
Diese Nacht war wieder einmal kein Schlaf, sondern ein Bewerbungsgespräch für die Rolle als wandelnde Augenringe. Ob nun die Perimenophase mitsamt hormonellem Chaos Regie führte oder schlicht der Sommer mit tropischer Hitze – wer will das schon entscheiden? Fakt ist: Meine Reizverarbeitung hat Urlaub genommen, ohne Abwesenheitsnotiz. Mein inneres Wieselchen irrt planlos durch die Kulissen, weiß nicht mehr, wo oben oder unten ist, und hält sich die Ohren zu, als könne es damit die Welt auf „leise“ stellen.
Alles ist zu laut, zu dröhnend, zu presslufthammermäßig. Sprache kommt bei mir an wie Morsezeichen auf LSD – mühsam zu dechiffrieren, und meistens doch sinnfrei. Gut, dass meine Wasserbüffelin da ist: behäbig, gelassen, brummend. Sie stellt sich dem Tumult entgegen, während mein Wiesel schon wieder hyperventilierend im Kreis läuft.
Innerfamiliäre Gespräche oder Gespräche im Kreis mehrer Menschen tun ihr Übriges: meine Synapsen tanzen heute Pogo – nicht vor Freude, sondern aus purer Überreizung. Es schmerzt. Ich brauche dringend einen Lautstärkeregler fürs Leben. Vielleicht auch gleich einen großen roten Schalter: „Komplett Ruhe – Neustart in 24 Stunden.“
Natürlich habe ich eine Geheimwaffe: die Mute-Taste. Hörmine hat tatsächlich diese Funktion, einfach mit der Fernbedienung die Mute-Taste gedrückt und Stille. Und Hörlibert? Den muss ich kurzerhand abnehmen, zack, Ruhe. Himmlische Stille. Aber eben auch totale Exkommunikation aus der Gegenwart. Da stehe ich dann, körperlich anwesend, akustisch verbannt – und mein Wiesel tobt. Es hasst Entscheidungen: Teilhabe oder Ruhe? Aushalten oder abschalten? In beiden Fällen verliert man, und das Wiesel wird grantig, unleidlich, fahrig.
Und immer dann, wenn ich Gefahr laufe, mich in diesem Chaos völlig aufzulösen, tritt die Wasserbüffelin auf den Plan. Mit einem sonoren ooooohmmmmmmm, tief und erdig, wie ein tibetanischer Tempelgong auf vier Beinen, bringt sie alles zum Vibrieren – inklusive meiner Nerven. Das Wiesel stutzt, lauscht und stimmt schließlich ein. Leider klingt das Ergebnis eher nach einem nervösen Föhn der sich mit einem Staubsauger duellieret.
Aber sei’s drum: wenigstens ist es Teamwork. Und so sitze ich da, zwischen hormonellen Nebelschwaden, sommerlicher Hitze und einem inneren Wiesel im Pogo-Modus – während die Wasserbüffelin unbeirrt brummt, dass schon nichts mehr schiefgehen kann.
Also alles in Allem, doch nur der ganz normale Wahnsinn?
Aber es geht weiter.... Zwischen Resonanz und Ruhe – Warum mein Leben Stille und Lärm gleichermaßen braucht. Ich nehme euch Mal mit in den Alltag: