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Worte wie Wattebäusche – Warum Euphemismen der Inklusion mehr schaden als nützen

Es gibt Begriffe, die sich in den öffentlichen Diskurs schleichen wie höflich lächelnde Zaungäste – sie sind da, sagen aber nicht, was sie meinen. Handicap ist ein solcher Begriff. Er klingt sanft, fast charmant, wie ein in pastellfarbene Watte gewickeltes Etikett, das niemandem wehtun soll. Doch genau darin liegt das Problem: Es will nicht wehtun – und umgeht dabei die Realität.

Die sprachliche Ausweichbewegung, die in der Verwendung von Handicap steckt, ist kein harmloser Akt des Stils. Sie ist Ausdruck einer gesellschaftlichen Berührungsangst. Sie signalisiert: „Wir wollen es nicht zu deutlich sagen – sonst müssten wir uns womöglich mit der Bedeutung, den Strukturen und den Konsequenzen auseinandersetzen.“ Euphemismen sind rhetorische Weichzeichner. Sie lassen Tatsachen verschwimmen, wo Präzision notwendig wäre.

Ich lehne diesen Begriff ab – vehement. Nicht nur, weil er sachlich unscharf ist, sondern weil er semantisch aus einer Welt stammt, die mit meiner Lebensrealität wenig zu tun hat. Handicap – das mag im Golf ein Spielparameter sein. In meinem Leben jedoch geht es nicht um einen sportlichen Nachteil, den man mit Talent ausgleichen kann, sondern um eine Behinderung, die real, sichtbar und strukturell wirksam ist.

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