Jetzt kann es wirklich wieder losgehen.
Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber für mich beginnt das neue Jahr nicht an Silvester oder am 1. Jänner. Sondern irgendwann danach. Wenn der Weihnachtsbaum weg ist, die letzten Deko-Reste verschwunden sind und der Alltag langsam wieder Form annimmt.
Unseren Christbaum haben wir einen Tag nach der offiziellen Abgabefrist zu einer Sammelstelle getragen. Es ist Sonntag, die MA48 beginnt mit dem Einsammeln vermutlich erst am Montag, und die großen Haufen der rund 140.000 abgegebenen Bäume liegen noch da. Glück gehabt.
Erst jetzt schaffe ich es, wirklich zurückzublicken.
Das vergangene Jahr hat mich gezwungen, genauer hinzuschauen. Der Wiener Flaneur ist weitergelaufen – manchmal leise, manchmal unter erschwerten Bedingungen. Er ist entstanden neben anderen beruflichen Verpflichtungen, mit begrenzter Zeit und oft zu wenig Luft nach oben. Parallel dazu sind im Hintergrund einige grundlegende Dinge passiert: Entscheidungen, Gespräche, Schritte, die nicht laut waren, aber wichtig.
Ende 2025 war intensiv. Die letzten Monate waren stark davon geprägt, mir genau diese Luft zu erarbeiten.
Im vergangenen Jahr sind 33 Newsletter erschienen. Mit kleinen Beobachtungen, Recherchen, einem Deep-Dive-Schwerpunkt zu Entsiegelung und Begrünung, der auch als Printausgabe erschienen ist. Mit Einblicken in Bezirksvertretungssitzungen, Hinweisen auf Ausstellungen, Kinovorstellungen und mit Fristen für Förderanträge, die dabei helfen sollen, unsere Nachbarschaften aktiv mitzugestalten.
Dass diese Newsletter gelesen werden, zeigt mir: Der Flaneur findet sein Publikum. Noch als kleines, unabhängiges Projekt, getragen von mir und einem Netzwerk freier Mitarbeit – aber mit einer wachsenden Community, die genau solche Inhalte sucht.
Gleichzeitig musste ich mir ehrlich eingestehen, dass sich journalistische Versprechen nicht dauerhaft nebenbei einlösen lassen. Wer dranbleiben will, braucht Fokus. Die letzten Wochen standen deshalb ganz im Zeichen eines Ziels: mir diesen Freiraum für den Wiener Flaneur zu schaffen.
Das meiste ist aufgegangen. Dazu bald mehr.
Ich weiß jetzt, dass ich mich in den kommenden ein bis zwei Jahren voll und ganz auf dieses Projekt konzentrieren kann. Und dass der Flaneur die Aufmerksamkeit bekommt, die er braucht, um weiterzuwachsen.
Die 140.000 Christbäume übrigens werden von der MA48 eingesammelt, geschreddert und zur Energiegewinnung genutzt – genug, um rund 2.200 Haushalte einen Monat lang mit Fernwärme zu versorgen. Ob das auch mit allen 2,8 Millionen Christbäumen passiert, die jedes Jahr in Österreich verkauft werden?
Ich bleibe an den Wiener Themen dran – für alle, die den Flaneur bereits mögen. Und für jene, die mit uns gemeinsam genauer hinschauen wollen.
Aber kommen wir nun zu den Veranstaltungen für diese Woche.
Im Presseclub Concordia (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) spricht Stefan Kaltenbrunner mit dem Buchautor Florian Markl über dessen Buch „Der andere Krieg“. Im Zentrum des Gesprächs steht die Frage, wie völkerrechtliche Begriffe und Argumente in der internationalen Debatte über Israel eingesetzt werden – und wo juristische Sprache politisch instrumentalisiert wird.
Ort: Presseclub Concordia
Bankgasse 8, 1010 Wien
Dienstag, 20.01.2026
18.30 Uhr
(S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Rundgang an der Akademie der bildenden Künste Wien
Einmal im Jahr öffnet die Akademie der bildenden Künste Wien ihre Ateliers, Werkstätten und Seminarräume für die Öffentlichkeit. Beim Rundgang zeigen Studierende ihre aktuellen Arbeiten – unfertig, experimentell, manchmal sperrig, oft überraschend. Wer sich dafür interessiert, wie zeitgenössische Kunst gerade entsteht, sollte sich Zeit nehmen, treiben lassen und genau hinschauen.
Veranstaltung: Rundgang 2026
22. - 25.01.2026
Eröffnung: 22.1.2026, 16 h, Aula Schillerplatz
Öffnungszeiten:
Do, 22.1.2026, 16–24 h
Fr, 23.1.2026, 11–22 h
Sa, 24.1.2026, 13–22 h
So, 25.1.2026, 13–18 h
(S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Bis zum nächsten Newsletter wünsche ich dir eine gute Zeit!
Alexandra Folwarski
Herausgeberin, Wiener Flaneur