Saltar para o conteúdo principal

Fontänen und Kaskaden: Patricia Brennan

Oft rhythmisch vertrackt, expressiv und harmonisch komplex, aber auch atmosphärisch, klangmalerisch und gelegentlich gar tranceartig: Es sind zahlreiche Aspekte, die Patricia Brennan mit ihrem Septett am 7. Juli beim Konzert im Jazzclub Unterfahrt auf sportlich-elegante Art präsentierte.

Text und Fotos: Christina M. Bauer

Spannende Musik zwischen Jazz, Zeitgenössischem, afro-kubanischen und mexikanischen Einflüssen hat Patricia Brennan mit ihrem Septett am 7. Juli mit in den gut besuchten Jazzclub Unterfahrt in München gebracht. Den Auftakt macht sie am Vibrafon als Harmoniegeberin, die bei ihrer Komposition "Five Suns" rhythmisch ergänzt von Kontrabass, Percussion und Schlagzeug vor allem Raum lässt für die von Saxofonen und Trompete hin- und her gespielten melodischen Kürzel, ineinandergreifenden Linien und expressiven Ausbrüche. In eine ganz andere Richtung geht es beim zweiten Stück "Sueños de Coral Azul", das von einem mit den Händen geklopften Schlagzeugintro über eine melancholische Passage von Saxofonen und Trompete zu einem Vibrafonsolo übergeht. Bei diesem zeigt sich Brennan als feinsinnige Melodikerin, die elegant geschwungene Fontänen und Kaskaden auf die Klangplatten klopft, ab und an Ostinati und atmosphärische, klangmalerische Passagen ergänzt. Die Komposition hat sie dem Weg von Migranten in neue Lebenswelten und auch ihrem eigenen als 20-jährige von Mexiko in die USA gewidmet. Das Solo ist das möglicherweise gelungenste des Konzertabends, der neben dichtem Ensemblespiel noch eine Menge hörenswerte Soli mit sich bringt.

Das zum einen von Brennan, die dem Vibrafon immer wieder neue Nuancen und Facetten entlockt, zum anderen von den Musikern ihres hervorragend besetzten Septetts. Das sind Jon Irabagon an Alt und Sopraninosaxofon, Mark Shim am Tenorsaxofon, Trompeter Kalí Rodriguez, Bassist Kim Cass, Schlagzeuger Dan Weiss und Percussionist Keisel Jimenez. Neben den zahlreichen kleinen ins Ensemblespiel integrierten Solopassagen wird jeder von ihnen in ausgiebigen und anspruchsvoll gestalteten Solobeiträgen gefeatured. Das oft rhythmisch vertrackte und harmonisch komplexe Ensemblespiel wiederum wird anderswo mit bemerkenswert atmosphärischen, fast tranceartigen Passagen kontrastiert. Brennan gibt ihrem Ensemble immer wieder kleine Einsätze oder dirigiert Sequenzen, zeigt sich gleichermaßen als ausdrucksstarke Komponistin und Vibrafonistin. Ideenmangel ist bei der vom US-Jazzmagazin Downbeat 2025 als Vibrafonistin des Jahres ausgewählten Musikerin nicht zu beklagen, die für Besetzungen vom Duo mit Sylvie Courvoisier bis zum Ensemble mit Streichern bereits wieder bemerkenswerte Musik kreiert hat. Für das derzeit in Europa tourende Septett ist ebenfalls neues Repertoire in der Entstehung.

Fotos 1 und 2: Patricia Brennan mit ihrem Septett beim Konzert im Jazzclub Unterfahrt am 7. Juli 2026

Foto 3: Patricia Brennan, Kim Cass, Kalí Rodriguez, Jon Irabagon, Mark Shim, Dan Weiss (verdeckt), Keisel Jimenez (v.l.)

Tópico Kurzkritik

0 comentários

Gostaria de ser o primeiro a escrever um comentário?
Torne-se membro de Her music, her story: views on jazz, world and classical e comece a conversa.
Torne-se membro