oder: wie die Kritik an Staat und Wirtschaft in den Dystopien der 80er Jahre in ihr Gegenteil umschlug
Bilder wie die folgenden fluten Social-Media-Kanäle, und das sollen sie auch: Maskierte, schwer bewaffnete Männer in unmarkierten Fahrzeugen. Sie erscheinen manchmal beinahe wie Figuren aus postapokalyptischen Filmen der 80er Jahre. Ein Hauch von “Mad Max” umweht sie: keine faschistoiden Uniformen im SA-Style, auch keine Polizeiuniformen als Zeichen bürgerlichen Ordnungen. Eher eine sich als Angst und Schrecken verbreitend inszenierende Bürgerwehr, zugleich mit dystopischen Technologien ausgerüstet. Skrupellos, brutal, maskiert, ihre Opfer entmenschlichend all das wird Intsagram-tauglich inszeniert, während zugleich der Präsident wie ein Superschurke aus einem Comic Strip mittels KI Filmchen basteln lässt, die Protestierende buchstäblich mit Scheiße überhäufen.
Man kann man Fiction, mediale Inszenierung und politisches Handeln kaum noch unterscheiden von dem, was bisher unter “Realität” verstanden wurde. Die “Bürgerwehr” im Dienste der Regierung ist ICE, klar. Diese Einwanderungspolizei anvanceirte in den vergangenen Monaten zur Chiffre für die Verschmelzung dessen, was man früher polizeiliche, geheimdienstliche und militärische Logik genannt hätte. Die Daten, die diese Operationen anleiten, kommen, in nicht wenigen Fällen, von Palantir.
Die Umdeutung der 80er Jahre-Dystopien
Annie Kelly hat dazu kürzlich in Religion Dispatches die Vermutung (Si apre in una nuova finestra) geäußert: Diese Männer hätten Tolkien wahrscheinlich ähnlich falsch verstanden wie Terminator und Terminator 2, in deren Kinosäle sie als Jugendliche gegangen seien. Aber was, wenn sie es richtig verstanden haben?
Wenn man Karps jüngste Verlautbarungen liest, dann könnte genau dieser Eindruck enstehen. Im April 2026 stellte Palantir auf der Plattform X einen Thread mit zweiundzwanzig Punkten ein, eine Art Manifest, destilliert aus Karps Buch The Technological Republic. Darin findet sich der bemerkenswerte Satz, das atomare Zeitalter neige sich seinem Ende zu; eine neue Ära der Abschreckung, gegründet auf Künstliche Intelligenz, beginne. Die fiktionalen Stoffe, welche die “Generation Karp” prägten, in seinem Fall jedoch ebenso philosophische Ansätze und soziologische wie auch politische Programme, die in prägten, betreten in kühnen Umkehroperationen die Arena global wirksamer Machtkämpfe.
Karp denkt in der Sprache des “Skynets”. In Terminator fungiert Skynet als das System, das die Abschreckung im Rahmen von Konstellationen wie jenen des Kalten Krieges übernahm, ein wenig wie Reagans SDI. Eine Künstliche Intelligenz, die sich verselbständigte und beschloss, die Menschheit als Bedrohung zu eliminieren. James Cameron drehte einen Film gegen diese Vorstellung, in dessen finalem Akt eine schwangere Frau und ein Roboter in eine Stahlpresse flüchten, damit kein Bauplan überlebt.
Karp drehte denselben Film um. Was Cameron als Warnung konzipierte, liest er als als eine Art “Mission Statement”.
Die Generation der Techno-Oligarchen - Karp ist Jahrgang 1967, Thiel 1967, Musk 1971 - ist mit einer Kulturindustrie aufgewachsen, deren dystopische Erzählungen noch “humanistisch” grundiert waren. Blade Runner, Terminator, Robocop und später Matrix: Alles Filme, die das Grauen der Maschine, des Konzerns, der totalen Verwaltung beschworen, um am Ende doch “den Menschen” zu retten - durch Erinnerung, durch Liebe, durch Solidarität, durch ein letztes, unerrechenbares Etwas, das KI und Maschinen nicht erfassen können.
