
Der Newsletter von und für Menschen aus Laupheim und Umgebung
30. April 2026, von Reiner Schick
Liebes Mitglied der CarlL-Community,
als Zugehöriger zur älteren Generation erinnere ich mich dunkel an meine Kindheit, als wir in unserer kinderreichen Familie regelmäßig Katzen gehalten haben. Minka & Co. lebten Tag und Nacht überwiegend in freier Natur, fingen Mäuse, zum Glück manchmal auch Ratten und zum Unglück auch mal Vögel. Wenn sie trotzdem nicht satt waren - und das war fast immer so - gaben wir ihnen Milch (!). Sie waren einfach süß und drollig. Ob sie auch kastriert und gechippt waren? Ich weiß es nicht. Eher nicht. Gestört hat sich kaum jemand daran.
Doch das waren andere Zeiten, heute hat Tierschutz eine ganz andere Bedeutung als früher, und das ist auch gut so. Nur über die Mittel und Wege gibt es unterschiedliche Ansichten, was oft hitzige Debatten hervorruft. Und so ist es kein Wunder, dass eine amtliche Nachricht im Mitteilungsblatt des Teilorts Untersulmetingen für Wirbel auf Social Media gesorgt hat, und dass zur Gemeinderatssitzung am Montag so viele Besucher kamen wie selten. Schließlich ging es um die Einführung einer Katzenschutzverordnung für Laupheim. Ich war dabei, habe mich in das Thema vertieft und berichte heute darüber.
Ebenso über ein weiteres Thema: Den Bau der vier Mehrfamilienhäuser für bezahlbares Wohnen in der Straße “Am Mäuerle”. Die geplante und umstrittene Aufstockung von zwei der bereits errichteten Gebäuden scheint im Gemeinderat nun eine vorentscheidende Hürde genommen zum haben.
Außerdem gibt’s einen Blick auf weitere Ratsthemen, nur die Beratung über eine weitere Satzung bleibt vorerst noch außen vor: Die Einführung einer neuen Lärmschutzverordnung fürs Heimatfest bedarf noch einiger Recherchen, zumal der geplante Beschluss dazu ohnehin vertagt wurde.
Dafür gibt’s im heutigen Newsletter noch ein paar weitere Nachrichten aus Laupheim und wie immer einen Blick auf kommende Veranstaltungen. Viel Vergnügen!
Armer schwarzer Kater: Neue Regeln sollen Katzenleid eindämmen

Sowas passiert eher selten im Laupheimer Ratssaal: Beifall schwappte von den gut gefüllten Zuschauerrängen, nachdem der Gemeinderat am Montag mehrheitlich für eine Katzenschutzverordnung gestimmt hatte. Mag die Reaktion wohl manchem im Saal etwas übertrieben erschienen sein, aber vielleicht entlud sich damit bloß die etwas aufgeheizte Stimmung, die in den Wochen zuvor auf diversen Social-Media-Kanälen geherrscht hatte.
Auslöser war eine Nachricht am 31. März im Mitteilungsblatt des Teilorts Untersulmetingen, wonach der Ortschaftsrat in einer Katzenschutzverordnung einen großen bürokratischen Aufwand sehe und die Einführung deshalb einstimmig abgelehnt habe. “Ein Schlag ins Gesicht aller Tierfreunde – partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe sieht anders aus”, titelten daraufhin der Tierschutzverein Biberach und die Katzenhilfe Laupheim auf Facebook. Man sei über die Behandlung des Themas im Ortschaftsrat nicht informiert gewesen, auch sonst habe es keinen Austausch der Stadtverwaltung mit den beiden Vereinen gegeben.
Deftige Kommentare
In rund 40 Kommentaren kam es zu einem Shitstorm, oder zumindest zu einem Stürmchen, von der Betitelung der Räte als “irgendwelche Schreibtischtäter” über Ausdrücke wie “Dummheit”, “beschämend” und “unfassbar” bis hin zur Idee, einen Bürgerentscheid ins Rollen zu bringen. Die Stadtverwaltung versuchte, mit einer Stellungnahme die Gemüter zu beruhigen und schrieb, dass es bereits 2025 ein Austauschgespräch mit der Katzenhilfe gegeben und dieses als Grundlage für die Empfehlung der Stadtverwaltung, eine Katzenschutzverordnung einzuführen, gedient habe. Die Abstimmungen in den vier Ortschaftsräten dienten lediglich zur Meinungsbildung vor der finalen Beschlussfassung in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 27. April, schrieb die Stadtverwaltung.
