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Autorität wird wieder missbraucht – oder präziser: weiterhin.

Wohin wir auch schauen: Die Machtwerkzeuge in den Händen von Personen mit patriarchalen oder "nur" autoritären Haltungen zu Autorität verwandeln das, was eigentlich eine würdevolle Verantwortungsbeziehung sein muss, in ein Verhältnis von Missbrauch und Ausbeutung.
Ob es CEOs globaler Konzerne sind – seien es die Vertreter der digitalen oder fossilen Industrie – oder Staatschefs und mittlerweile auch Staatschefinnen: Die Dynamik bleibt oft dieselbe.

Und was passiert meist um diese Machthaber:innen herum? Opportunist:innen nutzen die Chance, sich anzudienen – möglicherweise aus Angst, selbst Opfer solcher Dynamiken zu werden. Oder, weil sie in ihrer empfundenen Bedeutungslosigkeit diesen Moment der Macht endlich als Möglichkeit zum Ausgleich ihrer eigenen Verletzungen sehen. Manchmal, so scheint es, ist es auch nur die sadistische Lust, anderen Leid zuzufügen oder das zu beobachten. Vielleicht ist es auch bloßer Zufall.

Andere hingegen wenden sich von Autorität und Machtfunktionen auf ganzer Linie ab – verständlich, aber riskant. Denn diese Verweigerung schafft einen freien Raum, den autoritäre Akteur:innen geradezu aufsaugen.
Interessanterweise stabilisiert auch der direkte Kampf gegen autoritäre Dynamiken diese nur weiter, weil er gerade dadurch diese bestehenden Mechanismen aufrechterhält und damit legitimiert.

Aber was wäre eine Alternative?
Den Konflikt selbst als Transformationsenergie für den Wandel der Autoritätsbeziehungen zu nutzen. Und zwar, indem wir im gewaltfreien Widerstand bewusst mit diesen Dynamiken arbeiten – so lange es eben machbar ist.

Ist das eine Garantie für den Erfolg? Nein. Ist die Idee der Transformativen Autorität perfekt? Natürlich nicht. Aber: Sie ist sicher ein Anfang. Eine neue theoretische Grundlage, um eine anziehende (im feldtheoretischen Sinne attraktive) Führungsalternative zu entwickeln. Ein Autoritätsverständnis, das besonders in Krisen- und Konfliktsituationen Raum für Wandel erzeugen kann – und dabei Würde, Beziehung und Verantwortungsbewusstsein für das "Ich-im-Wir" in den Mittelpunkt stellt.

Wie das konkret in Organisationen aussehen kann, habe ich in etwa sechs Jahren wissenschaftlich ausgearbeitet. Ein besonderer Dank geht an alle 378 Menschen, die 2024 an meiner Befragung teilgenommen haben. Ihre Perspektiven sind ein wichtiger Teil dieses Buchs und haben geholfen, diese Ideen für die Führungspraxis zu konkretisieren.

Das eBook ist nun als OpenAccess bei SpringerGabler erschienen und für alle kostenfrei zugänglich (Si apre in una nuova finestra).

Wenn Sie zusätzlich ein gedrucktes Exemplar erhalten möchten, gibt es zwei Möglichkeiten: Da ich meine Forschung auch weiterhin selbst finanziere – so, wie auch die Veröffentlichung des Buch als OpenAccess –, kommt beim Kauf über den Buchhandel keine Rückvergütung bei mir an. Wer mich darin unterstützen will, die Buchveröffentlichung zu refinanzieren, kann gerne

Resonanz geben

Wenn Sie mir Resonanzen zur Transformativen Autorität geben möchten – sei es aus dem Buch oder Ihrer Praxis –, verwenden Sie gerne dieses Formular (Si apre in una nuova finestra). Ihre Antworten verwende ich, wenn Sie zustimmen, für die weitere Forschung zu diesem Thema.

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