Die Lehre dieser Filme war, dass man dem System widerstehen müsse, weil man Mensch sei. Karp und seine Mitstreiter haben diese Lehre nicht etwa abgelehnt; sie haben ihre Diagnose übernommen, ihren normativen Kern verworfen und sie gegen Menschen gerichtet. Wenn die Systeme beherrschen und vernichten können, dann sollte man lieber in ihrem Besitz sein und wissen, wie sie zu bedienen sind. Da sei besser, als sie Anderen zu überlassen und so zu ihrem Opfer zu werden.
System statt Lebenswelt
Dass diese Konversion bei Karp eine besondere Note hat, liegt in seiner Biografie begründet. Karp hat in Frankfurt am Main bei Jürgen Habermas studiert. Karps Dissertation wollte Habermas nicht betreuen. Dennoch: Der Palantir-Chef ist ein Schüler der Kritischen Theorie. Der Wiener Philosoph Mark Coeckelbergh hat in einer Analyse für das Magazin The Nerve darauf hingewiesen (Si apre in una nuova finestra), dass das, was Karp heute betreibt, in präzisen Habermas’schen Begriffen genau jene “instrumentelle Rationalität” ist, gegen die Habermas ein Lebenswerk lang die “kommunikative Vernunft” in Stellung brachte .
Die Pointe ist nicht, dass Karp Habermas vergessen hätte. Die Pointe ist, dass er ihn gelesen hat - und ihn gegen Habermas Intentionen wandte. Habermas kritisierte die Systemimperative von Staat und Administration wie auch der herrschenden Ökonomien. Sie würden die Lebenswelt kolonisieren, die Beziehungen zwischen Menschen, ja deren Alltag zerstören und sie ankoppeln an die Interessen der Macht und der Verwertungszusammenhänge materieller Reproduktion. Karp hat sich nun auf die System-Seite geschlagen. Okay, dann kolonisiere ich halt.
Habermas’ ganzes Projekt beruht auf dem Vertrauen, dass politische Legitimität durch Verständigung entsteht, durch einen Diskurs, der prinzipiell allen offensteht und in dem allein der bessere Grund zählen soll. Die Diagnose der Frankfurter Schule lautete immer, dass moderne Gesellschaften von Systemen instrumenteller Vernunft - Markt, Verwaltung, Technik durchsetzt seien und dass das zu kritisieren sei, um Räume für menschliche Freiheit zu schaffen. Habermas’ normative Antwort war: Man müsse den deliberativen Raum, den wechselseitiger Verständigung und Rechtfertigung von Handlungen und Normen, gegen diese Kolonialisierung verteidigen. Karps Antwort, ein halbes Leben später, lautet gegenteilig: Die Systeme gewinnen ohnehin, also baut man besser das stärkste.
Sein Buch und sein Manifest fordern explizit, dass die Tech-Eliten Silicon Valleys “an obligation” hätten, sich der nationalen Verteidigung zu verschreiben; dass “harte Macht” im einundzwanzigsten Jahrhundert in Software bestehe; dass Demokratien ohne diese harte Macht verloren seien. Es ist Carl Schmitt mit Servern, ein Dezisionismus der Rechenzentren.
Man muss diese intellektuelle Topographie genau ausmessen, weil sie verhindert, was die billige Lesart wäre: dass es sich bei den Palantir-Leuten um Bildungsbürger handle, denen man Tolkien noch einmal erklären müsste. Sie haben Tolkien gelesen. Sie haben Habermas gelesen. Sie haben sich entschieden. Und ihre Entscheidung trägt einen Namen, der sich bis in die Selbstbeschreibung der Firma zieht: Wer “decision dominance from space to mud” als Werbespruch wählt, der hat das emanzipatorische Erbe der westlichen Aufklärung nicht aus den Augen verloren - er hat ihm den Krieg erklärt.