In dieser Sitzung legte nun - nachdem Michaela Möller vom Tierschutzverein Biberach in der Bürgerfragerunde dem Gremium nochmal die Dringlichkeit einer solchen Verordnung erklärt hatte - Angelika Gretzinger von der Stadtverwaltung in aller Sachlichkeit die Situation dar. Zunächst erklärte sie die Argumente der gescholtenen Ortschaftsräte - hohe Bürokratiekosten, keine Akzeptanz in der Bevölkerung - , um dann die Notwendigkeit von Maßnahmen aus städtischer Sicht zu präsentieren.
Stadt: Katzenpopulation nimmt zu
Es sei in den vergangenen Jahren eine zunehmende Anzahl frei lebender Katzen in Laupheim festzustellen, sagte Gretzinger. Ein großer Teil dieser Tiere sei unkastriert und vermehre sich dadurch unkontrolliert. Trotz Kastrationsaktionen durch die Katzenhilfe Laupheim und Aufklärungsarbeit in den örtlichen Medien habe die Population nicht verringert werden können. So habe die Katzenhilfe im Jahr 2022 noch 18 wild lebende Katzen eingefangen und kastriert, im vergangenen Jahr waren es 29. Der Verein sei daher an die Stadt mit dem Wunsch herangetreten, eine Katzenschutzverordnung einzuführen, wie es zuletzt immer mehr andere Städte taten - kürzlich auch Biberach. Auch das Kreisveterinäramt unterstütze das Anliegen.

Warum ist unkontrollierte Vermehrung ein Problem? Streunende Katzen litten oftmals unter Krankheiten oder Unterernährung, zugleich gebe es Konflikte mit Anwohnern wegen Lärm oder Verschmutzungen. Durch eine kontrollierte Fortpflanzung könnte solchen Konflikten vorgebeugt, Parasitenübertragungen eingedämmt und somit Tierleid vermieden werden. Und die Tierschutzorganisationen würden entlastet.
Wie soll eine Katzenschutzverordnung Abhilfe schaffen? Katzenhalter werden verpflichtet, ihre freilaufenden Tiere nicht nur zu kastrieren, sondern auch eindeutig zu kennzeichnen (mittels Mikrochip oder Ohrtätowierung) und im kostenfreien Haustierregister von Tasso e.V. oder des Deutschen Tierschutzbundes (FINDEFIX) zu registrieren. Dieser Zwang sei durchaus ein schwerer Eingriff für das Eigentum eines Katzenhalters und die Kastration auch auch eine gewisse Belastung für das Tier, räumt die Stadtverwaltung ein. Das sei jedoch verhältnismäßig, weil das öffentliche Interesse überwiege. Nur in begründeten Ausnahmefällen könne auf Antrag auf eine Kastration verzichtet werden.
Was kostet die Kastration einer Katze? Eine genaues Summe wurde in der Sitzung nicht genannt, erfahrungsgemäß belaufen sich die Kosten auf 100 bis 200 Euro. Diese müssen von den Haltern getragen werden.
Was sieht die Verordnung vor für den Fall, wenn eine freilaufende, unkastrierte und nicht registrierte Katze aufgegriffen wird? Zunächst werde versucht, den Halter ausfindig zu machen. Gelingt dies nicht binnen 48 Stunden, kann die Kommune die Kastration durch einen Tierarzt oder eine Tierärztin vornehmen lassen - auf Kosten des Katzenhalters, sofern dieser noch ermittelt werden kann. Das Tier soll an der Stelle, an der es aufgegriffen wurde, wieder in die Freiheit entlassen werden.

Wie weit gehen die Befugnisse der Kommune, um streunende Katzen “in Obhut zu nehmen”? Zu dieser Frage gab es die stärkste Kritik von den Räten. Denn zur Ergreifung solcher Tiere darf die Kommune oder ein von ihr Beauftragter auch Privat- oder Betriebsgelände betreten. Dies hat der Eigentümer oder Pächter laut Verordnung nicht nur zu dulden, sondern er muss beim Zugriff auf die Katze auch behilflich sein. Das sei schon ein gewaltiger Eingriff in die Privatsphäre der Bürger und überdies rechtlich schwierig, meinte Achim Schick (CDU). Nicht zuletzt habe man auch in Biberach auf eine solche Erlaubnis verzichtet. Das Betreten von Privatgrundstücken sei nur “in Ausnahmefällen” vorgesehen, etwa beim Auffinden einer verwahrlosten Katze, erklärte Angelika Gretzinger. Ein Antrag von Achim Schick, die entsprechenden Stellen aus der Katzenschutzverordnung zu streichen, wurde vom Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt.
