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Groovende Saiten: Brandee Younger

Harfenistin Brandee Younger und ihr Trio loteten bei ihrem Konzert im Jazzclub Unterfahrt am 17. Juli einmal mehr gekonnt die Möglichkeiten zwischen Jazz, R'n'B und Soul aus und fanden eine bemerkenswerte Balance zwischen Tradition, atmosphärischer Klangmalerei und modernen Grooves.

Text und Fotos: Christina M. Bauer

Der Harfe mit innovativen Ideen, Feinsinn und Groove mehr Platz in der Jazzszene zu erspielen, gelingt derzeit kaum jemandem so wie US-Künstlerin Brandee Younger. Bei ihrem Triokonzert im Münchner Jazzclub Unterfahrt am 17. Juli lotet sie souverän die Möglichkeiten zwischen Jazz, R'n'B und Soul aus. Die erste Komposition verknüpft ihr atmosphärisches Solointro mit sensiblem Triospiel. In dem treffen die betörende Melodik, grazilen Arpeggien und eleganten Harmonien der Harfe auf das dezent agierende, oft mit Besen oder weichen Schlegeln gespielte Schlagzeug von Allan Mednard und Rashaan Carters sonoren Kontrabass zwischen Rhythmusfunktion und feinsinnig mit der Harfe ineinandergreifenden Melodieparts.

Es ist Alice Coltranes "Rama Rama", dem die drei eine frische Interpretation angedeihen lassen. Das zweite Stück "Unrest" wiederum ist eines von Youngers zahlreichen Originalen. In einem differenzierten Intropart für Soloharfe schälen sich aus wellenförmigen Passagen weitschweifende, mäandernde Melodien heraus, schimmernde Perlenketten von Arpeggien kontrastieren mit versiertem Harmoniespiel. Mit dem Einsetzen von Carter und Mednard geht die Komposition in einen Trioteil mit mehr Tempo und Groove über. Der bietet außerdem den Raum für ein ausdrucksstarkes und einfallsreiches Basssolo, in dem Carter noch die tiefsten Tiefen des Basses lässig auslotet, und für ein elegantes Schlagzeugsolo, in dem Mednard aus einer herrlich dezenten Intropassage nach und nach rhythmische Verdichtung und Komplexität aufbaut.

In dem als ein Set angelegten Konzert integriert Younger mit ihrem Trio eine elegische, klangmalerische Interpretation von Alice Coltranes Komposition "Turiya and Ramakrishna" und ihr heiter groovendes Original "New Pinnacle" genauso wie eine charmante Solointerpretation von Stevie Wonders "If it's magic", das einst Jazzharfeninstin Dorothy Ashby mit Wonder eingespielt hat. Das Spektrum an Klangfarben erweitert sie mit einigen dezent eingesetzten Effekten und anderswo auch mal mit einem zwischen die Saiten geflochtenen Stoffband. Carter wiederum wechselt insbesondere für einige der mehr in den Gefilden von R'n'B und Soul verorteten Stücke zum E-Bass. Das Publikum im ausverkauften Club zeigt sich begeistert und lässt das weitgereiste Trio erst nach zwei Zugaben von der Bühne.

Foto 1: Brandee Younger beim Konzert im Jazzclub Unterfahrt am 17. Juli 2026

Fotos 2 und 3: Allan Mednard, Brandee Younger und Rashaan Carter (v.l.)

Tópico Kurzkritik

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