Die Generation “Maze Runner” und “Hunger Games”
Vor diesen Männern stehen, häufig genug, junge Menschen, die mit den Mitteln ihres Smartphones zu dokumentieren versuchen, was geschieht - rund um ICE zum Beispiel. Es sind, der Demographie nach, jene Zwanzig- bis Dreißigjährigen, die als Teenager Die Tribute von Panem gelesen haben, Maze Runner, Divergent, die ganzen YA-Dystopien der Jahre nach 2008. Diese erreichten Millionenauflagen, wurden erfolgreich verfilmt. Sie sind das für die Jüngeren, was für die Älteren Terminator, Star Wars, Robocop oder Mad Max waren.
Sie haben das Wort “Friedenswächter” einmal in einem Roman gelesen, und sie erkennen ihre Uniformen. “Friedenswächter”, das sind in den Hunger Games Menschen in den Diensten der Regierung, des “Kapitols”. Sie handeln wie die Polizei, innerhalb jedes Distrikts der Romanwelt, sind dort für die Sicherheit und den Schutz verantwortlich. Sie stellen sicher, dass die Gesetze eingehalten werden und richten jene, die sie brechen. Strafen bestehen zum Beispiel aus öffentlicher Auspeitschung, bei der der Verbrecher an einen Pfahl gebunden und in bestimmten Zeitabständen ausgepeitscht wird.
Die Entwertung der Begriffe liberaler Demokratien nährt den MAGA-Geist in Teenie-Literatur
Die Generation, die mit Hunger Games sozialisiert wurde, ist politisch erwachsen geworden in einer Welt, in der das Vokabular des bürgerlich-liberalen Rechtsstaats vor ihren Augen ausgehöhlt wurde. Die Regierungen pflegten noch den Diskurs habermasianischer Menschenrechte und verwüsteten in deren Namen ganze Länder, die danach nicht mehr auf die Beine kamen. Einerseits behaupten, das System würde vor willkürlicher Verhaftung schützen - andererseits deportierte es nach Guantánamo. Pressefreiheit nach den Snowden-Enthüllungen? Das Recht auf rechtliches Gehör nach den Drohnenmorden auf “kill lists”? Die Genfer Konventionen nach Abu Ghraib? “Humanitäre Intervention” nach Libyen? “Rule of law” nach Patriot Act und Section 702?
Der “War on Terror” hat die liberale Sprache nicht etwa offen abgeschafft - er hat sie weiterverwendet und dabei vorgeführt, dass sie lediglich selektiv angewendet wird und in jedem Schmittschen “Ausnahmezustand” sodann suspendiert werden kann. Eine entwertete Sprache hinterlässt nur noch Misstrauen gegen sich selbst.
In diese Lücke hinein schrieb Suzanne Collins ihre Romane, und in diese Lücke hinein erschienen andere Bestseller wie Maze Runner und Divergent. Maze Runner: eine Horde männlicher Teenager findet sich auf einer Lichtung inmitten eines Labyrinths wieder und kämpfen in dem Labyrinth gegen eine Mischung aus Riesen-Skorpion und Tötungsmaschine. Es stellt sich heraus: Sie sind nur Versuchskaninchen eines Pharmakonzerns in einer von Quasi-Zombies bevölkerten Welt nach einer Naturkatastrophe. Divergent: In einer dystopischen Zukunftsversion von Chicago ist die Gesellschaft in fünf Fraktionen unterteilt, die Tugenden wie Mut oder Selbstlosigkeit verkörpern. Die 16-jährige Beatrice Prior erfährt, dass sie „Unbestimmte“ ist – sie passt nicht in eine Kategorie, was als gefährlich gilt. Sie wechselt zu den „Ferox“ (Tapferen), nennt sich Tris und kämpft um ihr Überleben, während sie eine tödliche Verschwörung gegen die Unbestimmten aufdeckt.
Es ist nicht so, dass diese Bücher politisch besonders zynisch wären; sie sind, im Gegenteil, oft auf eine fast naive Weise um Gerechtigkeit besorgt. Aber ihr Imaginäres, das politische Unbewusste, das sie ihren Lesern eingeschrieben haben, gründet in einer anderen Architektur als die Dystopien der 70er und 80er Jahre.