Was passiert, wenn sich Katzenhalter weigern, ihre frei laufenden Katzen zu registrieren und zu kastrieren? Es dürfen keine Bußgelder verhängt werden, räumte Gretzinger ein, jedoch rechne man nur mit sehr wenigen Verweigerern. Man habe sich mit der Stadt Lahr unterhalten, die schon vor vier Jahren als erste Kommune in Baden-Württemberg eine Katzenschutzverordnung eingeführt habe. Die Stadt ist etwa doppelt so groß wie Laupheim und kämpfe pro Jahr mit etwa drei bis vier Widersetzungen. Auf Laupheim heruntergerechnet sind es dann eine bis zwei.
“Wenn alle Katzen kastriert werden - sterben die Katzen dann aus?”Christian Biffar (CDU) nahm die Diskussion auch mit Humor
Was wären Alternativen für eine Verordnung? Aus den Reihen der CDU-Fraktion kam der Vorschlag, streunende, nicht kastrierte und unregistrierte Katzen einfach einzusammeln, zu kastrieren und zu chippen - auf Kosten der Allgemeinheit. Das sei besser als neue Regeln und Satzungen. Auf die Vernunft der Tierhalter setzt derweil Lars Mast (Freie Wähler), Mitglied des Ortschaftsrats Untersulmetingen. “Wir unterstützen in der Fraktion das Ziel grundsätzlich”, sagte er, nur über den Weg sei man sich nicht einig. Er selbst ist der Ansicht, dass ohnehin schon eine hohe Regulierungsdichte herrsche und stattdessen auf verantwortungsvolles Handeln, die Einsicht der Bürger und stärkere Informationen gesetzt werden müsse. Die Kontrolle, ob die Verordnung umgesetzt werde, führe zu einem erhöhten Aufwand und neuen Konflikten. “Mehr Mut zum Bürokratieabbau”, forderte Mast.
“Es wäre klasse, wenn es auf diese Weise funktionieren würde”, entgegnete Iris Godel-Ruepp. “Aber leider … Es sitzen heute viele hier im Saal, weil sie erleben, wie es Streunerkatzen geht. Was ich mir wünsche ist, dass wir die Satzung irgendwann wieder aufheben können.” Angelika Gretzinger stimmte ihr zu. Man habe es mit Eigenverantwortung versucht, aber keinen Erfolg damit gehabt. “Es wäre toll, wenn es anders ginge. Aber das tut es nicht - deswegen die Satzung.”
Das sah auch die Mehrheit im Rat so und stimmte für die Einführung der Katzenschutzverordnung. Diese muss nun bekannt gemacht werden und tritt sechs Monate danach in Kraft. So viel Zeit braucht es, um die Umsetzung in der Praxis vorzubereiten, teilt die Stadtverwaltung dazu mit.

Was sagt die Katzenhilfe Laupheim zu der Entscheidung?
“Wir sind zufrieden”, sagte die 1. Vorsitzende Natalie Raab im Telefonat mit CarlL. Einzig einige kleine “Schlupflöcher” - wie die Gewährung von Ausnahmen - kritisiert sie, fügt aber an: “Im Großen und Ganzen sehen wir das als Schritt in die richtige Richtung. Wir sind positiv gestimmt, dass die Situation besser wird und es weniger Leid gibt.” Man sei auch guter Dinge, dass andere Kommunen dem Beispiel folgen. “Wir nehmen auch von benachbarten Gemeinden viele Tiere auf.”
Die Katzenhilfe Laupheim, die mit dem Tierheim Biberach zusammenarbeitet, vermittle etwa 70 Tiere pro Jahr an ein neues Zuhause. Die Kapazitäten für die vorübergehende Inobhutnahme seien in Laupheim auf 26 Katzen begrenzt. Kastriert wurden von der Katzenhilfe jährlich zuletzt 73 Katzen, auch von außerhalb der Stadt. Die Kosten trage der Verein, sofern die Besitzer nicht ermittelt werden können. Eine genaue Summe möchte die Vorsitzende nicht nennen. “Sie ist sehr hoch.” Hinzu kämen Kosten für medizinische Behandlungen erkrankter und teils verwahrloster Tiere.
