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Fortbildung, Hörtechnik und ein sehr zufriedenes Wiesel

Dieses Wochenende stand in der Fortbildung ganz im Zeichen der Hörgeräteversorgung. Unterschiedlichste Hörsysteme, deren technische Architektur, Versorgungsstrategien und – für mich besonders spannend – auch die Funktionsweise von Implantaten und Teilimplantaten wurden beleuchtet.

Ein Themenfeld, das so komplex ist, dass man schnell merkt: Wissen ist hier kein Zustand. Es ist eher eine Dauerbaustelle mit gelegentlichen Aha-Momenten.

Und genau das liebe ich daran.

Was mich jedoch fast noch mehr freute als die Inhalte selbst, war die Atmosphäre. Unsere Dozentin war nicht nur bereit, Fragen zu beantworten – sie war bereit zum Diskurs. Zum echten Austausch. Zu diesem selten gewordenen Format, in dem Erfahrungswissen aus der Praxis nicht als störendes Hintergrundrauschen behandelt wird, sondern als legitimer Teil der Erkenntnis.

Mein inneres Wiesel war entsprechend begeistert.

Nicht nur, weil es ohnehin eine gewisse Neigung zu akustischen Detailfragen hat – sondern weil es ernst genommen wurde.

Und wenn mein Wiesel ernst genommen wird, passiert etwas Bemerkenswertes:

Es wird plötzlich sehr gelehrig.

Man konnte es förmlich sehen. Es saß da, die Pfötchen gefaltet, die Ohren gespitzt, und sog Wissen auf wie ein Schwamm auf Koffein.

„Wir lernen!“, flüsterte es aufgeregt.

„Wir wachsen!“

Die Büffelin beobachtete das Ganze mit ihrer gewohnt stoischen Gelassenheit und murmelte nur trocken:

„Man sollte diesen Moment dokumentieren.“

Ein besonders lebendiger Austausch entstand schließlich rund um ein Thema, das mich seit Langem beschäftigt: Telespule, FM-Anlagen und die erstaunliche Tatsache, dass viele Hersteller und auch manche Akustiker ihre Kundinnen und Kunden darüber kaum noch adäquat aufklären. Oder überhaupt….

Ein Umstand, der für Menschen mit Hörbeeinträchtigung durchaus folgenreich sein kann.

Unsere Dozentin konnte zwar keine abschließende Erklärung dafür liefern – doch sie bedauerte diese Entwicklung ebenso aufrichtig wie wir.

Und dann sagte sie einen Satz, der mein Wiesel endgültig in einen Zustand akademischer Euphorie versetzte:

Sie sei eine klare Verfechterin von FM-Anlagen und T-Spulen – zumindest so lange, bis Auracast eines Tages wirklich flächendeckend verfügbar und im Alltag verlässlich nutzbar sei.

In diesem Moment geschah etwas Bemerkenswertes.

Mein Wiesel strahlte.

Nicht nur vor Freude, sondern vor etwas, das man vielleicht als eine Mischung aus Bestätigung und intellektueller Genugtuung beschreiben könnte.

Denn allzu oft wird die T-Spule inzwischen behandelt, als sei sie ein technisches Fossil.

Ein Artefakt aus der Frühzeit der Hörtechnik.

Eine Art akustischer Walkman.

Nur: Für viele Menschen ist sie alles andere als obsolet.

Sie ist eine Brücke zur Verständlichkeit.

Unsere Dozentin hatte das klar erkannt. Und mehr noch: Sie schult auch Kolleginnen und Kollegen sowie Patientinnen und Patienten darin, diese Möglichkeiten zu nutzen.

Denn letztlich geht es nicht um Technik um der Technik willen.

Es geht um eine sehr schlichte Frage:

Kann ein Mensch an einem Vortrag teilnehmen – oder sitzt er lediglich im Raum?

Das Wiesel formulierte es später, wie üblich, etwas direkter:

„Man kann physisch anwesend sein und akustisch trotzdem draußen vor der Tür stehen.“

Die Büffelin nickte dazu nur langsam und bemerkte:

„Teilhabe ist kein technisches Detail. Sie ist eine Infrastruktur.“

Und irgendwo zwischen diesen beiden Stimmen wurde mir wieder einmal bewusst, warum ich diese Fortbildung so schätze.

Nicht nur, weil man hier Wissen vermittelt bekommt.

Sondern weil man lernen darf.

Fragen stellen darf.

Wachsen darf.

Mein Wiesel jedenfalls

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