Erstens: Die Helden dieser Romane sind nicht durch Tugend, Entscheidung oder Bildung Helden, sondern durch biologische Auszeichnung. Katniss in den Hunger Games überlebt, weil sie schießen kann, weil sie zäh ist, weil sie eine Art angeborener Härte besitzt, die sie als Distrikt-Zwölf-Mädchen aus den Wäldern mitbringt. Thomas und seine Mitgefangenen in Maze Runner sind buchstäblich genetisch ausgewählt, immun gegen einen Virus, der die übrige Menschheit dezimiert; ihre Körper sind die letzte Ressource der Wissenschaft. Tris in Divergent ist “divergent”, neurologisch nicht einsortierbar, ein anthropologisches Unikat. Die ältere Dystopie kannte den Helden, der durch Wahl zum Helden wird, durch eine Entscheidung der Selbstaufopferung. Die neuere Dystopie kennt den Helden, der durch Erbgut Held ist. Das ist eine gewaltige Verschiebung. Es ist die Rückkehr vormoderner Selektionsfantasien in das Gewand der Science-Fiction, und sie wirkt umso stärker, weil sie nicht als Ideologie auftritt, sondern als plot device. Mag Divergent auch als Kritik dessen erscheinen - es hebt die Ordnung nicht auf, dekonstruiert sie nicht.
Zweitens: Die Wissenschaft erscheint in diesen Texten fast durchgehend nicht mehr als Aufklärungsversprechen, sondern als die Maschinerie, die biologisch Auserwählte quält und ausbeutet. WCKD, das Labor in Maze Runner, ist eine Folterinstitution, deren ganzer Sinn darin besteht, die immunen Jugendlichen quasi zu “entsaften”, um ein Heilmittel zu gewinnen - eines, das ohnehin nur “den Eliten” zugutekommen wird. Das Kapitol in Hunger Games züchtet Mutationen, die seine Gegner verfolgen sollen. Wissenschaft ist hier nicht die Praxis, die der Menschheit Würde verleiht, indem sie sie aus selbstverschuldeter Unmündigkeit befreit; sie ist das Instrument einer korrupten Elite, mit dem diese die Reinen, die Tapferen, die Auserwählten ausbeutet. Wer aufmerksam ist, wird bemerken, dass dies die Erzählstruktur ist, in der heute Impfgegner, Klimaleugner und QAnon-Adepten sprechen. Niemand musste diesen Lesern sagen, dass die Wissenschaft eine Fassade ihrer Quälerei sei – sie haben es mit zwölf Jahren in einem Roman gelesen.
Drittens, und vielleicht am irritierendsten, wenn man es einmal ausspricht: die kulturelle Codierung der Antagonisten in Hunger Games trägt Züge, die strukturell exakt das Repertoire des heutigen Rechtspopulismus bedienen. Das Kapitol ist queer codiert - extravagante Mode, fluide Geschlechterperformance, Maquillage und elaborierte Sprache. Die Herrschenden heißen Effie Trinket und Caesar Flickerman und agieren als kosmopolitische Herrschende in pastellenen Perücken. “Woke Eliten”, die jene Medienformate produzieren, in denen arme Menschen vom Lande um ihr Überleben kämpfen. In den Distrikten, vor allem Distrikt 12, aus dem die Heldin stammt, sind agrarische Dorfgemeinschaften in harte Arbeit verstrickt, traditionell-familiär organisiert, fast amisch in ihrer Schlichtheit. Der Affekt, den der Roman einübt – Misstrauen gegen die geschminkte städtische Eliten, Sympathie für die ehrliche, tapfere Landbevölkerung, Verachtung für ästhetische Verfeinerung als Zeichen moralischer Verkommenheit –, ist, ob Suzanne Collins es so wollte oder nicht, das emotionale Grundvokabular der Bewegung, die heute MAGA-Mützen trägt. Es ist nicht die Botschaft der Romane, aber es ist ihr Affektregime, und Affektregime sind politisch wirksamer als Botschaften.