Von der Katzenschutzverordnung verspricht sich der Verein entsprechende Erleichterungen - sowohl finanzielle auch im ehrenamtlich betriebenen Aufwand, der mit der Betreuung, Vermittlung, Kastration und Halterermittlung verbunden sei. (Text: Reiner Schick)
Hier (Si apre in una nuova finestra) geht’s zur Homepage der Katzenhilfe Laupheim
Hier (Si apre in una nuova finestra) geht’s zur Katzenschutzverordnung als Download im Ratsinformationssystem der Stadt
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Aufstockung am Mäuerle nimmt nächste Hürde
Der Gemeinderat hat die zweite Änderung des Bebauungsplans “Am Mäuerle” als Satzung beschlossen. Was in sperrigem Behördendeutsch daherkommt, hat in Laupheim durchaus eine emotionale Bedeutung. Für manche Anwohner ganz gewiss, für nicht direkt Betroffene durchaus auch.
Aber worum geht’s? Die ganze Vorgeschichte hier nochmals zu erzählen, wäre zu viel und ist jenen, die sich dafür interessieren, sicher weitgehend bekannt. Für alle anderen hier ein Versuch der Zusammenfassung:
Die Ulmer Fides-Gruppe und die Kreissparkasse Biberach haben in der Straße “Am Mäuerle” auf dem ehemaligen Gelände der Rössle-Brauerei vier Mehrfamilienhäuser errichten lassen, um bezahlbaren Wohnraum für Laupheim zu schaffen. Bezahlbar dahingehend, dass die insgesamt 48 Wohnungen auf mindestens 40 Jahre zu einem Preis vermietet werden, der 40 Prozent unter den ortsüblichen Preisen für vergleichbare Wohnungen (Mietspiegel) liegt.
Für den Bau der Gebäude richteten sich Bauträger und Investor pflichtgemäß nach dem rund sechs Jahre zuvor geänderten städtischen Bebauungsplan für die rund 3500 Quadratmeter große Fläche. Darin war eine maximal zulässige Gebäudehöhe auf 532 Meter über dem Meeresspiegel (Normal Null) festgelegt worden. Für das Projekt bedeutete dies, dass die beiden höher an der abschüssigen Straße gelegenen Gebäude nur dreigeschossig, die beiden unteren aber viergeschossig gebaut werden durften.
So geschah es dann auch, ehe der Bauträger eine nachträgliche Aufstockung der beiden dreigeschossigen Blöcke um jeweils ein weiteres Stockwerk wünschte. Dadurch sollten vier weitere Wohneinheiten - zwei Dreizimmer-Wohnungen mit je 85 Quadratmetern Fläche und zwei Fünfzimmer-Wohnungen mit je 126 Quadratmetern Fläche - entstehen. Man verwies auf eine fragwürdige Festlegung der maximalen Gebäudehöhe im bestehenden Bebauungsplan und sah eine geringfügige Überschreitung (es ging um zweieinhalb Meter) in Anbetracht des dringenden Wohnraumbedarfs für vertretbar, solange es keine negative Auswirkungen auf die Nachbarschaft gebe. Gerade diese startete aber eine Protestwelle, im Rat kam es zu Diskussionen um “Unschärfen” im Bebauungsplan, um die Definition von “geringfügigen” Überschreitungen, um die Rolle der Stadtverwaltung und um die Frage, inwieweit öffentliches Interesse (an Wohnraum) über persönlichen Interessen von Anliegern liegen müsse.
Es gab aus dem Gemeinderat schließlich einen Antrag auf eine zweite (Teil-)Änderung des Bebauungsplans, in dessen Kern die zulässige Gebäudehöhe zugunsten des Bauträgers angepasst wurde. Nach weiteren hitzigen Debatten im Bauausschuss wurde die Aufstellung des Bebauungsplans mit hauchdünner Mehrheit (7:6 Stimmen) beschlossen. Die danach notwendige Anhörung der Behörden brachte keine wesentlichen Einwände, aus der öffentlichen Auslegung des Plans folgten aber insgesamt 13 kritische Stellungnahmen von Anwohnern. Dabei ging es um baurechtliche Zweifel, vor allem aber auch um Kritik an der Optik (Höhe) der Gebäude und eine Beeinträchtigung der Wohnqualität für Anlieger durch verstärkten Schattenwurf. Außerdem wurden Bedenken wegen der Verkehrs- und Parksituation angeführt. Schon jetzt gebe es entlang der Straße keine öffentlichen Parkmöglichkeiten für (Kurzzeit-)Besucher, dieser Mangel würde durch die weiteren vier Wohneinheiten zusätzlich verschärft.
