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Silksong ist da und der Diskurs ist WILD

Hi! Dennis von Indie Fresse hier.

Zwischen unseren Podcast-Folgen gibt’s kluge Gedanken zu schönen Spielen in eurem Postfach.

Heute: Eine Runde Silksong-Diskurs und eine Game-Empfehlung für alle, die einfach etwas anderes spielen wollen.

Wenn ihr uns dabei unterstützen wollt:

Ein kluger (?) Gedanke: Der Silksong-Diskurs

Letzten Donnerstag ist endlich Hollow Knight: Silksong erschienen. Der Moment, auf den inzwischen Millionen Fans seit Jahren gewartet haben.

Und was dann kam, war alles, nur nicht normal. Ein kleiner Überblick:

  • Der Launch: Am 04. September, 16 Uhr deutscher Zeit startete der Verkauf von Silksong auf allen Plattformen… die dann prompt zusammenbrachen. Und zwar alle. Bis auf GoG. Selbst Steam ist kollabiert (Opens in a new window) unter dem Ansturm von Silksong-Fans. Für Kritiker und Skeptiker war das der Beweis, was für eine beknackte Idee der Entwickler es war, dieses Spiel mit so geringer Vorlaufzeit (ca. 2 Wochen) und ohne Vorbestellung/Pre-Load zu starten. Und das stimmt. Denn diese Entscheidung führte neben dem frustrierenden Verkaufsstart auch noch zu panischen Reaktionen anderer Studios, die ihre Spiele teils um Monate verschoben haben (Opens in a new window), vielleicht zurecht, vielleicht auch nicht.

  • Der Preis: Hier wird’s schon seltsamer. Denn es gibt Kritiker*innen, die sagen: Silksong ist mit seinem 19,50€ Verkaufspreis viel zu billig (Opens in a new window). Weil es das GTA der Indie-Spiele sei, so das Argument, wären die Entwickler in der Pflicht es für doppelt, ach, dreimal so viel Geld zu verkaufen. Denn nun müsste sich jedes Spiel in Sachen Preis/Leistung mit Silksong vergleichen. Und es sei eine vergebene Chance, den akzeptierten Preis für kleine Spiele nach oben zu drücken. Was für ein Blödsinn. Als ob ein teureres Silksong auf einmal die Menschheit davon überzeugt, teurere Spiele zu kaufen. Und als ob nicht schon jetzt wirklich jeder Preis von irgendjemandem im Internet als viel zu teuer bewertet wird, nur weil GTA 5 irgendwann mal für einen Zehner zu haben war.

  • Die Übersetzung: …hätte ein bisschen mehr Liebe verdient. Und zwar vor allem die chinesische Version. Denn hier hat der Übersetzer des Spiels entschieden, die einfache, aber atmosphärische Sprache des Spiels in ein überkandideltes Shakespeare/Wuxia-Drama zu verwandeln. Eine Kostprobe gibt’s hier (Opens in a new window). Sehr zum Erstaunen der chinesischsprachigen Community, die Silksong nun mit negativen Bewertungen überschüttet (Opens in a new window). Zurecht! Denn eine gute Lokalisierung ist wichtig (Opens in a new window). Die meisten Menschen spielen Spiele nicht im Original, sondern in ihrer Muttersprache. Sei es Deutsch, Französisch oder Chinesisch. Und es ist absurd, dass in einem Spiel, in dem Sprache so wichtig ist, gerade hier an der Qualitätskontrolle gespart wurde. Meine Empfehlung wäre ja, das Spiel in die liebevollen Hände von Loka-Profis zu geben. Ich kenne da ja so ein paar…just saying!

  • Die Kritik: Keine Testmuster vor Veröffentlichung bei Silksong! Ist das das Ende der Spielekritik (Opens in a new window), fragt man sich bei Endless Mode? Natürlich nicht. Es ist ein extrem spezieller Sonderfall. Allerdings kein Einzelfall (Opens in a new window). Gute Kritik wird dagegen im Moment vor allem von Medienhäusern wie der New York Times (Opens in a new window) selbst gekillt.

  • Das Spiel: …zu schwer, zu einfach, zu langsam, zu schnell — auf jeden Fall aber: anders als der erste Teil und damit schlecht (Opens in a new window)! Zumindest wenn es nach meinungsstarken Online-Kommentaren geht. Die Gegner in Silksong würden zu viel Schaden verursachen, der diagonale Angriff sei zu kompliziert und, dass wichtige Fähigkeiten wie der Sprint erst nach mehreren Stunden verfügbar sind, eine Frechheit. Und das finde ich interessant, denn es zeigt wieder einmal: Der Hype frisst seine Kinder. Silksong konnte niemals die übersteigerten Erwartungen seiner wildgewordenen Fans befriedigen. Es kann nicht ein Spiel für alle sein — vielleicht nicht mal für Fans des ersten Teils.

Und ich so? Ich hab eine fantastische Zeit mit diesem fabelhaften Spiel. Ich liebe jede Minute, die ich die letzten Tage damit verbracht haben. Diese Welt! Dieser Stil! Und wie kreativ das Design der Boss-Gegner ist! Es ist (bis jetzt) alles, was ich mir gewünscht habe und noch mehr.

Und im Podcast (Opens in a new window) sprechen wir dann bald noch ausführlicher drüber!

Ein schönes (!) Spiel: He is Coming

Und vielleicht gehört ihr ja zu den Leuten, die Silksong so gar nichts abgewinnen können. Und das ist total OK!

Denn es gibt so viele andere, geniale Spiele, die eure Zeit wert sind. Ich bin die letzten Tage immer mal wieder in He is Coming abgetaucht. Ein Spiel, das zwar so klingt, als sollte es von reaktionären Australiern boykottiert werden (Opens in a new window), aber wirklich so gar nichts mit Sex zu tun hat und aussieht, als ob es auf einem Atari 2600 laufen sollte.

Und ihr solltet trotzdem reinschauen.

Weil:

  • Die Idee: Ihr spielt einen Ritter, der sich auf die Rückkehr eines schrecklichen Monsters vorbereiten soll. Dazu lauft ihr durch die Gegend, sammelt Schwerter, Rüstungen, magische Ringe, um zuerst Mini-Bosse zu besiegen und dann das Ober-Monster zu schlagen.

  • Der Clou: Sobald der Ritter im Kampf mit einem Monster ist, läuft alles automatisch ab. Man selbst trifft keine Entscheidungen mehr. Das mag im ersten Moment langweilig klingen. Ist es aber nicht. Denn es geht darum, ob die Kombination der Ausrüstung, der “Build” funktioniert. Jeder Kampf ist also eine Art Test, ob die Monster-Zerstörungs-Maschine, die man gebaut hat, funktioniert.

  • Nur noch eine Runde!: Und das ist so motivierend! Ich hab mich regelmäßig dabei erwischt, wie ich immer wieder neue Versuche gestartet habe. Denn He is Coming reduziert komplizierte Rollenspiele komplett auf den Loot-Aspekt. Und ja, das Ganze ist verdammt nah dran an eine Art Casino. Aber es macht so viel Spaß! Und das zweite Level? Whoa!

He is Coming (Opens in a new window) ist draußen für PC via Steam (Opens in a new window) und Xbox/Game Pass (Opens in a new window).

Schamlose Selbstpromo und anderes Zeug

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