
Der Carl-Laemmle-Produzentenpreis 2026 geht an Michael Souvignier. Das haben die Stadt Laupheim und die Produktionsallianz in einer gemeinsamen Pressemitteilung am Mittwoch bekanntgegeben. Die Preisverleihung findet am 18. September 2026 in Laupheim statt.
Die Jury mit Birgit Schulz (Bildersturm Filmproduktion), Nurhan Şekerci-Post (Constantin Film), Knut Kremling (Banijay Germany) und Festivalleiterin Helga Reichert (Filmtage Oberschwaben) ehrt demnach Michael Souvignier als „einen Preisträger mit einem klaren politischen Profil, mit einem starken Standing und mit einem enormen Durchhaltevermögen über eine lange Zeit. Sein Gesamtwerk steht exemplarisch für eine Produzentenhaltung, die auf inhaltliche Überzeugung und Eigenverantwortung setzt“. Der heute 67-Jährige habe im Laufe seiner mehr als 40 Jahre produzentischen Schaffens “ein außergewöhnlich breites und konsequentes Werk herausgebracht”, wofür er nahezu jede filmische Form genutzt habe: Spielfilme, Dokumentarfilme, Serien – fürs Kino und fürs Fernsehen.
Der Preisträger
Neben anfänglichen Regiearbeiten für non-fiktionale TV-Formate (z. B. „Talk im Turm“) und Werbespots wandte sich Michael Souvignier immer mehr der Arbeit als Produzent zu. 1985 gründete er die Produktionsfirma Zeitsprung Pictures, die er bis heute als Gesellschafter, Geschäftsführer und Produzent leitet.
Mit Fernsehfilmen wie „Die Mädchenfalle – Der Tod kommt online“ etablierte er Zeitsprung Pictures am deutschen Film- und TV-Markt. Ein besonderer Erfolg gelang ihm mit dem Sat.1-Zweiteiler „Das Wunder von Lengede“, der mit insgesamt 11 Millionen Zuschauern eine der erfolgreichsten Event-Produktionen im deutschen Fernsehen war. Für mediales Aufsehen sorgte der Film „Contergan“ über die Auswirkungen des in den 1960er Jahren verbreiteten Schlafmittels, dessen Ausstrahlung durch eine einstweilige Verfügung verhindert wurde. Der folgende Rechtsstreit führte im Ergebnis nicht nur zu einem mehrfach preisgekrönten Film und hervorragenden Zuschauerquoten, sondern löste in der ARD eine Themenwoche mit Talkshows und Dokumentationen aus.
Im Jahr 2010 wurde Michael Souvignier mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Im Jahr 2022 gewann er für die Produktion von Andreas Kleinerts Filmbiografie „Lieber Thomas“ den Deutschen Filmpreis. Zu der über 40-jährigen Erfolgsgeschichte der Zeitsprung Pictures zählen zudem internationale Streamingproduktionen wie „Kleo“ (2022, 2024) und international erfolgreiche Kinohits wie „Der Medicus 2“ (2025).
Die Preisverleihung findet am 18. September 2026 im festlichen Kulturhaus-Ambiente des Schlosses Großlaupheim statt. Laupheim ist die Geburtsstadt Carl Laemmles und zieht mit der Preisverleihung jährlich über 400 prominente Gäste aus Filmbranche, Politik, Wirtschaft und Medien an. Die feierliche Gala und der anschließende Empfang bieten neben der Ehrung der Preisträger:innen auch Raum für Begegnungen und das Knüpfen neuer Kontakte.
Der Carl-Laemmle-Produzentenpreis

Der Carl-Laemmle-Produzentenpreis wurde erstmals im Jahr 2017 anlässlich des 150. Geburtstags des Filmpioniers und Wegbereiters von Hollywood, Carl Laemmle, durch die Produktionsallianz gemeinsam mit Laemmles Geburtsstadt Laupheim ins Leben verliehen. Seither wurden folgende renommierte Persönlichkeiten der deutschen Filmbranche ausgezeichnet: Roland Emmerich (2017), Regina Ziegler (2018), Stefan Arndt (2019), Prof. Nico Hofmann (2020), Dr. Gabriela Sperl (2022), Thomas Kufus (2023), Martin Moszkowicz (2024) sowie Gabriele M. Walther (2025).
Die Produktionsallianz
Die Produktionsallianz ist die unabhängige Interessenvertretung der deutschen Produzentinnen und Produzenten von Film-, Fernseh- und anderen audiovisuellen Medien. Sie repräsentiert mit rund 370 Mitgliedern aus den Bereichen Animation, Dokumentation, Entertainment, Fernsehen, Kino und Werbung die wichtigsten Produktionsunternehmen und ist damit die maßgebliche Produzentenvertretung in Deutschland. Im nationalen und internationalen Rahmen tritt die Produktionsallianz gegenüber Politik, Verwertern, Tarifpartnern und allen Körperschaften der Medien- und Kulturwirtschaft für die Belange der Produktionsunternehmen ein. (Bericht: Stadt Laupheim)