Die Stadtverwaltung sah jedoch keinen der Einwände als ausreichend gerechtfertigt an, um weitere Änderungen am Bebauungsplan vornehmen zu müssen. Die Anpassung der Gebäudehöhe ergebe auch städtebaulich Sinn, da dadurch auch die Topographie des Straßenverlaufs ablesbar werde, heißt es in der Begründung. Und: “Etwaige Beeinträchtigungen des Stadtbilds werden zugunsten des Wohnungsbaus zurückgestellt.” Durch die nachträgliche Aufstockung der beiden höherliegenden Gebäude entstünden für die Anwohner keine unzumutbaren weiteren Belastungen, zumal die gesetzlichen Abstandsflächen eingehalten würden. Auch eine signifikante Verkehrsproblematik durch den zusätzlichen Wohnraum sei nicht zu erwarten.
In den Ratsfraktionen herrschte keine Einigkeit zu dem Thema, die Abstimmung fiel mit 18:8 Stimmen aber dann doch relativ deutlich für den Satzungsbeschluss aus. Bettina Hempfer-Rost (Offene Liste) hatte an der Diskussion und Abstimmung wegen Befangenheit nicht teilnehmen dürfen, äußerte aber unter dem Tagesordnungspunkt Verschiedenes ihre Kritik: Man habe die Interessen der Anlieger nicht wirklich berücksichtigt - es werde “nur über die Anwohner, aber nicht mit ihnen gesprochen”. Außerdem habe die geplante nachträgliche Aufstockung dazu geführt, dass die bereits errichteten Gebäude “bis heute nicht bezogen” seien und der so benötigte bezahlbare Wohnraum noch immer nicht zur Verfügung gestellt werden könne. Die Stadtverwaltung nahm die emotionalen Äußerungen ohne Stellungnahme zur Kenntnis. Ob die Anwohner nun als letzten Ausweg rechtliche Schritte einleiten wollen, sei in der Kürze der Zeit noch nicht besprochen worden, sagte Bettina Hempfer-Rost auf Anfrage von CarlL.
Das meint CarlL:
Einem neutralen Beobachter der Diskussionen um die Änderung des Bebauungsplans “Am Mäuerle” wird deutlich: Die Interessen des Bauträgers und Investors wurden durchaus wohlwollend berücksichtigt. Verständlich, schließlich geht es darum, möglichst viel Wohnraum für weniger betuchte Familien in Laupheim zu schaffen. Da muss man als Stadt dankbar sein, wenn sich solche Gelegenheiten bieten. Verständlich sind aber auch die Bedenken der Anwohner. Ganz besonders in einem Punkt: Das städtische Argument, die Aufstockung der beiden höher liegenden Gebäude ergebe auch städtebaulich Sinn, weil dadurch die Topographie des Straßenverlaufs sichtbar werde, ist mehr als fragwürdig. Ist es nicht vielmehr so, dass die fast waagrechte Dachlinie, welche die vier Gebäude aktuell bilden (siehe Foto unten), sich optisch weitaus besser einfügt als ein stufenförmiger Verlauf, bei dem die beiden oberen Blöcke mit vier Geschossen schon deutlich über die oberhalb folgende Wohnbebauung hinausragt? (siehe Foto darunter) Da wundert es nicht, wenn Anlieger protestieren.

