gut: Am letzten Mittwoch des Monats bietet das Museum eine Stille Stunde an. Die Stille Stunde sind eigentlich drei Stunden. In diesen Stunden werden die Geräusche reduziert und es gibt nur eine begrenzte Zahl von Besucher*innen. Perfekt für neurodivergente Menschen und ihre Freund*innen.
Untitled (Möglichkeiten einer Technik) (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Eine meiner Lieblingskünstlerinnen ist Carolin Seeliger (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Nicht nur, weil sie ein Kunstwerk mit meinen Freibad-Pommes gemacht hat. Aber auch. Das Freibad-Pommes-Kunstwerk findet ihr in ihrer aktuellen Ausstellung in Berlin. Bestandteile ihrer Kunstwerke: Algen, Wasser, Luft und Licht. Die Ausstellung läuft noch bis zum 11. April in der Galerie Georg Nothelfer (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).
(S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Kacken an der Havel (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Ich weiß, der Titel. Bitte nicht davon abschrecken lassen. Ich habe mich wirklich gut amüsiert mit dieser Serie. Wer eine gute Zeit haben möchte, schaut Kacken an der Havel (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Viel Spaß!
Die Lieblingsschülerin (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Mit diesem Podcast hat man nicht so ne gute Zeit. Liegt am Thema: Sexualisierter und emotionaler Missbrauch von Lehrern an Schülerinnen. Gut daran ist nichts – nur, dass solche Geschichten jetzt erzählt werden. Öffentlich, zum Beispiel in Podcasts. Früher hat man sich solche Geschichten ja nur hinter vorgehaltener Hand erzählt, zum Beispiel in meiner Schule, weil der Sportlehrer was mit der Mitschülerin hatte. Ekelhaft. Wird Zeit für noch mehr Podcasts, Artikel und Gerichtsprozesse dazu.
Die Autorin Suleika Jaoad wird in einem Interview (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) auf die Lebensweisheit Carpe Diem angesprochen – nutze den Tag. Und antwortet darauf, dass sie das einfach nur erschöpfend findet. Sie sagt: „Ich verstehe das Konzept, das Leben in vollen Zügen zu genießen. Doch als ich es versuchte, verspürte ich einen so großen Druck, jede Minute optimal nutzen zu müssen. Ich habe stattdessen zu einer anderen Denkweise gewechselt: Ich versuche, jeden Tag zu leben, als wäre es mein erster. Mit der Neugier und Verspieltheit eines kleinen Kindes, das Gefühl des Staunens zu kultivieren.“

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Kommt gut durch den März!