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Einfallsreiche Tieftönerin: Kaisa Mäensivu

Beim Konzert von Kaisa Mäensivu mit ihrer Band Kaisas Machine am 28. Januar im Münchner Jazzclub Unterfahrt treffen ausgefeilte Kompositionen auf ausbalanciertes Ensemblespiel und spannende Soli.

Text und Fotos: Christina M. Bauer

Ob die grazile Harmonik und die klaren, kühlen Linien von "Dream Machine" oder die in lässigen Klangfarben zwischen weiten, eleganten Linien und Melodieschnipseln wechselnden, um spannende rhythmische und dynamische Akzente ergänzten "Moon Waves", ob das eingängige, folkloristisch anmutende "Midnight Sun", in dem die Combo gekonnt das Spannungsfeld zwischen lässig voranfließender Leichtigkeit und temporeichen Passagen auslotet, das vorantreibende, rhythmusbetonte "Tyktys" oder das geisterhaft-mystische "Shadow Mind", bei dem das Ensemble über weite Strecken mit wenigen Tönen und Harmonien eine Menge atmosphärische Wirkung erzielt: Die finnische Kontrabassistin und Komponistin Kaisa Mäensivu bringt mit ihrem Quintett beim Konzert im Münchner Jazzclub Unterfahrt am 28. Januar ein einfallsreiches und feinsinnig interpretiertes Repertoire auf die Bühne. Sie vermag am Bass in reflektierten, improvisierten Passagen souverän solistisch zu erzählen, übernimmt gleichermaßen über weite Strecken die rhythmusgebende Bassfunktion im Ensemble.

Ihre seit etwa zehn Jahren bestehende Band Kaisas Machine ist dieses Mal besetzt mit Max Zenger am Altsaxofon, Rasmus Sørensen am Flügel, Mikko Antila am Vibrafon und Joe Peri am Schlagzeug. Sørensen beweist Sinn für leise Töne, grazile Verzierungen und harmonische Eleganz, spielt sich in manchen seiner Soli wiederum in halsbrecherische improvisierte Parts. Antila ist mit dezenten bis rasanten improvisierten Passagen zu hören. Zengers soulige Saxofonlinien und Peris Rhythmusfundament wechseln ebenfalls mit anspruchsvollen solistischen Beiträgen. Das ist junger, europäischer Jazz mit frischen Ideen. Das Ensemble ist in den nächsten Tagen in einigen weiteren deutschen Städten zu hören. In den vergangenen Jahren erhielt Mäensivu, die Studien an der Sibelius Academy in Helsinki und der Manhattan School of Music absolvierte, insbesondere in Nordeuropa erste Musikpreise. Beim Pori Jazz Festival bekam sie den Rising Star Award, beim International Riga Jazz Stage Wettbewerb für Bassisten erreichte sie den ersten Platz.

Fotos 1 und 2: Kaisa Mäensivu und ihr Quintett beim Konzert im Jazzclub Unterfahrt am 28. Januar 2026

Topic Kurzkritik

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