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Außerdem wurde im Gemeinderat …
… die Wahl des stellvertretenden Feuerwehrkommandanten bestätigt: Jörg Fischbach (Bildmitte) wurde bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Laupheim für die nächsten fünf Jahre zum stellvertretenden Kommandanten gewählt. Der Gemeinderat muss der Wahl zustimmen - und tat dies einstimmig, sodass Oberbürgermeister Bergmann (rechts) ihm die Bestellungsurkunde überreichen konnte. Fischbach ist damit zusammen mit Achim Jörg Stellvertreter des Kommandanten Andreas Bochtler (links). (Foto: Schick)
… eine Menge Geld für Vereine vergeben: Über insgesamt 122.000 Euro an Vereinsförderung hatte der Gemeinderat zu entscheiden - und fast alle der 23 Anträge bewilligt. Größte Brocken sind (jeweils gerundet): 15.000 Euro an den Tennisclub Laupheim für den Kauf eines Padel-Courts, 10.000 Euro an den SV Sulmetingen zur Anschaffung eines Kompakttraktors, 8000 Euro an den SV Sulmetingen für den Anbau neuer Umkleidekabinen, jeweils 6000 Euro an den Schützenverein Laupheim für den Austausch einer Heizung und den FV Olympia Laupheim für die Renovierung der WC-Anlage sowie 5000 Euro an den TSV Laupheim für die Installation einer PV-Anlage. Die Motorsportler des SV Sulmetingen kamen erst nach einer längeren Diskussion zum Zug: Nachdem die Verwaltung eine Förderung abgelehnt hatte, stimmte der Gemeinderat mehrheitlich für einen Zuschuss zur Ausrichtung der Landesmeisterschaften im Jugendkartslalom und des internationalen Stockcarrennens. Die Verwaltung hatte bei beiden Veranstaltungen keinen ausreichenden öffentlichen Nutzen gesehen. Mehrheitlich abgelehnt wurde indes der Zuschussantrag der SVS-Motorsportler für die Beschaffung von Fahrzeugen und Ersatzteilen. Die Entscheidung über den Ergänzungsantrag des Tennisclubs Laupheim zum Bau der Tennishalle wurde auf einen späteren Termin vertagt.
… eine erfreuliche Nachricht aus der Finanzabteilung verkündet: Das Ordentliche Ergebnis im Haushaltsjahr 2026 fällt voraussichtlich deutlich besser aus als erwartet. Geplant wurde mit einem Plus von 1 Million Euro, nun sollen zum Ende des Jahres hochgerechnet rund 4,5 Millionen Euro zu Buche stehen. Hauptgrund hierfür sei, dass wohl acht Millionen Euro mehr Gewerbesteuer in die Stadtkasse fließen als erwartet (30 statt 22 Millionen Euro). Dem stehen zwar höhere Umlagen, Personalaufwendungen und andere Ausgabensteigerungen entgegen, dennoch bleibt ein Plus von 3,5 Millionen Euro gegenüber dem Planwert. Man dürfe sich allerdings nicht zu früh freuen, bremste Kämmereileiterin Tanja Allweil die Euphorie, denn man müsse mit dem Geld wohl hohe Verluste im Jahr 2027 ausgleichen.
+++ Nachrichten aus Laupheim
Skisport Baustetten feiert Jubiläum
Seit nunmehr 50 Jahren gibt es den Verein Skisport Baustetten - und das wird gefeiert. Und zwar am Freitag, 8. Mai, ab 17 Uhr im und ums Skisport-Stüble im Mühlweg 25. Spiel und Spaß stehen im Vordergrund, verspricht der Verein auf seinem Flyer. Es gibt Darbietungen vom Eltern-Kind-Turnen und vom Vorschulturnen sowie einen Gastauftritt der Cheerleader-Gruppe “Blazing Suns” des SV Baustetten, die kürzlich bei den Landesmeisterschaften in Heidelberg einen ersten Platz belegten. Eine Fotobox lädt ein, Erinnerungs-Schnappschüsse zu machen. Ab 21 Uhr steigt eine DJ-Party. Essen vom Grill und eine Aperol-Bar runden den Jubiläumsabend ab. Mehr Infos zum Verein gibt’s hier (Si apre in una nuova finestra).Nächste Podcast-Runde “Auf zwei Bier mit…”
