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Morgendliche Grundversorgung – Kaffee, Charakter und kleine Rituale

Angeblich fließt durch meine Adern Kaffee.

Das behaupten zumindest einige meiner langjährigen Wegbegleiter – und sie haben, fürchte ich, nicht ganz Unrecht.

Ja, ich gestehe: Ich trinke an manchen Tagen etwas mehr als gesellschaftlich opportun erscheint.

Und ohne Kaffee am Morgen? Nun ja – der ganze Tag wäre schlicht im Eimer.

Bitte verzeiht mir diese profane Wortwahl, doch sie trifft den Kern der Wahrheit präziser als jedes gepflegte Synonym.

Ein Morgen ohne Kaffee wäre vergeudete Lebenszeit.

Mein Wieselchen käme nicht in die Puschen, die Wasserbüffelin läge komatös im Flur – ein Schauspiel zwischen Tragödie und Slapstick.

Kurz gesagt: keine guten Voraussetzungen, um in den Tag zu starten.

Also: Kaffee.

Und zwar in Ruhe.

Das heißt – allein.

Ich möchte morgens nicht kommunizieren, nicht interagieren, nicht philosophieren – ich möchte Kaffee.

Erst nach der zweiten, mitunter vierten Tasse – dazwischen vielleicht ein leises Seufzen – beginnt das Wiesel, wieder zu reagieren.

Die Wasserbüffelin hebt träge die rechte Augenbraue.

Langsam formt sich Leben.

Wer jetzt glaubt, der Koffeinpegel steige endlos weiter, dem sei gesagt:

Ja, vermutlich habt ihr recht – aber mit abnehmender Geschwindigkeit.

Denn irgendwann folgt der Tee: grün, kräutrig, fenchelig oder brennnesselig.

Mitunter auch Chai – jene duftende Melange aus Indien, Malaysia oder Sri Lanka, die mit jeder Tasse den Morgen ein wenig exotischer färbt.

In eine der ersten Tassen Kaffee des Tages gebe ich Öl.

Ja, richtig gelesen: Öl.

Nein, kein Frittieröl – sondern Kürbiskern-, Kokos- oder MCT-Öl.

Da ich mich weiterhin ketogen ernähre, ist dieser „Bulletproof Coffee“ kein Frevel, sondern ein hervorragender Energiespender.

Gewiss, gewöhnungsbedürftig. Aber gut verrührt – ohne Fettaugen, dafür mit vollem Körper und warmem Nachhall.

Die Kommentare dazu sind stets dieselben – charmant redundant.

Denn, Hand aufs Herz, es gibt unendlich viele Arten, Kaffee zu trinken:

mit Milch oder ohne, mit Zucker, Süßstoff, Vanille, Hafer, Mandel oder bloß einem Schuss heißem Wasser.

Ich habe vieles gesehen, probiert, wieder verworfen.

Mein Favorit?

Ein selbstgemixter Schuss Vanille-Mascarpone-Milch – herrlich cremig, schmeckt nach Vanilleeis und lässt sich sogar aufschäumen.

Mein Wiesel ist selig.

Ob man das rechtlich nun „Milchproduktmixgetränk“ nennen muss?

Ach bitte, erspart mir diesen bürokratischen Kaffeebehördenhumor.

Alternativ greife ich zur ungesüßten Mandelmilch (oder, falls es der Amtsschimmel verlangt, Mandelsudbreimixgetränk).

Schon beim Wort beginnt das Wiesel in mir zu protestieren.

Manche schwören auf „Pumpkin Spice Latte“, „Halloween Hug“ oder „Kaffeekuss“ – alles herrliche, kohlenhydratreiche Verführungen.

Ich hingegen bleibe bescheiden: eine Prise Ceylon-Zimt (Sri Lanka) genügt.

Echter Zimt, versteht sich – nicht die Cassia-Variante, die sich als solcher tarnt, aber weder gesundheitlich noch geschmacklich mithalten kann.

Diese kleine Prise echter Wärme streichelt Herz und Stimmung – besonders jetzt, da die Tage kürzer, die Decken dicker und die Gedanken langsamer werden.

Und so sitze ich hier, Tasse in der Hand, inmitten des aufziehenden Tages.

Ich trinke. Ich schweige. Ich genieße – solange noch Stille ist.

Wie trinkt ihr euren Kaffee?

Bleibt’s xund –

eure Frau Kruemelkuchen.

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