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GS027 - Gottesstaat Florenz – Zwischen Medici-Prunk und Scheiterhaufen der Eitelkeiten

Eine neue Folge Geschichtsschatten ist erschienen – und sie führt uns mitten hinein in eine der faszinierendsten und widersprüchlichsten Episoden der europäischen Geschichte.

Florenz, 1490er Jahre

Die Medici regieren die Stadt seit Generationen – verdeckt, durch Geld und Patronage, hinter der Fassade einer Republik. Lorenzo der Prächtige fördert Botticelli, Michelangelo, Leonardo. Florenz ist das kulturelle Zentrum Europas. Und dann betritt ein Mönch die Bühne, der all das als Sünde betrachtet.

Girolamo Savonarola, dominikanischer Prior aus Ferrara, predigt mit apokalyptischer Wucht gegen Prunk, Korruption und kirchliche Dekadenz. Als 1494 die Medici stürzen und die Franzosen einmarschieren, übernimmt er faktisch die Kontrolle über die Stadt – ohne Amt, ohne Armee, allein durch die Kraft seiner Worte und Visionen.

Was folgt, ist ein Experiment, das in der Geschichte seinesgleichen sucht: ein Gottesstaat inmitten der Renaissance.

Was euch in dieser Folge erwartet

In GS027 beleuchte ich die Hintergründe und Zusammenhänge dieser außergewöhnlichen Episode:

Wir beginnen mit den Krisen des 14. Jahrhunderts – dem Bankenkollaps der Bardi und Peruzzi, dem Schwarzen Tod, dem Ciompi-Aufstand. Ohne diese Vorgeschichte lässt sich nicht verstehen, warum Florenz so anfällig war für radikale Bewegungen.

Dann folgen wir dem Aufstieg der Medici: von Cosimo dem Alten, der die Republik von innen aushöhlte, bis zu Lorenzo dem Prächtigen, dessen Glanz die strukturelle Schwäche des Systems verdeckte.

Schließlich widmen wir uns Savonarola selbst – seinem Weg nach Florenz, seinen Predigten, seiner Herrschaft und seinem Ende auf dem Scheiterhaufen, an demselben Ort, an dem er zuvor Kunstwerke hatte verbrennen lassen.

Querverbindungen im Archiv

Wer die vergangenen Episoden kennt, wird in dieser Folge viele bekannte Gesichter wiederfinden. Die Borgia-Päpste aus Folge 16, die Medici-Päpste aus Folge 9, die reformatorischen Impulse aus Folge 12 über die Causa Lutheri, Machiavellis Florentiner Jahre aus Folge 14 – all diese Fäden laufen in GS026 zusammen. Die Episode ist als eigenständige Folge konzipiert, gewinnt aber durch das Archiv an Tiefe.

Zur Bonusfolge

In der Bonusfolge – exklusiv für Steady-Supporter – untersuche ich eine spezifische intellektuelle Verbindung, die in der Hauptfolge nur gestreift werden konnte: Niccolò Machiavelli als Beobachter und Analytiker von Savonarolas Herrschaft.

Was bedeutet der „unbewaffnete Prophet” im Sinne Machiavellis? Und warum ist Savonarola für die Entstehung des modernen politischen Denkens so bedeutsam?

Jetzt anhören

GS027 ist ab sofort verfügbar auf Spotify, Apple Podcasts und allen gängigen Podcast-Plattformen.

Wer die Bonusfolge hören möchte und die Arbeit an Geschichtsschatten unterstützen will, findet alle Informationen dazu hier auf Steady:

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