Der Laupheimer Tom Mittelbach lädt zur nächsten Runde seines Live-Podcasts “Auf zwei Bier mit …” ein: Am Mittwoch, 7. Mai, hebt er ab 19 Uhr im Finnegan’s Pub das Glas mit Johannes Zylka aus Weingarten. Der Mann ist Lernbegleiter, Schulentwickler und Wissenschaftler und behauptet im Gespräch mit Mittelbach: “Schule? Geht auch anders”. Die Veranstaltung wird präsentiert von der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft), die auf dem Werbeflyer verspricht: “Das erste Bier geht auf uns…” CarlL übernimmt dafür aber keine Gewähr… Im letzten Live-Podcast tranken Mittelbach und seine Gäste zwar keinen Schnaps (zumindest offiziell), es ging aber um selbigen: Dietmar Bock und Wulf Wolfer von der Partyschnaps-Zentrale der Firma “Ficken” sprachen über Fehlerkultur im Unternehmen und gewaltfreie Kommunikation. Wer’s verpasst hat, kann die Folge hier (Si apre in una nuova finestra) abrufen.Showdown um den Aufstieg: HRW setzt Fanbus ein
Showdown für die Handballer von Rot-Weiß Laupheim: Am Sonntag, 3. Mai, geht’s im letzten Saisonspiel der Verbandsliga bei der SG Herbrechtingen-Bolheim (Spielbeginn 17 Uhr) um den Aufstieg in die Oberliga. Der HRW braucht mindestens ein Unentschieden, um eine tolle Saison mit dem Titelgewinn und dem Aufstieg zu krönen. Dabei setzt die Mannschaft auf die Unterstützung ihrer großartigen Fans und setzt deshalb einen Fanbus ein. Abfahrt ist um 14.30 Uhr an der Bühlerhalle, die Mitfahrt kostet fünf Euro. Verpflegung gibt’s an Bord. Da die Plätze begrenzt sind, empfiehlt der Verein eine Anmeldung per Mail an info@handball-laupheim.de. Zum Instagram-Aufruf geht’s hier (Si apre in una nuova finestra).Bastelnachmittag im Begegnungscafé
Die Stadt Laupheim und der DKSB Ortsverband Laupheim laden alle Kinder im Grundschulalter zum nächsten kreativen Bastelnachmittag ein. Am Mittwoch, 13. Mai, findet von 13:30 bis 16:30 Uhr ein Bastelangebot im Begegnungscafé der Stadt Laupheim in der Mittelstraße 49 statt. Unter der fachkundigen Anleitung der erfahrenen Pädagoginnen Christa Merath und Susanna Geist können die Kinder verschiedene Basteltechniken ausprobieren und ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Es wird Kleidung empfohlen, die schmutzig werden darf. Die Veranstaltung ist kostenfrei, die Plätze jedoch begrenzt. Interessierte Eltern werden gebeten, ihre Kinder bis spätestens 8. Mai per E-Mail bei Hermann Manne unter hermann.manne@laupheim.de (Si apre in una nuova finestra) anzumelden. (Text: Stadt Laupheim)
+++ VeranstaltungsCARLLender
Was läuft in nächster Zeit?
30.04.
22 Uhr, Kulturhaus, Disney-Party, die besten Hits aus vergangenen Tagen, Motto: Einmal zurück zur Kindheit und noch viel mehr‘ – ‚Back to Childhood and Beyond‘, Eintritt ab 16 Euro, mehr Infos hier (Si apre in una nuova finestra)
01.05.
9 Uhr, Maifest des Fischereivereins Obersulmetingen, mit geräucherten Forellen zum Direktverzehr oder Mitnehmen, Weißwurstfrühstück, Grillwürste, Pommes, Kaffee und Kuchen am Nachmittag.
01.05.
10 Uhr, Geflügelzuchtverein Laupheim (Vorholzstraße 100), Maifest mit buntem Kinderprogramm, Kanin-Hop, Kükenschlüpfen live, Kaffee, Kuchen, Herzhaftes vom Grill.
02.05.
19 Uhr, Planetarium Laupheim, Themenabend: Die Jagd nach Dunkler Materie - Planetariumsshow "Geheimnis Dunkle Materie" & Vortrag von Prof. Dr. Julia K. Vogel (TU Dortmund). Eintritt 16 Euro (ermäßigt 12 Euro). Platzreservierung empfohlen, Infos hier (Si apre in una nuova finestra).
03.05.
10 Uhr, Tennisanlage TC Bihlafingen, Saisoneröffnung mit Weißwurstfrühstück
03.05.
5.30 Uhr, Haldenberg an der Zufahrt zum Osterried, Vogelstimmenwanderung des Natur- und Vogelschutzvereins Baustetten, anschließend Frühstück im Vereinsheim.
03.05.
14 Uhr, Museum, Kurs Art Journaling, Anmeldung per Mail – museum@laupheim.de (Si apre in una nuova finestra) – oder telefonisch unter der Nummer 07392 968000 notwendig, mehr Infos hier (Si apre in una nuova finestra)
03.05.
14 Uhr, Kirche St. Ulrich Baustetten, Maiandacht, anschl. Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus.
07.05.