Wenn man diese drei Elemente zusammenliest - die biologische Auserwähltheit der Helden, die wissenschaftsfeindliche Codierung des Systems, der “queer-dekadente” Antagonismus –, dann erkennt man, dass die YA-Dystopien nach 2008 ihren Lesern ein erstaunlich kohärentes Imaginäres geliefert haben. Es ist ein Imaginäres, das die Welt als zutiefst korrupt beschreibt, das die liberalen Institutionen als bloße Fassade eines manipulativen Spiels darstellt inclusive ihrer Medien. Das die Wissenschaft entwertet, das Eliten als verweichlicht und dekadent zeichnet - und das als Gegenmodell den körperlich harten, biologisch Ausgezeichneten, in kleinen loyalen Gruppen kämpfenden Helden anbietet. Es ist, wenn man so will, das emotionale Betriebssystem einer Generation, die nichts gegen die Karps und Musks dieser Welt mehr in der Hand hat als jenen unbestimmten Wunsch, selbst auserwählt zu sein.
Das Ergänzungsverhältnis alter und neuer Dystopien
Der Witz, der bittere Witz dieser Konstellation, ist, dass die Karp-Generation und die Generation Maze Runner sich gegenseitig spiegeln. Karp hat den deliberativen Raum der Rechte und Gründe aus Überzeugung verlassen; die Jüngeren haben ihn nie betreten. Karp hat Habermas gelesen und sich gegen ihn entschieden; die Jüngeren haben Collins gelesen und mussten sich nicht erst entscheiden, weil ihnen Habermas niemand mehr in eine glaubwürdige Form hätte bringen können. Wie auch, nach all den missbräuchlichen und verlogenen Anwendungen in der Realpolitik?
Beide Bewegungen, die ältere wie die jüngere, sind von derselben Sache abgefallen: von der Idee, dass es einen normativen, rechtsförmigen politischen Raum gibt, in dem Macht zur Rechenschaft gezogen werden kann.
Beide haben sich, wenn auch auf entgegengesetzten Seiten, mit der Logik des “survival of the fittest” arrangiert. Karp baut die Werkzeuge, mit denen die Fittesten mit Hilfe “überlegener Technologie und Kultur” siegen sollen. Die Generation Maze Runner identifiziert sich mit Helden, die diese Werkzeuge biologisch überstehen. Was beiden fehlt, ist die dritte Position - die der Bürgerin, die nicht überlegen ist, sondern Rechte hat.
Und so steht diese Generation nun, mit ihren Kameras in den Händen, vor den maskierten Männern, die sich die Rüstungslogik zunutze machen, mit der Karp und seinesgleichen ihre Software bewerben. Sie wissen, was sie sehen, und sie haben dafür kein Wort, das nicht aus einem Roman käme oder von der Politik vergangener Jahrzehnte eh nur parodiert, sabotiert oder unterlaufen wurde.
Sie wissen, dass die Algorithmen, die ihren Feed bestücken, dieselbe Familie sind wie die Algorithmen, die im Hintergrund die Razzia und Verhaftungswelle planen - sie haben auch dafür kein Vokabular, das ihnen erlaubte, die beiden Phänomene als politisches zu adressieren denn als ein technologisches Schicksal. Die Sprache, die sie bräuchten - die Sprache der Bürgerrechte und der Demokratie -, ist von der Generation zuvor entwertet worden, die sich heute in Karps Manifest selbst feiert.
Die Aufgabe ist, der Generation, die sich mit Katniss aus den Hunger Games identifiziert hat, eine Sprache anzubieten, in der das Recht, Rechte zu haben mehr sein kann als die Lüge der Mächtigen, in der “Wissenschaft” mehr sein kann als die Verlängerung von Quälerei, “Demokratie” mehr als die Maske des Kapitols.
Diese Sprache existiert. Sie ist im Augenblick nur, an beiden Enden des Generationenspektrums, in der Defensive - verlassen von denen, die sie kannten, unbekannt denen, die sie bräuchten.
Ob sie zurückgewonnen werden kann, hängt davon ab, ob jemand sie wieder erzählt. Auch in Fiction und populären Kulturen und Medien.
Nicht in einem zweiundzwanzig Punkte umfassenden Manifest. Sondern in den Geschichten, die wir den Vierzehnjährigen in die Hand drücken können, wenn sie das nächste Mal mit der Kamera in der Hand vor jemandem stehen, der sie ihnen aus der Hand schlagen will.
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