19 Uhr, Finnegan’s Pub, Tom Mittelbachs Live-Podcast “Auf zwei Bier mit…”. Zu Gast: Johannes Zykla, Lernbegleiter, Schulentwickler und Wissenschaftler aus Weingarten. Thema: „Schule? Geht auch anders“.
08.05.
17 Uhr, Baustetten, Skisport-Stüble im Mühlweg 25, 50 Jahre Skisport Baustetten, Party mit Spiel, Sport und Spaß, Turnauftritten, Aperolbar, Essen vom Grill, DJ-Party (ab 21 Uhr)
08.05.
18 Uhr, Mensa Rabenstraße, Auftaktveranstaltung zur Reaktivierung des Stadtjugendrings. Infos: Tim Rieger, städtische Jugendarbeit, Telefon 07392/704-304, E-Mail: tim.rieger@laupheim.de.
08.05.
19 Uhr, Planetarium Laupheim, “Der tägliche Wetterbericht am (oberschwäbischen) Himmel”, Vortrag von Roland Roth von der Wetterwarte Süd in Bad Schussenried. Eintritt 12 Euro, Platzreservierung empfohlen, Infos hier (Si apre in una nuova finestra).
10.05.
18 Uhr, Kirche St. Ulrich Baustetten, Konzert “Rivers to cross” mit Gospelchor Wiblingen. Eintritt frei, Spenden willkommen.
13.05.
13.30 - 16.30 Uhr, Begegnungscafé Mittelstraße 49, Bastelnachmittag für Grundschulkinder, Anmeldung bis 8. Mai per Mail an Hermann.manne@laupheim.de (Si apre in una nuova finestra)
13.05.
18 Uhr, rund um den Riffelhof in Burgrieden, 5. Firmenlauf Oberschwaben, Online-Anmeldung noch bis 5.5. möglich. Infos gibt’s hier (Si apre in una nuova finestra).
13.05.
20.30 Uhr, Zeltfest Baustetten, Mallorca-Party, Zutritt nur ab 16 Jahren, Eintritt 5 Euro.
14.05.
ab 11 Uhr, Zeltfest Baustetten, Non-Stop-Blasmusiktag. Eintritt frei.
15.05.
ab 17 Uhr, Zeltfest Baustetten, After-Work-Burger-Night, Eintritt frei.
Eure öffentliche Veranstaltung fehlt?
Das Projekt CarlL ist erst am Anfang, das gilt auch für den VeranstaltungsCARLLender. Veranstaltungstipps werden gerne angenommen per Mail an reiner@carll.de (Si apre in una nuova finestra)
Liebe CarlL-Community,
um den kostenlosen Newsletter und künftig auch die Website mit Informationen zu füllen, ist die Mitarbeit von Vereinen, Unternehmen und Veranstaltern gefragt: Schickt eure Texte, Fotos, Termine an reiner@carll.de (Si apre in una nuova finestra)
… und: macht Werbung für CarlL, leitet den Newsletter weiter und weist darauf hin, dass man sich jederzeit selbst als Empfänger registrieren kann. Und zwar hier:
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Eine schönes verlängertes Wochenende wünscht euch
Euer Reiner Schick

Zur Person:
Ich bin Reiner Schick, 60 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Söhne (9 und 14 Jahre). Ich stamme aus Bronnen, wohne aber seit 20 Jahren in Laupheim. Die meisten von euch werden mich als langjährigen Redakteur der Schwäbischen Zeitung kennen, für die ich mehr als 30 Jahre lang tätig war - zunächst 18 Jahre in Biberach im Lokalsport, dann zehn Jahre in Laupheim und zuletzt sechs Jahre in Ehingen, jeweils als Redakteur für Lokales. Zum 1. Mai 2025 habe ich die SZ verlassen - um etwas Neues zu wagen: Das in Laupheim bislang einmalige Projekt CarlL.
Warum CarlL?
Die Antwort ist naheliegend: Der Titel ist eine Hommage an die wohl berühmteste Laupheimer Persönlichkeit, Carl Laemmle. Auch er hat mit der Gründung einer Filmstadt in den USA einst etwas Neues gewagt - und was daraus geworden ist, weiß jeder. Warum also nicht jemanden, der vor gut 100 Jahren Hollywood den Weg geebnet hat, zum Vorbild für ein Medienprojekt nehmen? Das zweite, große L in CarlL steht für Laemmle, Laupheim, Lokaljournalismus - sucht’s euch aus.